Apr
15
2013
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Garmin Experience Days 2013

P1050463Während einiger Tage an der spanischen Costa Brava gab’s in Pals einige neue Spielsachen von Garmin für Radfahrer, Läufer, Golfer und Wanderer beziehungsweise Geocacher zu sehen und vor allem – zum Ausprobieren. Dazu hatten gut und gerne 50 Journalisten von Print- und Online-Medien Gelegenheit – vielleicht waren es auch ein paar mehr, und außer meiner Wenigkeit war es ein top-hochkarätiges Teilnehmerfeld Zwinkerndes Smiley.

Während der Einführungsveranstaltung fiel ein Satz, den ich sogleich twittern musste, weil er mir so gut gefiel:

Alle Geräte wurden von Produktverantwortlichen erklärt, und während vier Aktivitätsslots konnte jeder sie zusammen mit anderen testen. Es war auch kein Problem, sich die Kistchen noch mal abends oder vor dem offiziellen Beginn des Programms auszuleihen und selbst noch mal genauer anzusehen.

Alle Geräte zum Ausprobieren

Ausprobieren!

 

Das interessanteste für euch sind sicher die Geräte. Also los:

Monterra:

Eine Kreuzung zwischen Android-Smartphone und Montana, aber angeblich ohne Telefonfunktionen. Laut Amazon kommt’s bald. Und Garmin Switzerland hat schon einen Markennamen dafür registriert. Auch Blogs wie gpstracklog haben schon Infos dazu. Die auch gocacher.de schon aufgriff. Schicke Vorstellung – dazu hätten viele gern etwas gehört. Also – trotz aller Gerüchte – muss man sich wohl noch etwas in Geduld fassen. Sinnig wäre eine solche Kombination schon, denn dann wären per App beliebige Anwendungen denkbar – Ingress per getethertem Smartphone ebenso wie Geocaching mit der “original” Geocaching-App oder gar Wherigo. Und Telefonieren per Skype. Letzteres habe ich bei einer Samsung Galaxy Cam schon mal ausprobiert, die auch keine Telefonfunktion hatte. Wenn das Äußere eines Monterra tatsächlich dem Montana entspräche, vielleicht sogar mit dem gemutmaßten kapazitiven Display, dann ließe sich sogar das Zubehör weiter nutzen. Ich bin noch etwas skeptisch, was die Akkulaufzeit betrifft: Drei 1200-mAh-Akkus bzw. der eingebaute Block müsste außer dem GPS auch noch das nicht gerade für seine Energieeffizienz bekannte Android-System mit befeuern. Aber wie gesagt: Alles noch Stoff für Spekulationen. Was meint ihr dazu? Rechts gibt’s eine Umfrage dazu.

Oregon 600/650:

Garmin Oregon 600

Garmin Oregon 600

Bei einer kleinen Tour konnte ich es schon mal ein wenig bespielen. Es ähnelt den bisherigen Oregons, hat aber einen kapazitiven Touchscreen, der sich auch mit Handschuhen bedienen ließ. Das Touch-Display mit 3-Zoll-Diagonale war zwar alles andere als hochauflösend (240 x 400 Pixel), aber das ist einerseits akkuschonend und andererseits sinnvoll – da ein solches Gerät nicht zum Gucken von HD-Videos benutzt wird. Insgesamt ist das Display für mich das beste aus zwei Welten: Je heller die Sonne scheint, desto besser ist es trotz der vorhandenen Spiegelungen ablesbar – wie die 60er mit ihren ebenfalls transflektiven Displays. Und: Der Touchscreen ist vergleichbar mit denen von Smartphones. Man muss also nicht übermäßig drücken. Und, tataaaah: Es hat Zweifingergesten etwa zum Zoomen und sogar zum Drehen der Karte. Die Schnelligkeit beim Verschieben von Ausschnitten war okay, aber auch nicht rasend schnell – das hängt sicher auch vom Kartenmaterial und der gewählten Auflösung ab.

Neben dem neuen Touchscreen ist die Verbesserung des GPS-Empfangs durch Hinzunahme von Glonass-Satelliten ein wichtiger Punkt. Er fällt durch einen gefühlt genaueren Track auf. Ein parallel während einer Tour im Rucksack mitgeführter Montana war hin und wieder doch deutlich nervöser beim Tracking und versetzte mich einige Male auch mal ins Wasser. Eine Momentaufnahme sicherlich, die bei längerem Ausprobieren noch verifiziert werden müsste.

Gut gefallen hat mir die Adventure-Funktion, die ja per Software-Update auch in anderen Geräten mittlerweile zu haben ist. Adventures sind quasi ein Ordner mit Wegpunkten, Tracks und Medien, zum Beispiel Fotos. Die Adventures können mit anderen Nutzern ausgetauscht werden und lassen sich zurzeit nur mittels Basecamp-Software herunterladen – wenn ich die Andeutungen richtig verstanden habe, soll das aber bald auch direkt per Browser  gehen. Die Touren lassen sich, garniert mit den Fotos der Beschreibung und etwas Text mit Freunden teilen, die sie dann per Browser anschauen können, zum Beispiel diese Tour am Mount Everest.

Bemerkenswert: Für die Zahl der Geocaches gibt es keine Grenze mehr, außer natürlich der des zur Verfügung stehenden Platzes auf der Speicherkarte beziehungsweise im Gerät.  Wie im Montana hat man beim Oregon die Wahl zwischen einem mitgelieferten Akkupack und zwei AA-Zellen. Der Akkupack kann im Gerät geladen werden, die Akkus nicht. Mehr zum Gerät folgt, sobald ich es ausgiebiger bespielen konnte.

Edge 810

Garmin Edge 810: Live-Tracking mit Smartphone

Garmin Edge 810: Live-Tracking mit Smartphone

Behandle ich hier nur kurz. Also: Der Hauptvorteil ist sicherlich das Live-Tracking mit Hilfe eines Smartphones, dass mit dem Edge gekoppelt ist. So sehen die Lieben daheim im Minutentakt, wo man gerade ist. Damit wäre das Gerätchen nicht nur was für Radfahrer, sondern auch beispielsweise für Rollstuhlfahrer auf Tour. Bei einer Tour mit einem Mountainbike (das 10000-Euro-Carbon-Rad habe ich nur für eine kurze Runde benutzt 😉 ) fiel angenehm die gute Sichtbarkeit auch in der Sonne auf sowie die gute Anpassbarkeit der einzublendenden Anzeigen. Prima: Der Edge informiert mich als Fahrer, in etwa welcher Zeit ich als nächstes abbiegen muss. Und auch, wenn ich es vermasselt habe. Die charmante Meldung „off Course“ und das Ausblenden der Karte zwingt auch den müdesten Fahrer zu einer Reaktion.

Forerunner 10

Ich bin ein Mensch, der gern möglichst für alle Eventualitäten gerüstet ist. Also wäre ich nicht auf die Idee gekommen, eine GPS-Uhr zu testen, die sich nicht mit einem Pulsgurt koppeln lässt, keine Karte hat und auch ansonsten innerhalb zwei Minuten erklärt ist. Andererseits sind wohl gerade diese einfachen Gerät sehr beliebt beim Käufer, weil günstig:  Für 120 Euro bekommt man eine Uhr, welche die zurückgelegte Distanz anzeigt, die Zeit sowie das Tempo und die verbrauchten Kalorien. Auf Wunsch gibt’s noch ein Rennen gegen einen virtuellen Partner. Das war’s. Die Tracks lassen sich in Basecamp einlesen und auswerten und auch ins Trainingsportal GarminConnect hochladen. Ich gebe es zu: Der Forerunner hat mir Nichtsportler nicht geholfen, das Ziel zu erreichen – nach dem langen Winter war ich in einem Trainingszustand wie die Sphinx in Ägypten. Aber schick war die Uhr.

Approach Golf Uhren

Garmin Approach S2 Golfuhr

Garmin Approach S2 Golfuhr

Ein Golfer bin ich nicht, und das erklärt vielleicht, dass ich die Approach-Golf-Uhren immer falsch als Navi für den Golfplatz einsortiert habe. Sind sie nicht. Also: Was machen sie dann? Am besten stelle man sich einen Golfer vor, der an einem Abschlag (Tee) steht und erst mal entscheiden muss, wie weit das Fähnchen entfernt ist. Er braucht also einen Entfernungsmesser. Genau das leistet die Uhr unter anderem. Die Entfernungen zu den Löchern auf rund 30000 Golfplätzen lässt sich damit im Nu auf das Display holen. Die Uhr bemerkt dabei selbst mit Hilfe dieser seltsamen Satellitenortungstechnik GehPehEss, wo man steht, und welches Loch man gerade bespielt. Auf der Anzeige stehen dann drei Zahlen: Vorderer Rand des Grüns (das ist das, was 500 Jahre braucht, bis der Greenkeeper lächelt), Mitte und hinterer Rand. Das hilft dem Golfer bei der Auswahl des Schlägers. Die Entfernungsangaben haben gut funktioniert, und der nicht bei Garmin angestellte Golf-Trainer bestätigte mir, dass das Schätzen der Entfernungen gerade Anfängern große Probleme macht und viele Leute daher solche Uhren benutzen. Und dass er damit rechnet, dass er in einer Woche auch so ein Ding hat. Okay, ich glaub’s.

Menschliches vom Event

Ich hab mich sehr gefreut, die Gesichter hinter so tollen Blogs wie www.pocketnavigation.de, www.ausgeruestet.com, www.freiluft-blog.de sowie www.navigation-professionell.de zu sehen und aba von den Dosenfischern wieder mal zu treffen. Dazu noch mit den unbestrittenen Koryphäen Ulli Benker, Thomas Froitzheim zu plaudern – das tat richtig gut.  Sehr beeindruckend auch die Sportler, die in Pals nicht nur einfach eine Promo-Veranstaltung abgesessen haben, sondern auch fachlich gut drauf waren, wie Radrennfahrer Sebastien Camus:

Im Ernst: Die Athleten waren nicht nur Staffage, sondern benutzen das Zeug wirklich, haben jede Menge Fragen zum Umgang mit Ihren Spielsachen beantwortet. So wie Ultramarathon-Läufer Jez Bragg, mit dem ich die Ehre hatte, sprechen zu dürfen. Geocaching will er unbedingt machen, und dazu hatte er viele Fragen. Ich bin dann schon mal gespannt auf einen Multi, der von ihm gelegt werden könnte. Fürs Durchqueren von ganz Neuseeland von Norden nach Süden (rund 3054 km) hat er jedenfalls nur 53 Tage und 9 Stunden benötigt, drei Krankheitstage mitgerechnet. Also 53mal mehr als einen Marathon täglich – und das hintereinander. Und das auf Wegen, die den Namen nicht verdienen. Zwölf paar Schuhe sind dabei draufgegangen, die meiste Zeit waren die Füße klatschnass.

So ein Mensch müsste völlig abgedreht sein, dachte ich, aber Jez ist das nicht. Er wirkt so locker und bodenständig wie Max Mustermann von nebenan.  Wenn ein Extremsportler wie Jez Bragg so locker und sympatisch rüberkommt wie ein netter Kollege, dann glaubt man ihm zwar, dass er eine Garmin Fenix und einen Oregon für sein Hobby benutzt, aber nicht, dass er damit auf eine solche Weise durch Neuseeland gelaufen ist. Respekt, Jez! Und an alle Ladenbesitzer an seiner Wegstrecke: Gebt ihm noch eine Eistüte und eine Packung Chips extra.

Und hier noch ein erstes, zufallsgeneriertes Video aus meinen Schnipseln dazu.

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