Apr
15
2013
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Garmin Experience Days 2013

P1050463Während einiger Tage an der spanischen Costa Brava gab’s in Pals einige neue Spielsachen von Garmin für Radfahrer, Läufer, Golfer und Wanderer beziehungsweise Geocacher zu sehen und vor allem – zum Ausprobieren. Dazu hatten gut und gerne 50 Journalisten von Print- und Online-Medien Gelegenheit – vielleicht waren es auch ein paar mehr, und außer meiner Wenigkeit war es ein top-hochkarätiges Teilnehmerfeld Zwinkerndes Smiley.

Während der Einführungsveranstaltung fiel ein Satz, den ich sogleich twittern musste, weil er mir so gut gefiel:

Alle Geräte wurden von Produktverantwortlichen erklärt, und während vier Aktivitätsslots konnte jeder sie zusammen mit anderen testen. Es war auch kein Problem, sich die Kistchen noch mal abends oder vor dem offiziellen Beginn des Programms auszuleihen und selbst noch mal genauer anzusehen.

Alle Geräte zum Ausprobieren

Ausprobieren!

 

Das interessanteste für euch sind sicher die Geräte. Also los:

Monterra:

Eine Kreuzung zwischen Android-Smartphone und Montana, aber angeblich ohne Telefonfunktionen. Laut Amazon kommt’s bald. Und Garmin Switzerland hat schon einen Markennamen dafür registriert. Auch Blogs wie gpstracklog haben schon Infos dazu. Die auch gocacher.de schon aufgriff. Schicke Vorstellung – dazu hätten viele gern etwas gehört. Also – trotz aller Gerüchte – muss man sich wohl noch etwas in Geduld fassen. Sinnig wäre eine solche Kombination schon, denn dann wären per App beliebige Anwendungen denkbar – Ingress per getethertem Smartphone ebenso wie Geocaching mit der “original” Geocaching-App oder gar Wherigo. Und Telefonieren per Skype. Letzteres habe ich bei einer Samsung Galaxy Cam schon mal ausprobiert, die auch keine Telefonfunktion hatte. Wenn das Äußere eines Monterra tatsächlich dem Montana entspräche, vielleicht sogar mit dem gemutmaßten kapazitiven Display, dann ließe sich sogar das Zubehör weiter nutzen. Ich bin noch etwas skeptisch, was die Akkulaufzeit betrifft: Drei 1200-mAh-Akkus bzw. der eingebaute Block müsste außer dem GPS auch noch das nicht gerade für seine Energieeffizienz bekannte Android-System mit befeuern. Aber wie gesagt: Alles noch Stoff für Spekulationen. Was meint ihr dazu? Rechts gibt’s eine Umfrage dazu.

Oregon 600/650:

Garmin Oregon 600

Garmin Oregon 600

Bei einer kleinen Tour konnte ich es schon mal ein wenig bespielen. Es ähnelt den bisherigen Oregons, hat aber einen kapazitiven Touchscreen, der sich auch mit Handschuhen bedienen ließ. Das Touch-Display mit 3-Zoll-Diagonale war zwar alles andere als hochauflösend (240 x 400 Pixel), aber das ist einerseits akkuschonend und andererseits sinnvoll – da ein solches Gerät nicht zum Gucken von HD-Videos benutzt wird. Insgesamt ist das Display für mich das beste aus zwei Welten: Je heller die Sonne scheint, desto besser ist es trotz der vorhandenen Spiegelungen ablesbar – wie die 60er mit ihren ebenfalls transflektiven Displays. Und: Der Touchscreen ist vergleichbar mit denen von Smartphones. Man muss also nicht übermäßig drücken. Und, tataaaah: Es hat Zweifingergesten etwa zum Zoomen und sogar zum Drehen der Karte. Die Schnelligkeit beim Verschieben von Ausschnitten war okay, aber auch nicht rasend schnell – das hängt sicher auch vom Kartenmaterial und der gewählten Auflösung ab.

Neben dem neuen Touchscreen ist die Verbesserung des GPS-Empfangs durch Hinzunahme von Glonass-Satelliten ein wichtiger Punkt. Er fällt durch einen gefühlt genaueren Track auf. Ein parallel während einer Tour im Rucksack mitgeführter Montana war hin und wieder doch deutlich nervöser beim Tracking und versetzte mich einige Male auch mal ins Wasser. Eine Momentaufnahme sicherlich, die bei längerem Ausprobieren noch verifiziert werden müsste.

Gut gefallen hat mir die Adventure-Funktion, die ja per Software-Update auch in anderen Geräten mittlerweile zu haben ist. Adventures sind quasi ein Ordner mit Wegpunkten, Tracks und Medien, zum Beispiel Fotos. Die Adventures können mit anderen Nutzern ausgetauscht werden und lassen sich zurzeit nur mittels Basecamp-Software herunterladen – wenn ich die Andeutungen richtig verstanden habe, soll das aber bald auch direkt per Browser  gehen. Die Touren lassen sich, garniert mit den Fotos der Beschreibung und etwas Text mit Freunden teilen, die sie dann per Browser anschauen können, zum Beispiel diese Tour am Mount Everest.

Bemerkenswert: Für die Zahl der Geocaches gibt es keine Grenze mehr, außer natürlich der des zur Verfügung stehenden Platzes auf der Speicherkarte beziehungsweise im Gerät.  Wie im Montana hat man beim Oregon die Wahl zwischen einem mitgelieferten Akkupack und zwei AA-Zellen. Der Akkupack kann im Gerät geladen werden, die Akkus nicht. Mehr zum Gerät folgt, sobald ich es ausgiebiger bespielen konnte.

Edge 810

Garmin Edge 810: Live-Tracking mit Smartphone

Garmin Edge 810: Live-Tracking mit Smartphone

Behandle ich hier nur kurz. Also: Der Hauptvorteil ist sicherlich das Live-Tracking mit Hilfe eines Smartphones, dass mit dem Edge gekoppelt ist. So sehen die Lieben daheim im Minutentakt, wo man gerade ist. Damit wäre das Gerätchen nicht nur was für Radfahrer, sondern auch beispielsweise für Rollstuhlfahrer auf Tour. Bei einer Tour mit einem Mountainbike (das 10000-Euro-Carbon-Rad habe ich nur für eine kurze Runde benutzt 😉 ) fiel angenehm die gute Sichtbarkeit auch in der Sonne auf sowie die gute Anpassbarkeit der einzublendenden Anzeigen. Prima: Der Edge informiert mich als Fahrer, in etwa welcher Zeit ich als nächstes abbiegen muss. Und auch, wenn ich es vermasselt habe. Die charmante Meldung „off Course“ und das Ausblenden der Karte zwingt auch den müdesten Fahrer zu einer Reaktion.

Forerunner 10

Ich bin ein Mensch, der gern möglichst für alle Eventualitäten gerüstet ist. Also wäre ich nicht auf die Idee gekommen, eine GPS-Uhr zu testen, die sich nicht mit einem Pulsgurt koppeln lässt, keine Karte hat und auch ansonsten innerhalb zwei Minuten erklärt ist. Andererseits sind wohl gerade diese einfachen Gerät sehr beliebt beim Käufer, weil günstig:  Für 120 Euro bekommt man eine Uhr, welche die zurückgelegte Distanz anzeigt, die Zeit sowie das Tempo und die verbrauchten Kalorien. Auf Wunsch gibt’s noch ein Rennen gegen einen virtuellen Partner. Das war’s. Die Tracks lassen sich in Basecamp einlesen und auswerten und auch ins Trainingsportal GarminConnect hochladen. Ich gebe es zu: Der Forerunner hat mir Nichtsportler nicht geholfen, das Ziel zu erreichen – nach dem langen Winter war ich in einem Trainingszustand wie die Sphinx in Ägypten. Aber schick war die Uhr.

Approach Golf Uhren

Garmin Approach S2 Golfuhr

Garmin Approach S2 Golfuhr

Ein Golfer bin ich nicht, und das erklärt vielleicht, dass ich die Approach-Golf-Uhren immer falsch als Navi für den Golfplatz einsortiert habe. Sind sie nicht. Also: Was machen sie dann? Am besten stelle man sich einen Golfer vor, der an einem Abschlag (Tee) steht und erst mal entscheiden muss, wie weit das Fähnchen entfernt ist. Er braucht also einen Entfernungsmesser. Genau das leistet die Uhr unter anderem. Die Entfernungen zu den Löchern auf rund 30000 Golfplätzen lässt sich damit im Nu auf das Display holen. Die Uhr bemerkt dabei selbst mit Hilfe dieser seltsamen Satellitenortungstechnik GehPehEss, wo man steht, und welches Loch man gerade bespielt. Auf der Anzeige stehen dann drei Zahlen: Vorderer Rand des Grüns (das ist das, was 500 Jahre braucht, bis der Greenkeeper lächelt), Mitte und hinterer Rand. Das hilft dem Golfer bei der Auswahl des Schlägers. Die Entfernungsangaben haben gut funktioniert, und der nicht bei Garmin angestellte Golf-Trainer bestätigte mir, dass das Schätzen der Entfernungen gerade Anfängern große Probleme macht und viele Leute daher solche Uhren benutzen. Und dass er damit rechnet, dass er in einer Woche auch so ein Ding hat. Okay, ich glaub’s.

Menschliches vom Event

Ich hab mich sehr gefreut, die Gesichter hinter so tollen Blogs wie www.pocketnavigation.de, www.ausgeruestet.com, www.freiluft-blog.de sowie www.navigation-professionell.de zu sehen und aba von den Dosenfischern wieder mal zu treffen. Dazu noch mit den unbestrittenen Koryphäen Ulli Benker, Thomas Froitzheim zu plaudern – das tat richtig gut.  Sehr beeindruckend auch die Sportler, die in Pals nicht nur einfach eine Promo-Veranstaltung abgesessen haben, sondern auch fachlich gut drauf waren, wie Radrennfahrer Sebastien Camus:

Im Ernst: Die Athleten waren nicht nur Staffage, sondern benutzen das Zeug wirklich, haben jede Menge Fragen zum Umgang mit Ihren Spielsachen beantwortet. So wie Ultramarathon-Läufer Jez Bragg, mit dem ich die Ehre hatte, sprechen zu dürfen. Geocaching will er unbedingt machen, und dazu hatte er viele Fragen. Ich bin dann schon mal gespannt auf einen Multi, der von ihm gelegt werden könnte. Fürs Durchqueren von ganz Neuseeland von Norden nach Süden (rund 3054 km) hat er jedenfalls nur 53 Tage und 9 Stunden benötigt, drei Krankheitstage mitgerechnet. Also 53mal mehr als einen Marathon täglich – und das hintereinander. Und das auf Wegen, die den Namen nicht verdienen. Zwölf paar Schuhe sind dabei draufgegangen, die meiste Zeit waren die Füße klatschnass.

So ein Mensch müsste völlig abgedreht sein, dachte ich, aber Jez ist das nicht. Er wirkt so locker und bodenständig wie Max Mustermann von nebenan.  Wenn ein Extremsportler wie Jez Bragg so locker und sympatisch rüberkommt wie ein netter Kollege, dann glaubt man ihm zwar, dass er eine Garmin Fenix und einen Oregon für sein Hobby benutzt, aber nicht, dass er damit auf eine solche Weise durch Neuseeland gelaufen ist. Respekt, Jez! Und an alle Ladenbesitzer an seiner Wegstrecke: Gebt ihm noch eine Eistüte und eine Packung Chips extra.

Und hier noch ein erstes, zufallsgeneriertes Video aus meinen Schnipseln dazu.

Aug
24
2011
21

Garmin Montana – erste Eindrücke

Viele warten auf den Montana. Einige haben ihn schon, aber noch ist wenig im Netz darüber zu lesen. Er ist groß, fast ein Riese im Vergleich zum Faustkeil Dakota. Und wuchtig. Das teilt selbst Garmin-Fanboys in zwei Lager: Diejenigen, die es am liebsten gleich hätten und diejenigen, denen es nicht in die Tüte, geschweige denn in den Cache-Rucksack kommen mag. Frau alligateuse und Herr ksmichel hatten das Glück, die neuen Garmin-Klopper schon einmal anzutesten. Ein Bericht.


Vergleicht man ein heutiges Outdoor-Navi mit den ersten Geräten, mit denen wir damals das Cachen begonnen haben, dann liegen Welten dazwischen: Damals gab’s keine Karten, die Displays waren monochrom, Akkus hielten drei Stunden, und im Sommerwald war unter dem Blätterdach der Empfang öfters mal weg. Das alles sollte man sich vor Augen halten, um die Detailkritik an modernen Geräten richtig einordnen zu können. Denn die Entwickler haben eine Menge recht großer Felsbrocken aus dem Weg geräumt.

 

Unboxing: Wie Weihnachten

Als der Postbote klingelt und der Absender auf dem Paket erkenntlich wird, fliegen die Füße nur noch die Treppe rauf. Jetzt wird ausgepackt! Es ist wie Geburtstag. Obwohl alligateuse weiß, was drin ist, ist sie doch sehr gespannt, wie es dann tatsächlich aussieht und wie es sich anfühlt. Und dann liegt es da, zusammen mit dem Zubehör, auf dem Wohnzimmertisch.

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Bild Unboxing mit Einzelteilen

Die Lieferung besteht aus

  • Montana 600/650/650t
  • Lithium-Ionen-Akkupack
  • USB-Kabel
  • Netzladegerät
  • Schnellstartanleitungen

Modellpolitik

Garmin bringt drei Geräte aus der Montana-Reihe: die wichtigsten Unterschiede:

  • 600: KEINE Kamera, (orangeroter Rand)
  • 650: Kamera (gelber Rand)
  • 650t:Kamera und Freizeitkarte (EU), grauer Rand)

Was nach dem Auspacken auffällt …

ist die Beigabe eines Netzteils (inklusive Adapter für US-Steckdosen). Wie nach Infos dürstende sicher schon wissen, hat das Montana einen eigenen Akku (3,7 Volt, 2000 mAh), mit dem es sich laut Garmin rund 16 Stunden betreiben lässt. Frau töse konnte es auch nach einer ausgiebigen Power-Cachetour von rund 12 Stunden nicht in die Knie zwingen. Falls das doch mal passieren sollte, lässt sich das Gerät auch mit drei AA-Akkus betreiben, was für eine Laufzeit von rund 22 Stunden sorgen soll (und auch tut). Allerdings reduziert sich dann die maximale Helligkeit ein wenig. Der eingebaute Hauptakku lässt sich übrigens ins Gerät eingelegt per Ladegerät (oder am USB-Anschluss) laden, die Akkus hingegen nicht – wohl, weil verhindert werden soll, dass versehentlich herkömmliche Batterien geladen werden.

Das Look and Feel: Als Frau töse es in die Hand nimmt, ist sie angenehm überrascht, denn es liegt gut in der Hand, auch in einer Frauenhand, die nicht riesig ist, aber auch nicht zart. Es „passt“, ist wie für sie gemacht. „Für mich auch!“ denkt ksmichel und zählt schon mal das Geld in der Spardose. Das Montana ist auch leichter als es aussieht, aber es wiegt natürlich viel mehr als das kleine, niedliche Dakota 20.

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Bild: Magellan Explorist 710, Garmin Montana 650t und Garmin Dakota 20

Äußere Form: Sie  erinnert an die Oregon-Serie, so als wäre sie jetzt erwachsen und groß geworden. Die Dimensionen sind so bemessen, dass das Display sogar 1-Zoll größer ausfällt als beim Oregon, nämlich 4-Zoll, irgendwie scheint das Montana nur aus Display zu bestehen, doppelt so groß wie beim Dakota.

Gehäuse: Es  besteht aus dunkelgrauem Kunststoff. Das Material ist ein wenig stumpf. Ist der Kunststoff allzu glatt, kann einem das GPS schon mal aus der Hand rutschen. Das ist alligateuse mit dem 60er damals häufiger passiert. Immerhin 289 g mit Akku (332 g mit AA-Akkus) drückt es auf die Waage. Und wie fasst es sich an? Wer große Hände hat (so ab Handschuhgröße 8), wird es auch einhändig bedienen können. Allerdings sorgt das hohe Gewicht, dass dies bisweilen etwas anstrengend wird und dass man sich längere Daumen wünscht. Besonders beim Fotografieren sorgt die Lage der Auslöseschaltfläche bei Einhandbedienung für eine Verwacklungsgarantie.

Vorm Einschalten: Der erste äußere Eindruck

Bedienelemente: Von vorne besteht das Gerät quasi nur aus dem Display und hat keine weiteren Bedienelemente. Die Taste für das Ein- und Ausschalten und Regeln der Display-Beleuchtung findet man oben an der rechten Seite des Geräts. Das ist auch die einzige Taste, die das Gerät besitzt.

Rückseite: Auf der Geräterückseite weit oben oben befinden sich die Anschlüsse für Mini-USB und (prima!) eine externe Antenne mit MCX-Anschluss sowie der Anschluss für die Kopfhörer. Dazu muss jeweils eine flexible Gummidichtung aufgeklappt werden, die die Anschlüsse vor äußeren Einflüssen schützen soll. Beides ist vollständig in das Gehäuse integriert und nicht erhaben, sondern schließt mit der restlichen Oberfläche ab.

Batteriefach: In der Mitte sitzt der Batteriefachdeckel, der wie beim GPS 60 nur mit einer Schraube festgesetzt wird. Um den Deckel zu öffnen, muss man einfach den D-Ring einmal eine Vierteldrehung gegen den Uhrzeigersinn drehen, und schon lässt sich der Deckel abheben. Darunter gibt es jetzt aber mehr zu sehen als beim Oregon oder Dakota. Denn das Montana läuft nicht nur mit drei AA-Batterien oder Akkus, sondern kann alternativ auch mit einem wieder aufladbaren Lithium-Ionen-Akkupack (2000 mAh) betrieben werden. Beides kann kombiniert werden, soll heißen: Man fängt mit einem vollgeladenen Akku an, sobald der alle ist macht man mit den AA-Batterien/Akkus weiter. Toll: Der Garmin-Akku lässt sich im Gerät eingelegt mit dem mitgelieferten Netzteil laden.

Speicherkarten: Wie bei Garmin üblich, muss man zum Einlegen einer Micro-SD-Karte (bis 32 GB) die Akkus aus dem Batteriefach nehmen. Die Akkus/Batterien werden wie üblich eingesetzt. Gut: Es gibt eine Hilfe zum „Richtig-rum-Reinlegen“ von Akkus und Akkupack. Die Akkus/Batterien sitzen sehr stramm. Doch dies gibt sich mit der Zeit, das war bei unseren Vorgängergeräten jedenfalls immer so.

Befestigung: Am unteren Teil des Gehäuses kann in einer Art Öse eine Handschlaufe befestigt werden, das ist auch beim Dakota oder Oregon so. Allerdings ist die Öse recht klein geraten und alligateuse und ksmichel finden, dass der Montana für diese Art der Befestigung einfach zu schwer ist. Da fehlt noch eine bessere Lösung.

Kontakte: An der Seite befinden sich die Kontakte, die, wenn in die Autohalterung eingesetzt, die Sprachansagen zum Lautsprecher übertragen. Das haben wir allerdings noch nicht ausprobiert, da wir keine Autohalterung zum Ausprobieren zur Verfügung hatten.

Innere Werte: Brot und Butter

Betriebsbereit: Das Gerät, vollbepackt mit einer Topo 2010 und rund 2000 Caches ist nach dem Einschalten nach rund 16 Sekunden startklar. Das ist flott. Wann immer man ein neues GPX auf das Gerät überspielt, verlängert sich dieser Zeitraum etwas für das Neuanlegen des Indexes.

Die Helligkeit des Displays ist ein sauberer Kompromiss zwischen den gleißend hellen Garmin-Navibildschirmen, mit denen sich schon mal ein Flugfeld befeuern lässt und einem reduzierten Stromverbrauch. Im Vergleich zum Dakota oder anderen Geräten fällt auf, dass das glänzende, mit 4 Zoll Diagonale fast schon riesige Display des Montana auch als Schmink- respektive Rasierspiegel herhalten kann. Bei praller Sonne muss man dann schon die Helligkeit auf 90 Prozent aufdrehen, um den Spiegelungen Herr zu werden. Bei bedecktem Himmel kann man im Gegenzug auf die Beleuchtung auch völlig verzichten, was der Akkulaufzeit zugute kommt. Die in einigen US-Foren monierten Schwierigkeiten beim Kalibrieren des Bildschirms konnte ksmichel leider nachvollziehen: Mehrfach waren bestimmte Schaltflächen in der Firmware 2.7 einfach nur dadurch zu aktivieren, dass man erheblich daneben tippte. Auch mehrfaches Neukalibrieren verbesserte die Situation nur mäßig. Hallo Garmin: Handlungsbedarf!

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Bilder: Der Finger tippt auf die zweite Zeile, es reagiert aber die erste – auch wiederholtes Kalibrieren brachte keine Abhilfe – das Bild wurde übrigens mit der Kamera des zweiten 650t aufgenommen. Seltsamerweise trat dieser Kalibrierfehler nur bei EINEM Testgerät auf. Rechts: Bei bedecktem, aber hellem Himmel erübrigt sich das Anschalten der Beleuchtung – Dieses Bild wurde mit einer gewöhnlichen Kamera aufgenommen Zwinkerndes Smiley

Kein Multitouch: Praktisch jede Testperson hat es versucht: Mit zwei Fingern die Karte wie auf dem Smartphone auseinanderziehen und Zoomen. Aber leider: Multitouch geht nicht beim Montana. Was für die Wunschliste.

Flip-Modus: Das Gerät lässt sich sowohl querkant als auch hochkant bedienen, der Bildschirminhalt dreht sich mit. Kleiner Schönheitsfehler dabei: Wer das Gerät einmal ablegt, kann es aufgrund der symmetrischen Geometrie schnell mal falsch herum wieder aufnehmen, also so, dass die Unterseite nach oben zeigt. Der Bildschirm dreht sich in diesem Fall nicht mit, die Karte und Beschriftung steht also auf dem Kopf. Das müsste nicht sein, ein farblich besser hervorgehobener Garmin-Schriftzug auf dem Gehäuse beziehungsweise Griffmarken am Gehäuse würden dem abhelfen. Noch einfacher wäre es natürlich, die “Drehbegrenzung” einfach ganz aufzuheben. Sie hat ohnehin keinen Sinn. Die Flip-Funktion des Bildschirms reagierte im Test ein wenig störrisch, und zwar umso mehr, je horizontaler das Gerät gehalten wurde. Wer diese Haltung gewohnt ist, sollte das automatische Rotieren besser ausschalten, so wie es auch Frau töse nach einigen Stunden getan hat.

Empfang: Im Vergleich zum Dakota und zum 60cx lässt sich kein großer Unterschied feststellen. Das Gerät ist empfindlich. Auffällig ist, dass der Track in der Voreinstellung bei Ehrenrunden (etwa dem Umrunden eines Häuserblockes, weil man den Abzweig verpasst hat), zuerst nicht sichtbar ist. Erst wenn man sich wieder dem Ziel nähert, werden die Trackpunkte nachträglich angezeigt. Schade: Die neuen Etrexe sind für die Zukunft besser gerüstet. Denn sie sind auch in der Lage, die russischen Glonass-Satelliten zu empfangen und auf die Galileo-Navigation vorbereitet. Letztere dürfte allerdings wohl erst 2014 so langsam losgehen.

Karten: Ein Kartenzwerg ist der Montana nicht gerade. Auf dem Gerät gibt’s reichlich Speicherplatz dafür: Auf dem 600/650 sind es 3 GB, beim 650t sogar 3,5 GB. Er verdaut alle bisher schon üblichen Formate, also auch die empfehlenswerten OSM-Wanderreitkarten. Die t-Variante des Montana bietet bereits eine Freizeitkarte (Recreation Map) für Topografie, die allerdings nicht den hohen Detaillierungsgrad einer “echten” Topo aufweist. Für die 50 Euro Aufpreis erhält man allerdings Europa mit Wohnstraßen und ordentlichen Geländekonturen. Beim schnellen Hin- und Herschalten zwischen “echter” Topo 2010 und der fest verdrahteten fehlte in der Stadt nicht viel (siehe Bilder).

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Bilder: Links Recreation Map (im 650t) und rechts die Topo 2010. Das Straßennetz in der Recreation Map umfasst auch kleinere Wohnstraßen und einige Wanderwege. Die Topo zeigt auch Einzelhausumrisse und hat Routing-Eigenschaften (auf die man sich aber nicht allzu sehr verlassen sollte).

Routing: Beim Wegesuchen lässt sich nach vier Modi (Auto, Motorrad, Fahrrad, zu Fuß) wählen, außerdem gibt es die Luftlinienrichtung. Nach der Zielwahl lässt sich auch noch mal eine andere Methode wählen (etwas umständlich über “Zieleingabe / Routenaktivität ändern”. Generell gibt’s die Wahl zwischen der kürzesten und der schnellsten Route. Letztere bringt bei Wahl der Topo-Karte aber keine vernünftigen Resultate (dafür ist die Topo auch nicht gemacht).

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comp_185comp_340Bilder: Oben links: Fußgänger-Routing per Topo funktioniert sogar mit detaillierten Abbiegeanweisungen. Rechts und unten: Nüvi-Feeling beim Autofahren. Den Puristen stören noch Übersetzungslücken: “Speed” heißt hierzulande Geschwindigkeit, und ein “ß” wird als Großbuchstabe zum Doppel-s.

 

 

Adress-Suche: Absurderweise ist nämlich in der Topo-Karte die Adress-Suche ausgeschaltet. Das ist nichts Neues, aber zunehmend ärgerlich. Daran ist die Tatsache schuld, dass den Topo-Karten zwar Straßennamen hinterlegt sind, aber keine durchsuchbare Datenbank für die Adress-Suche. Dass sich das einmal ändern wird, steht zu erwarten, nur wann, ist noch nicht spruchreif. Die fehlende Adress-Suche der Topo ist aber eine Grundfunktion, die jeder von einem Gerät der 600-Euro-Klasse erwarten darf. Dass das Routing funktioniert, ist demgegenüber sekundär. Immerhin ist das eingebaute Fußgänger-Routing ganz ordentlich, wenn auch mancher Weg suboptimal ist. Dass die Topo-Karte sich nicht fürs Autorouting eignet, ist aus sich heraus eigentlich auch nicht verständlich, aber wenn man weiß, wie die Karten entstanden sind, nachvollziehbar. Wer unbedingt Adressen mit dem Montana suchen will (und nicht mit seinem 100 Euro-Handy), muss wohl oder übel die City Navigator-Karten zusätzlich kaufen (ab 40 Euro für DACH). Man denke sich: Der arme Käufer eines T-Gerätes hat dann drei Karten dreimal bezahlt: Die eingebaute Basiskarte (oder beim t-Modell die nicht updatefähige Freizeitkarte, die Topo, und die Straßenkarte. Das ist in Zeiten von Kostenlos-Karten auf Smartphones nicht mehr vermittelbar.

Kompass: Wir haben zum Testen ausgerechnet den Cache “Der magnetische Nordpol” von Mystphy gemacht. Er bietet zwar keine Todesmagneten zum Selbstversuch, aber immerhin reichte es, um den im Montana eingebauten Kompass so zu irritieren, dass er beständig in die falsche Richtung wies. Eine Neukalibration war – im Gegensatz zu Foren-Gezeter über einige Modelle mit älterer Firmware – ebenso einfach wie wirkungsvoll.

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Bild: Verwirrter Magnetkompass zeigt nach links, während der Peilstrahl leicht rechts vorschlägt. Eine Neukalibration des Kompasses brachte das wieder in Ordnung.

Kamera: Unter einer runden, rund 15 Millimeter großen Öffnung liegt geschützt das Objektiv der 5 Mega-Pixel-Kamera (nur bei den 650er Montanas!). Die ist gegenüber dem Oregon erheblich verbessert und hat nun einen Autofokus: Wenn der recht große Fokusrahmen grün eingefärbt ist, wird durch das Loslassen des Auslösers mit einem annehmbaren Beweisfoto belohnt. Für Fotos bei schwachem Licht gibt es einen Extra-Modus, der es teilweise mit dem Luminanzrauschen ein wenig übertreibt und teilweise Bildbereiche einfärbt (siehe Bilder). Trotzdem: Wer keine richtige Kamera mitschleppen will, kann damit prima „Beweisfotos“ beim Earthcache schießen oder das Ehrenkodex-Foto am T5er. Und: Hinweise in Multicaches. Was sich ksmichel noch wünscht: Es ist genug Platz auf dem Display, eine kleine kleine Anzeige (grün/gelb(rot)) zum Signalisieren des GPS-Empfangs einzubauen. Dann sieht man sofort, ob für das Geotagging ein GPS-Signal verfügbar ist.

Garmin Montana 650t: Das Foto zeigt in der Mitte einen roten Farbstich an den Rändern einen grünen

Bild: Rotstichige Mitte, Grünstich am Rand

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Bilder: Geotagging: links ein angewähltes Icon. Es zeigt, dass hier ein Foto gemacht wurde. Rechts das Foto und die Aufnahmedaten

Barometer: Die Druckdose im Garmin ist überraschend genau. Und endlich ist es auch wieder möglich, auszuwählen, ob statt der barometrischen auch die GPS-Höhenmessung verwendet werden soll. Die ist zwar nicht so genau wie eine gut kalibrierte Messung über die Barometer-Funktion, aber: Wer mal im Flugzeug scherzeshalber eine Höhenmessung macht, wird den Unterschied bemerken. Bei reiner Barometermessung fliegt das Maschinchen aufgrund des abgesenkten Kabinendrucks nämlich ständig auf etwa 3000 m Höhe. Der Vergleich der Montana-Barometer-Werte mit den Messwerten von Wetterstationen ergab eine erfreuliche Übereinstimmung.

Kartenaufbau: Beim Verschieben der Karte gibt’s kaum noch Wartezeiten, selbst bei hoher Detaillierung. Im Menü ist gleichwohl ein Punkt namens “schneller Kartenaufbau” enthalten: Gefühlt schoben sich die Karten aber auch ohne Aktivieren dieses Punktes schnell genug. Aus dem Handbuch war auch zu entnehmen, dass die Deaktivierung des beschleunigten Kartenaufbaus die Akkulaufzeit verlängert. Empfehlung daher: Ausgeschaltet lassen.

Handbuch: Auch im Montana befinden sich das ausführlichere Bedienhandbuch (OM.pdf) und die Schnellstartanleitung (QSM.pdf) im Gerätespeicher (Garmin/files/PDF). Die Handbücher liegen in vielen Sprachen vor, jeweils als PDF. Die sollte man sich auf seinem Rechner ablegen, Es lohnt sich: Beim Experimentieren mit dem Gerät kann man sich die Anleitung dann am PDF-Reader parallel anschauen.

Software: Die Firmware (aktuell 3.10) ist schon recht rund. Angenehm ist beispielsweise der Schubladen-Modus. Erst in zweite Linie gebrauchte Dinge werden einfach in eine zweite Einstellebene verfrachtet, die sich durch Antippen eines kleinen Pfeils am unteren Bildschirmrand öffnet. Sollte man dann der Meinung sein, dass man den einen oder anderen Punkt häufiger braucht, kann man ihn durch Ziehen und Ablegen auf dem Hauptbildschirm platzieren. So hat man etwa beim Cachen ruckzuck Zugriff auf die Kamera. Zu gelegentlichen Abstürzen kommt es dennoch: Etwa wer versucht, einen Direktzugriff für die geführte Navigation nach Hause im Geocaching-Modus mit aktiver Topo zu aktivieren. Das Gerät ging  im Test reproduzierbar einfach aus.

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Bilder: Die Schublade öffnet sich, wenn man auf den Pfeil nach unten tippt. Die Kamera war in diesem Beispiel ursprünglich “in der Schublade”, wurde dann durch Ziehen und Ablegen auf den ersten Bildschirm verschoben.

Geocaching: Im Handbuchzettel verschweigt Garmin die Existenz des von den weitaus meisten Cachern benutzten Portals geocaching.com, verweist stattdessen auf das eigene opencaching.com. Auch auffällig: Obwohl der Montana eine Kopfhörerbuchse und eine ordentliche Sprachausgabe darüber hat, gibt es keine Wherigo-Funktion. Für den Cacher gibt es hingegen zwar noch einige Verbesserungswünsche, die zunächst vorliegende Firmware 2.70 erlaubte aber schon einen ganz guten Workflow: Bis zu 12000 (zwölfTAUSEND) Caches passen aufs Gerät, genug auch für ein längeres Wochenende.

 

Geocaching: Praxis-Test

Frau töse brennt nun darauf, endlich mit dem Montana loszuziehen. Doch halt! Vorher muss es erst eine Standardprozedur durchlaufen:

1. Gerät registrieren, Firmware-Update machen: Garmin bringt recht häufig Fehlerkorrekturen und neue Funktionen fürs Gerät als Firmware-Update heraus. Wie es geht, steht zum Beispiel hier: http://www.youtube.com/watch?v=hz3xn8f2cKA

2. Grundeinstellungen einrichten: Da Frau töse bereits Erfahrung mit dem Dakota und dem GPS MAP 62s hat, fällt die Bedienung nicht schwer. Generell gilt, wer schon andere Garmin-Geräte bespielt hat, findet bestimmte Funktionen recht schnell. Aber Neulinge in Sachen GPS benötigen wohl eine Einarbeitungszeit, bis sie das System der Benutzerführung verstehen. Die dürfte aber nicht so lang sein, denn vieles ist – auch mit Hilfe des Handbuchs – schnell zu finden.

Das Montana stellt sich alligateuse so ein, dass sie damit gut cachen gehen kann, aber auch bei Bedarf damit Autorouting machen oder mal eine Wandertour planen kann. Alles ist möglich. Realisiert wird das am sinnvollsten über die verschiedenen Profile, so dass dann nur noch per Schaltflächendruck ein anderes Benutzerprofil gewählt wird und dann sämtliche darauf hinterlegten Einstellungen aktiviert werden.  Es sind einige Profile vordefiniert, z.B. „Freizeit“, …., und auch „Geocaching“. Es lassen sich aber auch gänzlich neue Profile anlegen und sie nach Gusto benennen.

Aber auch wenn beispielsweise das „Geocaching“-Profil schon hinterlegt ist, möchte alligateuse dennoch die Einstellungen an ihre Bedürfnisse anpassen, also Farben auswählen, die Kartenausrichtung einstellen, die Datenfelder, die auf Wunsch angezeigt werden, bestimmen, die Anzeige steuern, usw. Die Einstellungen listen unter anderem System, Anzeige, Töne, Karte, Tracks, Seitenfolge, Einheiten, Uhrzeit, Positionsformat, Richtung, Höhenmesser, Routing, Profile, etc. auf. Nach Anwahl eines Listenpunktes und Bestätigen mit ENTER erscheint dann jeweils eine spezifische Anzeige oder ein Menü.

3. Sprachdatei austauschen bzw- verbessern: Die Original-Sprachdateien sind mit Verlaub gesagt, grottig, vielleicht von einem Amerikaner verfasst, der glaubt, er könne deutsch (Stichwort “Verfolgbare Elemente”). Die gute Nachricht: Die Sprachdateien mit der Endung .gtt im Gerätespeicher (unter Garmin/Text) können  editiert werden. Dazu einfach die Datei mit einem Texteditor öffnen und anpassen. Dann zurück speichern. Sinnvollerweise sollte die Ursprungs-Sprachdatei vorher gesichert werden. Meistens dauert’s nicht lange, bis jemand die Datei von Garmin nach Deutsch übersetzt hat..

4. Geocaches/Wegpunkte auf das Gerät übertragen: Zum Cachen braucht man Geocaches auf dem Gerät. Frau töse und Herr ksmichel machen die Cache-Verwaltung mit GSAK . Mit dem Universal-Makro GarminExport.gsk, welches für alle neueren Garmin GPS-Geräte (Colorado, Dakota, Oregon, GPSMAP 62, Montana) angewendet werden kann, werden die Caches und die dazugehörigen Wegpunkte übertragen. Die Anwendung dieses Makro ist für alle Geräte gleich, nur die Zahl der Geocaches, die auf das GPS gespielt werden können, ist unterschiedlich, beim Montana sind es, wie gesagt 12000.

 

Cachen gehen – ein paar Eindrücke bei Multis

Wer schon ein Garmin-Gerät besitzt oder damit schon mal rumgespielt hat, wird sich auch beim Cachen schnell zurecht finden. Die Abläufe für das Suchen und Loggen eines Geocaches sind doch immer wieder sehr ähnlich.

Die erste Bewährungsprobe soll das Montana bei einem Multicache bestehen. Wichtig wäre dabei, dass das Hin- und Herschalten zwischen Beschreibung und Navigation flüssig und wenig umständlich verläuft. Außerdem müssen im Verlauf des Multicaches auch Wegpunkte angelegt werden können. Dafür gibt es im Montana wie schon im Dakota und Oregon eine spezielle Funktion. Ob im Montana wohl Verbesserungen eingeflossen sind?

Das Geocache-Menü ist von anderen Garmins bestens bekannt, Für Garmin-Neulinge ist es am Anfang sicherlich etwas aufwändiger, weil sie sich zunächst in die Garmin-Bedien-Philosophie reindenken müssen. Das ist aber bei keinem anderen GPS besser. Die grundlegenden Dinge findet man schnell, für die Feinheiten braucht man länger.

Also erstmal über das Geocache-Symbol auf der Startseite einen Geocache aufrufen, in der Liste oder über die Suchfunktion, und als Ziel ansteuern (auf Los tippen).

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Bilder: Die Geocache-Liste zeigt auch Symbole für die Cache-Arten sowie die Himmelsrichtung. Per Suchfunktion (rechts) lässt es sich auch nach Wegpunkten und Wegpunkt-Codes suchen.

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Bilder: Links:Das Geocaching-Menü, rechts: Die Kartenansicht mit eingeblendetem Geocaching- Dashboard

Klare Aufgabe: Nach Auswahl des Caches am besten erst einmal die Beschreibung lesen, damit man weiß, wonach man suchen muss. 😉 Im Geocache-Menü gibt’s auch die letzten Logs zu lesen, auf Wunsch auch den Hint. Und wenn er dann gefunden ist, lässt er sich auch mit Geocache loggen (eindeutig und besser als “Geocache suchen”) loggen. Beim Loggen kann man auch einen Kommentar eingeben, die großen Tasten machen es leicht. Diese Logdatei, die Fieldnotes, können später vom GPS kopiert und auf der Geocaching-Seite als Fieldnotes hochgeladen werden. Das funktioniert wie bei den anderen neueren Garmin-Geräten (ab Colorado).

Nachteil: Ruft man im Anschluss daran die Funktion “Nächsten Cache suchen” auf, wird einem nicht etwa eine Liste der Caches in der Umgebung angezeigt, aus der man sich dann einen aussuchen könnte. Es wird auch nicht einfach stumpf der nächste nicht gefundene Cache angezeigt, nein, es ist kaum zu glauben: Es wird der bereits gefundene Cache als nächster Cache aufgerufen. Das ist natürlich völlig sinnlos. Nachbessern, aber flott!

Nun ist zunächst mal die erste Station des Multis eingestellt. In den oberen Bereich der Karte lässt sich das praktische Geocaching-Dashboard.  Das gefällt beim Suchen. Hier hat man alles Wichtige auf einen Blick und kann gleichzeitig die Karte sehen und dem Pfeil folgen. Es zeigt neben der Richtung und Entfernung auch die Schwierigkeits- und Terrain-Bewertung an, außerdem – sehr wertvoll – die Dosengröße. Für mehr Übersicht tippt man einfach auf den mittig am unteren Rand des Dashboards angezeigten Pfeil (siehe Bild), und schon klappt die Anzeige nach oben weg und mehr von der Karte wird sichtbar.

Nun stellen wir uns vor, der erste Hinweis des Multi ist entdeckt. Wie geht es weiter? So: Per Menü folgt die Auswahl von “Nä- Abschnitt eingeben”. Nach Antippen der Funktion kann man die nächste Position eingeben. Das ist mit einem Touch Screen schnell gemacht, viel schneller als mit einem Tastengerät. Nach Bestätigung ist die nächste Zielposition gesetzt und wird automatisch angesteuert. Was aber, wenn statt dessen eine Wegpunktprojektion gemacht werden muss, also etwa 210 Meter in Richtung 82 Grad? Dafür gibt es unverzeihlicherweise nach wie vor keinen Menüpunkt für eine Wegpunktprojektion.

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Bilder: Links die Koordinateneingabe. Die Tastenfelder sind recht groß. Rechts die Ansicht, wenn die nächste Station gesucht werden soll. Die Kartenansicht ist verpixelt, damit hier nicht gespoilert wird, ihr Schlingel! Übrigens: Die D/T-Wertung in der Kompassansicht wurde nicht aus der Cachebeschreibung übernommen.

Nicht so positiv aufgefallen ist, dass nach Eingabe des „Nächsten Abschnitts“ am Ziel nicht automatisch ein neuer Wegpunkt angelegt wird. Mit der Funktion „Nächster Abschnitt“ wird lediglich der aktuelle Wegpunkt an die neu eingegebene Position verschoben. Wieso soll das wichtig sein? Spätestens dann, wenn man die Positionen der Zwischenstation für die eigene Buchführung in GSAK (oder anders) braucht. Statt einzelner Wegpunkte für die Zwischenstationen wird lediglich der Wegpunkt für den Cache Stück für Stück bis zum Final verschoben. Muss man dann beispielsweise ein Hilfsmittel wieder zu einer Station zurückbringen, bleibt nur noch der Track, an dem entlang man sich dann zurückhangeln kann. Man sieht dann höchstens in starker Vergrößerung einen Tracklinien-Knubbel, wenn man sich irgendwo länger aufgehalten hat. Als dieses Verhalten erkannt war, reagierten wir, indem wir – wie gewohnt – an jeder Station händisch einen Wegpunkt speicherten. Da fragt man sich dann schnell, ob man die Funktion “nächster Abschnitt” überhaupt noch nutzen will. Wünschenswert wäre es, wenn bei jedem Anlegen einer nächsten Station automatisch ein neuer Wegpunkt erzeugt werden kann, der eventuell zur besseren Zuordnung mit einem Prefix aus dem Cachenamen benannt werden könnte, etwa “ENW2-S02” bis “ENW2-S12”. für den Cache GCENW2 mit zwölf Stationen. Damit wäre die Buchführung optimal unterstützt.

Nun noch einmal zur Frage: Was tun, wenn man eine Wegpunktprojektion machen muss? Dann muss – wie früher – zunächst ein Wegpunkt angelegt werden, um dann von diesem aus zu projizieren. Beim Projizieren muss man nach wie vor erstmal die richtigen Einheiten auswählen (Meter statt Yards). Ließe sich das nicht elegant über die Auswahl der Sprache beim Einrichten voreinstellen? So kostet das jedesmal Zeit. Hat man die Projektion eingegeben und ausgeführt, kann über „Bearbeiten“ und “Menü” das Menü für den Wegpunkt aufgerufen werden. Die Koordinaten merkt man sich und überträgt sie beim Multi im Menüpunkt „Nächsten Abschnitt“. Garmin – mal ehrlich: Umständlicher geht es kaum.

 

Jetzt aber: Powercachen mit dem Montana

Während es beim Suchen von Multis noch Luft nach Oben für Verbesserungen gibt, so ist das Montana für die Tradi-Tour ein prima Gefährte. Passend zum Thema wurde der Marathon-Powertrail http://coord.info/GC2Y344 zum Testen absolviert. Hier liegen die Dosen recht dicht beieinander, man hat kaum Zeit, zwischen den einzelnen Caches zu loggen und den nächsten Cache einzustellen. Ein optimaler Trainingsparcours also.

Schnelligkeit: Glücklicherweise ist die Menüdarstellung ganz fix, tipp tipp tapp, und schon ist der Cache geloggt. Bei einem Powertrail, der aus zig Traditionals besteht, sind ja immer wieder die gleichen Tippfolgen zum Loggen nötig, das geht schnell in Fleisch und Blut über. Lediglich in der Auswahl des jeweils nächsten Caches sollte man sich – wie beschrieben – nicht an die Vorschläge des Montana halten, sonst “sucht” man x mal den gleichen Cache Zwinkerndes Smiley

Ausdauer: Der Akkupack hat wie beschrieben gute 12 Stunden durchgehalten, obwohl das Gerät permanent im Einsatz war. Dabei war weniger die Beleuchtung ein Kriterium, sie war nur auf 10% eingestellt, aber es wurden etwa 160 mal Cache-Beschreibungen aufgerufen und geloggt. Sozusagen ein Stresstest Smiley

Genauigkeit: Die Suche mit dem Montana macht auch Spaß, weil das Gerät einen guten Empfänger besitzt und recht genau arbeitet. Größere Abweichungen waren nicht festzustellen. Dieses wurde nicht mit Messgeräten oder ähnlichem ermittelt, sondern es wurde ausschließlich einfach gesucht und mit verschiedenen anderen Garmin-Geräten verglichen. Es waren immer andere Cacher dabei, die mit dem Dakota 20, dem GPSMAP 62, dem Oregon 550 und auch dem Colorado unterwegs waren. Man darf weder Wunder erwarten, noch muss man den Montana schamhaft verstecken.

Anzeige: Das große Display ist bei diesem Gerät einfach DAS Herausstellungsmerkmal. Klasse ist die Übersicht, die man plötzlich damit hat. Während man sich beim Dakota wie im Mäusekino vorkommt, fühlt man beim Montana eher die amerikanische WeiteZwinkerndes Smiley  Das mühselige ständige Herumschieben des Bildes auf dem Touchscreen entfällt, weil man einfach viel mehr auf einmal sehen kann. Das ist sehr komfortabel und erleichtert die Cache-Suche doch an vielen Stellen. Schon nach kurzer Zeit möchte man das nicht mehr missen. Size does matter Zwinkerndes Smiley

Und sonst so – Meinungen zum Montana

alligateuse ist vom Montana ganz begeistert, aus verschiedenen Gründen. Besonders die Größe punktet und die sich daraus ergebende bessere Übersicht in der Cache-Anzeige. Auch das superschnelle Finden einer Position nach dem Einschalten hat beeindruckt. Wichtiger ist aber, ob man damit gut cachen gehen kann. Man kann!

ksmichel und alligateuse meinen: Mehr Übersicht und größere Schriften. Das ist toll und erleichtert auch denen die Bedienung, denen beim Bücherlesen die Arme zu kurz geworden sind. Den Komfort erkauft man sich aber mit recht hohem Gewicht. Schade, dass Garmin noch keine brauchbare Halterung zum Wandern hat. Noch etwas ärgerlich sind einige Fehler im Detail, Man darf aber auf Software-Updates hoffen – und auf eine Adresssuche in der Topo-Karte.

Und wie findet ihr euren Montana? Meinungen bitte in die Kommentare!

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