Feb
13
2008

Trimble Geocache Navigator für Nokia ausprobiert

Screenshot0014 Praxis ist nicht, wenn man feststellt, dass es theoretisch funktionieren müsste. Kann eine Geocaching-Software auf dem GPS-Handy funktionieren? Nachdem die Dosenfischer sich zu Recht über die selbstbeweihräuchende (und nichts weniger als falsche) Präsentation des Anbieters aufgeregt haben, wollte ich mal nachschauen, wie es um die Praxistauglichkeit des Handy-Programms (läuft derzeit auf Nokia N95, dem N82 und dem 6110 Navigator) bestellt ist. Hier das Ergebnis.

Installation:

Die Installation des Geocache Navigators verlief auf einem ausgeliehenen Nokia N82 per SMS an die +447781488133 mit dem Inhalt „Cache“ ohne Probleme. Es ist 235 Kilobyte groß und installiert sich ohne Zicken in den Ordner „Programme“ auf dem Handy. Im Betrieb krallt es sich auf Wunsch jede Verbindung, die auch sonst auf dem Handy verfügbar ist. So habe ich einige Programmfunktionen der Einfachheit halber per WLAN getestet.

Anschubhilfe:

Screenshot0019Beim ersten Start informiert das Programm übers Geocachen an sich mit einer kurzen Übersichtsseite.Dann wird es erstmal kompliziert. Zuerst registriert man die Rufnummer und vergibt eine PIN.

Anschließend kann man den soeben kreierten Account mit dem Geocaching-Account verheiraten, damit man Caches zum Beispiel nach ungefundenen filtern kann. Das Verfahren in Kürze: Auf geocaching.com die eigene Account-Seite öffnen, auf den Eintrag „My Phone Logs“ klicken und die ID aus dem Geocache Navigator eingeben. Die bekommt man heraus, indem man nach dem Start des Programms auf „Settings“ klickt und dann auf „Show my ID“. Das also flugs in die betreffende Zeile auf Geocaching.com eintippen, und die Accounts sind gekoppelt: Dies kann man aber genauso gut später nachholen. Ich habe es auch erst gemacht, als ich schon ein bisschen mit dem Programm herumgespielt hatte 😉 .

Caches angucken:

Ihr könnt euch bestimmt vorstellen, dass ich sehr gespannt war, was die erste Abfrage bringt. Doch zuerst mussten die Einheiten mal von plattdeutsch auf richtige Maßeinheiten umgestellt werden. Leider sind Füße und das falsche Koordinatenformate voreingestellt (aber über Settings umbiegbar)

Screenshot0030Screenshot0029

Nachdem das erledigt war, kam die erste Abfrage. Und die verlief überraschend einfach per Klick auf „Quick Cache“. Damit zeigt das Programm einfach die naheliegenden Caches an. Bei „Find Caches“ fragt das Programm gezielt, wo es suchen soll (zweites Bild).

Screenshot0031 Screenshot0051

Dann lässt sich auch zum Beispiel ein Umkreis um einen Cache abfragen oder eine Koordinate (erstes Bild). Meine erste Abfrage auf „Quick Cache“ ergab dies (zweites Bild):

Screenshot0052 Screenshot0033

Als ich sah, dass mein eigener Cache ganz oben stand, wusste ich , dass ich doch besser meinen Account konfigurieren sollte, so wie oben beschrieben. Denn hier wurden auch noch die Caches gelistet, die ich schon längst geloggt hatte. 😉

Die Caches, die man aufs Handy geschoben bekommt, lassen sich übrigens filtern:

Screenshot0057 Screenshot0060

Nette Funktion am Rande: Die Caches in der Liste lassen sich auch umsortieren, wenn man in der Zwischenzeit seinen Standort verändert hat:

Screenshot0064

Cachen mit dem Geocache Navigator

Mit der Tastenwippe wählt der süchtige Sucher einfach einen Cache an, zum Beispiel meinen (gut fürs Karma!). Dann ergibt sich folgendes Bild:

Screenshot0036

Wie man sieht: Man kann sogar direkt seinen Find loggen. Das Log landet aber nicht direkt auf der Cacheseite von gc.com, sondern auf der eigenen Accountseite unter besagtem Menüpunkt „My Phone Logs“:

snap0027

Da kannst du das Log später auch „richtig“ posten. Praktisch für ein schnelles Log als Vergiss-mein-nicht-den-Logeintrag-Gedächtnisstütze, aber individuelle Logs sind so natürlich nicht drin.

Die weiteren Bildschirme erreicht man mit der Wipptaste:

Screenshot0044 Screenshot0038

Die Cachebeschreibung ist korrekt wiedergegeben, es fehlen aber die Spoilerbilder. Additional Waypoints werden als Text ans Ende der Beschreibung geklatscht. und sind dementsprechend schwer zu entdecken. Logs gibt es nur scheibchenweise, was wohl der eher lahmen Übertragungsgeschwindigkeit im Handy-Netz geschuldet ist.

Der nächste Punkt: Die Kartenansicht.. Zuerst sieht man nicht viel mehr als einen Punkt (das ist der Cache) und einen Pfeil (sehr rätselhaft, was der wohl zu bedeuten hat). Per Option lässt sich noch eine Karte einblenden. Sie wird übers Mobilfunknetz nachgeladen, was das Datenvolumenbudget stark belasten dürfte. Eine „gute“ Nachricht. Bislang funktioniert nur die Straßenansicht. Sie lässt sich mit den Zifferntasten zoomen und verschieben:

Screenshot0039 Screenshot0040

Screenshot0041 Screenshot0043

Der Aufruf einer Topo-Karte bringt derzeit diese süße Fehlermeldung:

Screenshot0042

Egal wie man es macht. Irgendwann geht es auf zum Cache. Und da muss ich leider sagen:

Das GPS im Handy erwies sich als extrem zappelig. Trotz zackigem Schritt zeigte der Kompasszeiger mal hierhin, mal dorthin. Zum Cachen erschien mir die Anzeige nicht brauchbar zu sein. Dickes Minus, auch wenn man das Verhalten eher dem GPS im Handy anlasten muss!

Aber mit einem richtigen GPS in der Hand lässt sich das Programm zumindest zur Cacheauswahl nutzen und zum Lesen der Beschreibung wie der Hints gebrauchen. Diese werden übrigens gleich ent-ROT13-t:

Screenshot0045

Fazit:

Netter Versuch, aber derzeit ersetzt der Geocache Navigator noch nicht die Kombination aus PDA oder Papier und GPS-Empfänger.

Die Daten flutschen zum Teil nicht in rasendem Tempo aufs Display, sondern eher gemächlich, ganz besonders in Gebieten mit schlechter Netzabdeckung. Bei UMTS-Empfang kann man natürlich nicht meckern, aber im Wald kann der schon mal fehlen.

Auch im Detail gibt es noch einige Böcke im Programm. Etwa den, dass die Umkreissuche fix auf 3,5 km begrenzt ist und additional Waypoints stiefmütterlich behandelt werden. Weiteres Manko: Die Filter sind leider nicht speicherbar, und es ist nervig, jedesmal wieder Virtuelle und Mysteries aus der Filter-Maske zu löschen. Mysteries und Multis werden eher schlecht unterstützt. Wünschenswert wäre beispielsweise die Eingabe von Zwischenstationen, die man dem Cache zuordnen könnte, oder (bei Mysteries) von Finalkoordinaten. Denn unterwegs nützen die Startkoordinaten nichts. Ich vermisse einen Zähler für das übertragene Datenvolumen, der volumenbasiert mit dem Handy surfenden Geocachern sicherlich ruhigere Sessions erlauben dürfte.

Was mir generell missfällt: Trimble versucht das Programm auf Abo-Basis anzubieten. Es soll 6 US-Dollar pro Monat oder 40 Dollar pro Jahr kosten, und zwar bei den Handys, die derzeit noch nicht mit einer Gratisversion beglückt werden. Einschränkungen der Gratisversion (Werbefinanzierung) konnte ich bislang noch nicht feststellen.

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16 Comments »

  • aba sagt:

    sehr guter test. da merkt man halt doch, wenn profis am werke sind.
    unsere kritik bezog sich in der tat auf die typische marketingsprech. denn es gibt in der tat sehr sinnvolle andere tools. mit cachewolf haben der sandmann und ich in etwa 250 dosen gefunden. und das tool ist einfach grossartig.

    nochmal dickes lob fuer deinen test!
    bis zum wochenende 😉

  • […] schrieben hier darüber, ksmichel hat einen sehr umfangreichen Test gemacht. Attribut besonders […]

  • sandmann sagt:

    Ganz weit vorn! Vielen Dank für diesen ausführlichen Test.. Ein Muss für alle, die übers Handy zum Geocaching kommen. Gerade jetzt, da Nokia ja das GPS im Handy zum Standard machen will… Nochmal: Danke für die Mühe!

  • DL3BZZ sagt:

    Sehr interessanter Test, vielen Dank. Leider habe ich kein N-Handy, werde mir auch nie eins von dieser Firma kaufen. Aber das ist ja eine andere Geschichte.
    Mal schauen, ob sie das Programm den Wünschen der User entspechend „bauen“, damit dann alles besser flutscht.

    Bis denne
    Lutz, -.. .-.. …– -… –.. –..

  • M&S T@b sagt:

    Vielen Dank für diesen Test und die gute und informative Darstellung.
    Wie bei vielen Cachern war auch bei mir das GPS-Gerät vor dem Hobby Geocaching vorhanden. D.h. ich habe mit einem alten Garmin GPS 12 angefangen und bin über Seiten wie diese auf die Möglichkeit gestoßen auch mit dem ebenfalls schon vorhandenen N95 zu cachen.
    Seid dem lege ich mein N95 nicht mehr aus der Hand und benutze die Trimble-Soft ausgiebig und mit viel Freude daran.
    Immerhin ist sie z.Zt. gratis, hat einen hohen Funktionsumfang, funktioniert ausgezeichnet mit dem N95, und paperless + Anbindung an geochaching.com….was will man mehr….etwa ein Colorado für € 500.- ?
    Was man aber noch zusätzlich beim N95 bemängeln muß sind die mangelhafte Akkuleistung ( gerade wenn der Screnn dauerleuchtet ) und die teilweise sehr lange Startphase bis erst einmal Satelitten gefunden sind ( teilweise über 5 Min. ).
    Wichtig für N95-User ist hier ein ein aktuelles Flash der Gerätesoftware mittels Nokia-Updater. Gebrandete Modelle ( Vodafone, O2 und T-Mobile ) haben zudem eigene Software die sich nicht updaten läßt und erstaml ausgetrickst werden muß – Hier unbedingt zum Thema googeln und Gerätenummer abändern.

  • Holger_M sagt:

    Danke für den ausführlichen Bericht. Inzwischen hab ich das Programm für meinen Blackberry 8800 gekauft und bin zufrieden.

    Der GPS-Empfang des Blackberry begeistert mich. Auch unter schwierigen Empfangsbedingungen im Wald, wo meine gelber Etrex hoffnungslos versagt, führt mich der Blackberry mit dem Cachenavigator punktgenau zur Dose. Insofern könnten Deine schlechten Erfahrungen dem Handy und nicht dem Cachenavigator geschuldet sein.

    Bei den Kartendarstellungen machte ich leider die gleichen Beobachtungen. Nur Straßenkarten lassen sich anzeigen – ein echtes Manko.

    Anzumerken wäre noch, dass bei der Suchoption „Quickcache“ nur Tradis angezeigt werden. Multis lässt er weg.

    Weiterer kleiner Minuspunkt: Das Programm kann keine Projektionen berechnen. Die beliebten Aufgaben vom Typ „186 Meter nach 225 Grad“ kann man mit dem Ding nicht lösen.

    Um den Nutzwert der Software zu bestimmen kommt es sehr darauf an was man vorher hatte und was man will. Wenn man wie ich einen schlechten GPS-Empfänger hat und JEDEN Cache mühevoll zuhause auf Papier vorbereiten muss, ist Cachenavigator auf dem Blackberry ein riesengroßer Fortschritt.

  • andihouben sagt:

    Ich habe das Programm heute runtergeladen und ohne Probleme auf einem Samsung SGH-i550 installiert. Praxiserfahrung konnte ich noch keine sammeln, allerdings gefällt mir schon einmal die genauere Koordinateneingabe (Eine Stelle hinter dem Komma mehr als bei der Handyeigenen Software). Bisher habe ich alle Caches mit meinem Handy gefunden, wenn auch nach fiesem Suchen, da die Hauseigene SW nicht so genau ist.
    Ärgerlich finde ich die ständige Abfrage nach einer Internetverbindung. Handy-Internet ist teuer und WLAN kann mein Handy leider nicht. Ich werde daher eine manuelle Koordinateneingabe testen und mal schauen wohin mich die Software führt. Zur Not muss ich dann wohl doch wieder die Samsung-Software verwenden.

  • 4Frischlinge sagt:

    Ich hab das Programm seit 1 Monat auf meinem Blackberry.

    Leider scheint der Trimble Server, der die Daten aus Geocaching.com zieht und auf das Telefon überträgt speziell nachmittags und abends überlastet zu sein. Die Ami´s sind dann wohl aufgewacht und cachen. Dann gibt es haufenweise Timeouts die dazu führen das nichts übertragen wird und keine Caches mehr angezeigt werden.

    Also z.B. morgens auf dem Weg zum Termin sieht man einen interessanten Cache (mit dem Geocache Navigator) und nimmt sich vor den abends nach dem Termin zu finden… Pustekuchen.
    Da geht das dann plötzlich nicht mehr. Ich hab das jetzt ca. 6 mal gehabt und verfluche jetzt diese unzuverlässige Lösung.

    D.h. im Prinzip sehr gut , aber in der täglichen Praxis durch Systemschwächen eigentlich unbrauchbar. Das ist einfach zu entäuschend wenn man sich den Tag über auf das Finden eines Caches freut und dann geht das Equipment abends nicht.

    Dies Problem wäre zu Lösen wenn sich ein oder zwei Caches (GPX-Files) speichern lassen würden, dann könnte man bei fehlender Netztversorgung oder Serverproblemen vorübergehend autark arbeiten.

  • Theo sagt:

    Also ich benutze die Software mit dem dem N95 seit ca. 6 Monaten und hab damit mehr als 100 Caches gemacht. Ich habe einen Datentarif bereits gehabt so das für mich keine Datenkosten entstehen. Ich bin ziemlich zufrieden mit der Software. Gelegentlich vermisst man einen echten Kompass.

  • Stefan sagt:

    Die Nokia Version der Software funktioniert auch mit GPS Modulen die nicht von Nokia vertrieben werden. Die Kombination eines über Bluetooth eingekoppelten Holux NM-241 und Nokia E65 ist geocaching praxis tauglich. (Ersatz Akkus „AAA“ für den M-241 vorausgesetzt…)

  • DCmdE sagt:

    hallo,

    ich würde das programm auch gerne nutzen, habe aber das problem, dass es online gehen will aber nicht kann. ich habe nicht die möglichkeit eine verbindung auszuwählen. es erscheint einfach nur „initilizing“ und dann kommt eine fehlermeldung.

    weiß jemand, wie ich das beheben kann?

    mfg

  • hendimaehn sagt:

    Habe das Programm auf dem N82 bis jetzt mit zwei Caches getestet und beide Male eine Punktlandung gemacht. Im Kompassmodus wurde mir eine Entfernung von weniger als 2m zur Zielkoordinate angegeben, was mir durch den Fund bestätigt wurde. Eine Gegenprobe mit angezeigten Koordinaten und deren Eingabe bei Mapquest/GoogleEarth brachte auch eine Übereinstimmung. Auch die Reaktionszeit im Kompassmodus ist sehr gut, da die Richtungsanzeige schon nach wenigen Schritten die korrekte (relative) Richtung anzeigt.
    Auch finde eine nicht zwingend notwendige Netznutzung gut, da nicht jeder über eine Datenflat verfügt bzw. diese extra kostet. Und Caching soll ja auch mit Suchen verbunden sein, daher geht’s zur Not auch ohne OnlineKarte. Kompassmodus nicht tauglich, dafür gibt es in der CGA einen Echten. Für heimische Gefilde lade ich mir über WLAN die gewünschten Caches herunter und lasse die Software einfach laufen. Für 1-2 Stunden reicht der Akku. In unbekannten Gegenden sollt man vielleicht nicht ganz unbewaffnet vorgehen, so dass ich mir fürs Caching Ausdrucke mitnehme.
    DCmdE: Kannst Du überhaupt ins Netz??
    Also ich bin auf jeden Fall begeistert von dem Tool.
    Nur schade, dass es nur Nokianutzern kostenlos zur Verfügung steht.

  • geckolinos sagt:

    Hallo,
    muss den navigator neu auf mein N95 aufspielen und stelle jetzt fest, dass die Software 30 Euronen (oder Dollar?) kosten soll.
    Weiß jemand, ob er noch irgendow kostenlos zu haben ist?

    geckolinos

  • Heiko sagt:

    Hallo finde den eintrag nicht: My Phone Logs
    Wo finde ich den ?

    Mfg Heiko

  • jean-pierreffm sagt:

    Ich habe ein Problem! Ich habe mir den Upgrad für den Geocache Navigator zu gelegt und musste heute feststellen das die Funktion „Enter Manually“ wohl nicht Richtig Funktioniert! Bei der Eingabe der folgenden Kooridinaten!
    N 50 4.070 E 8 38.262
    kann man die .070 nicht eingeben! Wenn ich 070 eingebe, ändert er es automatisch in .70 und macht dann beim suchen einen .700 da raus! Ich war völlig von den Socken und habe es erst gar nicht bemerkt! Weil diese Funktion sonst imemr Funktioniert hat! Kann mir das jemand bestätigen oder mache ich etwas falsch!

  • ottebeach sagt:

    Hallo zusammen
    Beim GeocacheNavigator verwendete ich eine gesharte versioon auf dem Nokia 6210 Navigator. Nun gibts ja eine Neue Version. Ab 12.09.09. Alte geht nicht mehr. Ich kaufte sie für 30.- Euro aber das Nokia meldet Zertifikats Fehler und so kann ichs nicht downloaden.
    Weiss jemand Bescheid? Kann nartürlich mit dem Nokia auch übers GPS suchen und finden. Aber wo lese ich die Infos ab. Dazu ist das Trimble Prog schon bequem.

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