Jan
16
2012

Interview mit einem kommerziellen (auch-)Geocaching-Veranstalter

Die älteren erfahrenen Leser erinnern sich: Hier waren schon sehr lange Beiträge zu lesen, in denen ich warnend auf kommerzielle Geocaching-Angebote aufmerksam machte. Nun hat ausgerechnet ein solcher Veranstalter versucht, auf meinem Blog einen “freundlichen”, mindestens aber auf eine steigende Link-Popularität abzielenden Beitrag unterzuschieben. Ein Anlass, das Phänomen mal zu würdigen. Denn es wirft mehrere Schlaglichter auf unser nicht mehr ganz junges Hobby.


Als erstes erhielt ich eine freundliche Mail von einer Mitarbeiterin des Veranstalters – allerdings mit einer GMX-Privatadresse als Absender. Das ist immerhin seltsam. Sie stellte sich als verantwortlich für den Contentbereich “in Sachen GPS-Schatzsuche” vor und bot einen “sachlich informierenden Artikel zur Thematik” an. Als Dankeschön gebe es einen 50-Euro-Gutschein beim Veranstalter. Ich dachte: “Nachtigall!” Aber ich wollte das Trapsen dann schon hören, sagte also zu, mir den Text mal anzusehen, warnte schon mal vorsorglich vor der kritischen und verdammt pfiffigen Community, die über blödsinnige Geocaching-Texte blitzartig informiert ist.

Was kam, ließ meine Gesichtszüge entgleisen. Dennoch: Was kam, im Vollzitat, allerdings ohne Urheber (in diesem Fall bitte ich um Vergebung für diesen Guttenbergismus – er schützt auch die Verfasserin). Die Hervorhebungen durch mich kann man sich auf der Zunge zergehen lassen:

Zur Schatzsuche auf die moderne Art
Auch Erwachsene haben noch Abenteuerblut in den Adern und machen sich gerne auf die Schatzsuche. Mit einem modernen GPS Gerät ausgestattet geht die Suche nach dem Schatz los. Hier ist aber der Weg das Ziel. Auf der Schatzsuche läuft man nicht nur einfach dem GPS Gerät hinterher, sondern hat auch noch einige andere Aufgaben zu erledigen. Schatzkarten müssen gelesen werden und Rätsel gelöst werden. Nehmen Sie als Einzelkämpfer an der GPS Schatzsuche teil oder mit Hilfskräften. Einiges an Material zur Schatzsuche muss doch mitgenommen werden oder nicht? Wie gehen Sie die Schatzsuche an, wie Sherlock Holmes oder Hercule Poirot. Vielleicht haben Sie an Ihrer Seite auch eine Miss Marple, die mit ihrem scharfen Verstand so manches Rätsel löst.

Lassen Sie sich in die Welt des Abenteuers verführen und durchsuchen Sie mithilfe des GPS die Umgebung nach dem Schatz Ihres Lebens, dem Abenteuer. Die Suche wird natürlich nicht so leicht gemacht. Suchen Sie in der Tiefe des Bodens, in Mauervorsprüngen oder unter umgefallen Bäumen nach dem Schatz. Das GPS Gerät weißt Ihnen den Weg und die Entfernung zu dem Caches. Nur, der kürzeste Weg ist nicht immer der Schnellste. Es kann durch Bachläufe gehen, über Anhöhen muss vielleicht gekrochen werden, Felsbrocken überwunden werden und durch Dickicht gerobbt werden. Einigen aufregenden Situationen werden Sie auf der Suche nach dem Schatz schon begegnen. Die Suche kann natürlich auch verschärft werden, wenn zu der körperlichen Anstrengung auch noch kniffelige Rätsel auf den Schatzsucher warten oder komplizierte Karten gelesen werden müssen. Trotz allem wird die GPS Schatzsuche Sie nicht mehr aus den Fängen lassen. Bewegung an der frischen Luft, Spaß und Abenteuer, das ist es, was der Mensch zur Abwechslung braucht. Der Alltag ist stressig genug und ein Abenteuer kann nicht schaden. Nicht nur als Einzelkämpfer sind Sie bei einer GPS Schatzsuche willkommen, auch der Rest des Detektivbüros ist herzlich eingeladen.

Na, danke! Ich schrieb zurück, was ich von dieser Zumutung von Text hielt – ich hatte ja damit gerechnet und wollte nun aber etwas Produktives draus machen. Ich schlug vor, dass mir der Veranstalter stattdessen ein paar Fragen beantwortet. Ich hatte mit keiner Antwort gerechnet.

8 Fragen, 7 Antworten

Zuerst kam nach etwas Hin-und-Her noch eine weitere – ziemlich vergurkte Form eines Textes, der hier nichts zu suchen hat: Denn wer hier mitliest, weiß, was Geocaching ist und braucht keine – ohnehin falsche – Erklärung mehr. Ich wollte aber wissen, was jemanden zu einem kommerziellen GPS-Suche-Angebot treibt. Meine Fragen an den Veranstalter wurden so beantwortet:

1. Wie viele Menschen nutzten eure Erlebnisangebote in etwa im letzten Jahr?

Eine genau Zahl darf ich dir nicht mitteilen. Bei ca. 10000 Besuchern am Tag haben wir dann doch schon die ein oder andere Anfrage im GPS Schatzsuchen Bereich. Wie bieten dies für Einzelbucher sowie Gruppen an. Wobei 90 % unser GPS Schatzsuchen Anfragen Gruppen sind. Dies sind dann Betriebsausflüge, Junggesellenabschiede, Vereinsausflüge etc.

2. In wie vielen Städten bietet ihr die GPS-Schatzsuche an?

In 38 Städten.

3. Warum ist der Preis für die Aktionen so unterschiedlich?

Nicht alle Angebote sind gleich da Sie von der Dauer unterschiedlich sind. Des Weiteren haben wir nicht in jeder Stadt einen Guide, sodass für manche Orte extra angereist werden muss. Demnach sind dann die Preise unterschiedlich.

4. Was treibt die Leute zu einem kostenpflichtigen betreuten Geocaching-Angebot?

Einzelbucher: Kennenlernen der Natur. Spaß in einer Gruppe haben. Kennenlernen neuer Menschen.Die meisten Anfänger haben sogar Angst sich zu verlaufen und wollen deshalb einen erfahrenen Trainer dabei haben. Bei Gruppen: Teamfähigkeit stärken. etc.

5. Gibt es Leute darunter, die ganz bewusst den Weg gehen, sich von professionellen Trainern das Geocaching erklären zu lassen? Und warum  wollen die das? Gibt es dazu Rückmeldungen von Teilnehmern?

Einzelbucher: Da meistens Anfänger unsere Schatzsuchen buchen, möchten diese einfach von einem professionellen Guide mit dem Thema vertraut gemacht werden.
Gruppen: Gruppen möchten natürlich immer einen professionellen Guide. Verschiedene Firmen möchten in der Regel sogar individuelle Routen mit individuellen Schätzen, die wir  nach Absprache mit dem jeweiligen Ansprechpartner ohne Probleme planen und durchführen.

6. Ihr übersetzt auf eurer Internetseite das Geocaching etwas kurz mit GPS-Schatzsuche. Ihr vergesst aber zu erwähnen, dass es beim Geocaching nicht einfach um das Ausräubern eines Schatzes geht, sondern um ein faires Tauschen, so dass der Cache auch nach dem Fund noch an Ort und Stelle verbleibt und für die nächsten Sucher genauso „wertvoll“ ist. Warum erklärt ihr das nicht gleich von Anfang an richtig?

Da dies nicht das Ziel bei unseren Schatzsuchen ist. Unser Ziel ist Teamfähigkeit und das Arbeiten im Team zu fördern. Des Weiteren natürlich, die Natur zu genießen oder, wenn eine Schatzsuche in einer Stadt stattfindet, die Stadt mit Ihren Sehenswürdigkeiten kennen zu lernen. Natürlich bauen wir dann kleinere Schätze in die jeweiligen Routen ein. Dies können z.B. Süßigkeiten, Getränke etc. sein. Die Teilnehmer dürfen diese Schätze dann natürlich behalten.

7. Wer betreut die Gruppen in eurer GPS-Schatzsuche? Sind das Geocacher
oder haben die noch eine weitere Ausbildung, etwa als professioneller Trainer?

Sowohl als auch. Da wir mit mehreren Guides zusammenarbeiten sind die Qualifikationen natürlich unterschiedlich. Allerdings wird jeder Guide von uns anonym getestet, da wir einen hohen Wert auf Professionalität legen.

8. Ihr tretet auch an Blogs heran und versucht auf diesem Wege, bekannter zu werden. Ist das bloßes Suchmaschinenmarketing oder glaubt ihr, über soziale Medien besser Ihre Zielgruppe zu erreichen?

Keine Antwort

Die fehlende letzte Antwort ist aber wohl der Schlüssel. Denn natürlich überschwemmen Angebote dieser und ähnlicher Art die Mail-Konten vieler Blogschreiber. Einziges Ziel ist das Anheben der Linkpopularität bei Google, damit das Angebot in den Suchmaschinen an früherer Stelle angezeigt wird. Links in Blogs werden nun mal höher bewertet als solche auf hastig zusammengestoppelten Brückenseiten.

Wer sich jetzt fragt, warum ich den Veranstalter nicht nenne, findet im letzten Abschnitt die Antwort darauf. Eine Firma, die mit dem Wort “Geocaching” wirbt, das ganze aber falsch erklärt (und damit noch bei Jagd und Forst Flurschaden anrichtet) muss ich nicht noch durch Linksetzung unterstützen. Soviel sind mir Erlebnisse, die einmalig sind, einfach nicht wert. Ich weiß nicht, wie es bei den anderen GC-Blogs aussieht, aber mittlerweile bekomme ich ähnliche Angebote im Wochentakt. Immer wieder geht’s drum, „freundliche“ Artikel unterzubringen. Aber ich mach’s nicht – lieber ein paar Monate Content-Ebbe als das.

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22 Comments »

  • ElliPirelli sagt:

    Danke für Dein kritisches Hinterfragen. Und schön, daß da doch Antworten kamen, auch wenn die eindeutig zeigen, daß da jemand wenig Ahnung vom Cachen wie ich es kennengelernt habe hat und eigentlich nur einen vermeindlichen Trend geschäftlich nutzen will.
    Schade, daß es solche Zeitgenossen gibt.

    Gruß, Elli

  • museion sagt:

    Der Text, der online gestellt wurde, klingt, als ob ein 10jähriger ihn geschrieben hätte, wobei ich jetzt den 10jährigen nicht beleidigen möchte. Als Kunde würde ich davon sofort Abstand nehmen …..
    Einen Trend zu nutzen ist eine Sache, ihn zu verschandeln eine andere. Ebenso kann ich Flurschäden nicht unterstützen. Gut, daß Du den Eintrag nicht einfach so zugelassen hast. Eine GPS-Schatzsuche ist nicht gleich Geocaching – ich frage mich, welcher echte Geocacher bei so einer Kommerzialisierung mitmacht. Da würde ich ja schon einmal die Definition richtigstellen wollen.
    Gruß, museion.

  • Jörg (DWJ_Bund) sagt:

    Schönen Dank fürs Aufgreifen und Offenlegen, Michael. Auch hier bei uns schlagen eine Menge Anfragen und (un)seriöse Angebote auf, die wir allsamt ablehnen bzw. einfach ignorieren. So manch „Stratege“ glaubt offenbar, mit dem vermeintlichen Hypewort Geocaching-Schatzsuche einfach gute (touristische) Geschäfte machen zu können. Wenn eigene Infrastruktur und vernünftige Planung dahinterstecken, mag das ja noch angehen, so wie bei den meisten Bildungsangeboten rund um die Methode Geocaching auch. Aber bei manchen kommerziell geprägten Anfragen wird gleich deutlich, dass die vorhandene (fürs Unternehmen natürlich kostenfreie) Dosen-Infrastruktur des Spiel Geocaching fürs Vermarkten vereinnahmt und eingeplant wird!

    Viele Grüße
    Jörg
    Deutsche Wanderjugend

  • Chris Race sagt:

    Es gibt also doch noch Blogs, die nicht auf jedweden Geldverdien-Zug aufspringen, sei es durch sinnlose (Werbe-)Artikel oder dubiose Affiliate-Links.

    Danke!

  • OT sagt:

    Grundsätzlich ein guter Beitrag. Dennoch finde ich die kommerzielle Nutzung von Geocaching nicht verwerflich. Für mich hört sich das so an, als wenn der Veranstalter eigene Multis anlegt. Somit wäre das reine Schatz heben auch in Ordnung. Das ist natürlich eine andere vorgehensweise als das sonstige Geocaching, aber warum soll ein kommerzieller Anbieter keine Varianten anbieten. Auch das Geocaching wurde mal als Variante zur reinen GPS-Gerätenutzung erfunden. Unser erstes GPS-Gerät war so groß wie ein Turnschuh und diente uns für die Navigation auf dem Boot, da war von Geocaching noch jahrelang nichts zu hören. Bis einer auf die Idee kam und das spielerisch einzusetzen. Der Entwicklung folgend, finde ich halt kommerzielle Nutzung und weitere Auslegungen der Schatzsuche gut. Wer weiß was noch alles für tolle Ideen entstehen – Meine Meinung –

  • klara sagt:

    Auch ich möchte hier meine Meinung genauso einfach sagen, wie die anderen: Seit froh, dass es auch noch professionelle Veranstalter gibt, dadurch kommt Geocoaching nicht in Verruf – sondern es gibt vielleicht dann auch noch Leute, die sich wirklich dafür interessieren. Euer Kommentar zu der Sache – ganz erhlich? Arrogant, besserwisserisch und kindisch! Gut dass Ihr sowas nicht macht und NEIN – ihr habt hier ja keinerlei kommerzielles Interesse – niemals – ist ja nur ein mieser kleiner Blog – gut das die Meinungen frei sind

    • ksmichel sagt:

      Danke, Lisa, Klara oder wie immer du auch wirklich heißt. Schön, dass du eine solche, leicht wiederzuerkennende Schreibe hast 😉 Beleidigte Blogmarketer find ich interessant. Ganz liebe Grüße

  • Usch sagt:

    Hallo Michel,
    Sie scheinen ein sehr alter verbitterter Bär zu sein, sorry. Es geht weniger darum, was GPS-Coaching wirklich ist, sondern darum eine Art zu finden, Menschen auf etwas aufmerksam zu machen. Anscheinend fehlt es Ihnen an Fantasie. Zu bedauern sind Sie allemal, Sie scheinen schon das Kind im Mann vor Jahren verloren zu haben. Ich kann Menschen wie Sie nur bedauern, Ihnen fehlt es an Lockerheit und Großzügigkeit. Denken Sie bitte darüber nach, dass solche Berichte nicht nur von Fachidioten wie Ihnen gelesen werden, sondern auch von Kindern, Jugendlichen und von Menschen die noch Lebensfreude besitzen und nicht alles so verbissen sehen wie Sie. Sollte der Bericht von einem 10jährigen geschrieben worden sein, kann ich ihn nur beglückwünschen, der Junge hat Fantasie. Könnten Sie sich auch über andere Themen so äußern oder lässt Ihr Horizont nur GPS-Coaching zu? Keine Angst ich heiße nicht Lisa oder Klara. Ich beschäftige mich nur seit Jahren mit der GPS-Schatzsuche.

    • ksmichel sagt:

      Hallo Usch, nein, so alt bin ich nicht. Verbittert auch nicht, zum Lachen gehe ich auch nicht in den Keller. Da Sie mich aber nicht kennen, sind solche Vermutungen auch nicht produktiv, vielleicht sollen sie aber helfen, mich in eine gewisse Soziopathen-Ecke zu stellen? Wer mich kennt, weiß: Ich habe noch viele andere Dinge, für die ich mich interessiere, sogar mit Kindern zu tun und sogar schon GPS-Workshops gemacht. Ich habe mehr als einen Menschen zum Geocaching gebracht, dazu auch Artikel geschrieben und in den Anfangsjahren sogar ein wenig bei der Pressearbeit von geocaching.de geholfen. Was Öffentlichkeitsarbeit für ein Hobby ist, kann ich beurteilen, denke ich – auch weil ich selbst im Medienbereich arbeite.

      Und ich glaube, man kann als Kommerzanbieter für Geocaching lockere und gute Arbeit machen und dabei dennoch mit einer echten Flagge segeln – wie es etwa Geobound in Hamburg tut. ich finde es auch gut, wenn sich Leute erst mal professionell in GPS-Geräte einweisen lassen können, bevor sie damit irgendwas tun.

      Ein Problem habe ich mit Leuten, die aus Geschäftsinteresse Flurschaden in der Öffentlichkeit anrichten (wie der Veranstalter dieser GPS-Suche, der in dem Entwurf für mein Blog beschreibt, dass man auch durch Gebüsche kriecht etc. pp.).

      Vielleicht kam der Werdegang der Geschichte nicht ganz rüber. Also: Ein Marketer bietet einem Geocaching-Blog (also ein Blog für Geocacher, nicht für unwissende Muggels!) an, einen Post abzudrucken, der inhaltlich, stilistisch und – am wichtigsten! – von der Zielabdeckung so daneben ist wie nur irgendwas. Ich will nun aber nicht – wie ein böser Bär – mich in meine Höhle zurückziehen, sondern an den Honig. Also frage ich, ob er denn mal für meine Leser erklären kann, warum es kommerzielle Angebote gibt (die ich für durchaus legitim halte!) und wer diese nutzt. Dann möchte ich nach einer Zusage dafür auch Antworten, die dem Leser einen Erkenntnisgewinn bringen. Als Blogbetreiber darf ich mir das wünschen und entsprechend entscheiden, was rein kommt und was nicht.

      Dass ich hier niemanden persönlich vorführen will, sollte daraus deutlich geworden sein, dass ich keinen Anbieter nenne und auch keinen kompletten Namen. Mir geht es nur um eins: Die Blogmarketer sollen sich verdammt noch mal endlich anschauen, wen sie für welches Thema ansprechen – nicht nur nach schematischer Schüler-Praktikanten-Auswahl nach dem Pagerank und irgendwelchen Blogverzeichnissen gehen. Ich bin da echt kein Einzelfall: Viele meiner Freunde werden ebenfalls immer wieder angesprochen, völlig unpassende Dinge zu bewerben. Hier war es einfach mal ganz besonders unprofessionell. Und daher habe ich dies mal veröffentlicht, nach dem ich einige Dutzend dieser Anfragen nur per Mail abschlägig beantwortet hatte.

  • Besserwisser sagt:

    Hui, da wird sich aber gezofft! :)

    Die Diskussionen zeigt aber (meiner Meinung nach) auf beiden Seiten von einer gewissen Ignoranz.

    Dem Blogbetreiber gebe ich an bestimmten Stellen recht und es ist tatsächlich schade, dass viel „professionelle“ Veranstalter lieber mal drauf los veranstalten, als sich mit einem Thema auseinanderzusetzen.

    Den anderen gebe ich auch aber auch recht: Sehr schade, wenn auf einem Blog zu 80% gemotzt wird, weil einer meint, er sei der Allheilsbringer. Nobody’s perfect. Und Meinungen gibt es auch verschiedenenererere.

    Ganz toll wäre es, wenn jeder mal ein Bisschen toleranter wäre und andere einfach auch mal Mensch sein lässt. Wer im Glashaus, … Ein jeder kehr zuerst… Der von Euch ohne Sünde…

    Aber so sind die die Menschen (und die Deutschen ganz besonders). Da wird gemotzt, gemotzt, gemotzt.

    Übrigens: Schön, dass es Euch gibt. Die Sonne schein. Geht doch einfach raus und genießt das Leben. Das mache ich jetzt! :)

    • ksmichel sagt:

      Also: Hier gibt’s bestimmt nicht nur Motzerei, sondern auch viel Produktives FÜRs Geocachen. Und zum Thema Toleranz: Mich erreichte schon eine – sagen wir mal – „Aufforderung“, meinen Beitrag zu löschen – und zwar bis zum 31.1.

      • Besserwisser sagt:

        Aber keineswegs, wir haben doch die gute alte Meinungsfreiheit. War lediglich ein Aufruf zu „Love, Peace & Ice Cream“, zu mehr Toleranz und zur Selbstreflektion…

        Des Weiteren sind 80% nicht 100% – insofern verstehe ich das Gemotze nicht… Hihi! :-)

        Und wie gesagt, ich bin der letzte, der nicht zugeben würde, dass unser Hobby bisweilen vergewaltigt wird. Aber das weiß inzwischen jeder. Schade finde, ich dass jeder den Experten raushängen lässt, aber keiner wirklich etwas tut. Da wird über’s GPS, Taschenlampen, undichte Dosen etc. hergefallen, aber keiner macht es besser. Und wenn Müll über’s Geocachen geschrieben wird, sind die Journalisten schuld. weil die nicht anständig recherechieren. Nur steht Ihnen keiner Rede und Antwort, weil sich keiner traut. Und die paar, die sich trauen, bekommen erst recht auf die Mütze. Wie arm!

        So. Jetzt aber mal Schluss, die ganze Diskussion führt ja zu nichts. Ich bin raus – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Da gibt’s ein paar Guten-Morgen-Dosen, die auf mich warten…! :-) :-) :-)

  • Phil sagt:

    Ein guter Artikel darüber, wie manche Personen oder Unternehmen versuchen aus unseren Hobby Geld zu schlagen und das ganze noch mit illegaler Schleichwerbung publik machen wollen. (Artikel für die man eine Gegenleistung erhält müssten nämlich sonst als Anzeige gekennzeichnet und der Wert der Gegenleistung versteuert werden.)

  • tommyto23 sagt:

    Interessanter Beitrag. Vielen Dank für den Einblick in die Dinge, von denen man als Leser in der Regel nichts mitbekommt. Ist doch wirklich fair gemacht, der Anbieter wird hier nicht beim Namen genannt.
    Ich kann an solchen Marketing-Aktionen vom Grundatz her erstmal nichts Verwerfliches erkennen. Es ist ja schließlich immer noch der Blogger, der solche Aktionen durchgehen lässt oder eben in den Mülleimer schmeißt. Das ist Tagesgeschäft, wenn man sich in der Öffentlichkeit und in den Medien bewegt.
    Man muss also in jedem Einzelfall prüfen, ob die Veröffentlichung für einen selbst Sinn macht. Es gibt bestimmt kommerzielle Angebote, die man auch mal präsentieren kann. Ich könnte mir das allerdings in Sachen Geocaching persönlich nie vorstellen.
    Der hier vorgestellte Fall ist aber wirklich über alle Maßen peinlich. Wer würde denn ausgerechnet einem Veranstalter Geld nachwerfen, der sich so unprofessionell präsentiert? Dieser Text würde das Image des Blogs belasten und viel über den Blogger verraten.
    Ach so, ja: und sehr amüsant ist diese Geschichte natürlich auch.

  • ElkeS sagt:

    Hallo, das war ja jetzt alles recht interessant zu lesen. Nun bin ich anscheinend ein richtiger, echter Muggel (d.h. null Ahnung) und suchte für unsere Gruppe eine interessante und spannende Unternehmung für den (hoffentlich) kommenden Sommer. Als erstes bin ich bei „Jochen Schweitzer“ auf dieses Event (böses Wort, gell) gestossen, danach landete auf dieser Seite, weil ich nach Infos und – möglichst seriösen – Alternativen zu JS suchte. Jetzt brauche ich Hilfe – ist es falsch, in unserem Fall nach kommerziellen Angeboten zu suchen? Lieber ksmichel, Du hast im obigen Text (kam mir das nur leicht ironisch vor?) gefragt, was das für Leute sind, die sich an kommerzielle Anbieter wenden und warum. Also: Wir sind 7 Kollengen, die gern etwas in der Natur unternehmen (wenn es geht ohne über Wildschweine zu fallen und Rehe zu schockieren), MUGGEL sind und tatsächlich kein eigenes GPS-Gerät besitzen. Auch möchten wir uns nicht aus Versehen in einem andersprachigen Gebiet wiederfinden. Was würdest Du uns raten – ist JS ok oder hättest Du eine andere Idee für uns (außer zu Hause zu bleiben!)? Liebe Grüße!

    • ksmichel sagt:

      Hallo Eike, Prima, dass du dich hier beteiligst. Das war genau die Frage, die ich gerne mal beantwortet hätte. Normalerweise ziehen es die meisten vor, einfach mal mit einem Geocacher mitzugehen und sich dann Stück für Stück der Materie anzunähern. Dass es Leute gibt, die lieber eine professionelle Einweisung in die Gerätetechnik etc. pp. wollen, halte ich – wie ich schon schrieb – für legitim. Ich habe mir spezielle Angeltechniken auch in einem Kurs beibringen lassen, auch wenn man sie auch ohne lernen kann.

      Die Frage, welcher Anbieter dafür in Frage kommt, kann ich dir nicht seriös beantworten. Die Anzeichen für einen seriösen Anbieter sind aber sicherlich zu erspüren. So sollte ein Anbieter die Gruppengröße nicht zu groß wählen. Geräte sollten außerdem für jeden Teilnehmer verfügbar sein. Mir wäre es wichtig, vorab zu wissen, was bei einer solchen Veranstaltung alles vermittelt wird und wie sich das Ganze zeitlich gliedert. Vielleicht hilft es auch, einen möglichen Anbieter im Zusammenhang mit Begriffen wie „Nepp“, „unprofessionell“ oder ähnlich abzugooglen und zu versuchen, anderweitig noch ein paar Erkenntnisse zu sammeln. Vielleicht hat der Anbieter ja auch eine Facebook-Seite oder eine Möglichkeit, in der Kunden Ihrer (Un-)Zufriedenheit Ausdruck verleihen können.

      Nochmals, damit es ganz klar ist: Mit sind kommerzielle Angebote recht, die Geocaching so gut erklären, dass ein „Absolvent“ nicht nur Spaß dabei hatte, sondern auch später mit seinen Erkenntnissen in der Community nicht aneckt, weil er wichtige Dinge nicht erfahren hat – etwa, dass in einem Cache Lebensmittel nichts zu suchen haben, da sie unter Umständen von Wildtieren gefressen werden.

      Allzeit immer ordentlich Satelliten in guter Position am Himmel wünsche ich euch!

      • ElkeS sagt:

        Vielen Dank für Deine nette Antwort und die Info! Sollten wir uns entscheiden, das Angebot bei Jochen Schweitzer (49 € pP, Gruppe 4 – 20 Pers., aufgeteilt in 2 Gruppen, Einweisung 1 Std.) oder bei wem auch immer mitzumachen, werde ich hier auf jeden Fall berichten, ob es für uns Anfänger ok war und wie es von dem jeweiligen Anbieter gehandhabt wird. Liebe Grüße und viele spannende Unternehmungen!

        • ksmichel sagt:

          Das würde mich sehr freuen! Ich kenne die Firma aus anderen Zusammenhängen (vom Tauchen) und weiß, dass sie Veranstaltungen meist so anbieten, dass sie Gutscheine vermitteln, mit denen man dann eine Leistung bei einem Unternehmen vor Ort einlösen kann. Ich habe zum Beispiel öfters mal Schnuppertaucher, die mit einem JS-Gutschein zahlen. Daran erkennt man natürlich auch, dass die Qualität der Veranstaltungen sehr unterschiedlich – je nach örtlichem Unternehmer – sein kann. Aber ich bin sehr gespannt, wie es euch grundsätzlich gefallen hat und würde das gern hier lesen.

  • ElkeS sagt:

    Hallo ksmichel, wie im Februar versprochen möchte ich Dir nun eine Rückmeldung zu unserem „Geocaching-Schnupper-Ausflug“ geben. Wir haben es nicht über bei JS, sondern bei einem bei einem Anbieter in unserer Region „Pfalz aktiv“ gemacht. Es war ein voller Erfolg,es wurde auf unsere Gruppe abgestimmt und keine vorhandenen Caches, sondern kurz vorher für uns angebrachte verwendet (so wird erstens nichts bereits vorhandes durcheinandergebracht und zweitens ist dort, wo wir waren, nichts vorhanden), das mit den Koordinaten wurde gut erklärt. Aus den Koordinaten wurden teilweise auch kleine Rätsel gemacht, zB. die Zeichen der Handytastatur angegeben – welche Ziffern gehören dazu (nur mit Smartphones bewaffnet gar nicht so einfach)oder mit Elementen aus dem Periodensystem – die einzelnen Ziffern waren hier die Gruppe etc.
    Der „Schatz“ war dann für uns zum mitnehmen.
    Der junge Mann (Natur- und Wanderfreak), der uns begleitet hat, konnte uns viel zum Thema und über verschiedenen Strecken erzählen.
    Das ganze hat mit dem „richtigen“ Geocachen vielleicht nur am Rande etwas zu tun, aber ich denke, dass bestimmt der eine oder andere von uns neugierig wurde und sich näher mit diesem Hobby beschäftigen wird!
    Viele Grüße, Elke S.

    • ksmichel sagt:

      Hi Elke, das ist doch prima. So klingt das doch ganz gut. Machbar und appetitmachend. Ich hoffe, ihr hattet alle Spaß und vielleicht sieht man sich ja mal draußen irgendwo.
      Grüße,
      Michael

  • Patrick sagt:

    Hm ich muss ehrlich sagen, dass der Beitrag für mich auch etwas arrogant rüber kam. Kommerzielle Anbieter gibt es in so vielen Bereichen und wer hätte gedacht, dass Klettern mal kommerzialisiert wird, oder Ski fahren, oder Schneeschuh wandern, oder oder oder…

    Das ist der normale Lauf der Dinge und ich finde es völlig in Ordnung, wenn es dabei um etwas geht, was den Menschen näher zur Natur bringt. Ich gehe nicht davon aus, dass bei dem oben genannten Anbieter kein Wert auf Naturschutz gelegt wird. Sowas wäre doch arg imageschädigend oder?

    Das der allgemeine Geocacher sowas nicht gut findet, kann ich total nachvollziehen, aber ich finde es ungerecht einen kommerziellen Anbieter deshalb zu verurteilen.

    Darüber hinaus gibt es sehr interessante Möglichkeiten mit großen Gruppen. Speedcaching wäre hier genannt, bei der es auch um Problemlösekompetenzen geht.

    Ich bin leider auch bei unkommerziellen Angeboten, sprich dem Cache auf GC oder OX, ins Gebüsch gekrochen. Ich finde eine Veröffentlichung auf GC kommt auf eine ähnliche Belastung wie ein Cache eines Erlebnisanbieters, wobei ich dem Geocacher eine allgemein stärkere Rücksichtsnahme zuspreche. Das Geocaching in solch komerziellen Angeboten von vorne bis hinten erklärt wird finde ich völlig übertrieben. Ich will auch in einer Stunde Kletterunterricht nicht alles wissen. Würde mich völlig überfordern.

    Eine Frage hätte ich noch. Warum benötigt jeder ein eigenes GPS-Gerät? 10 GPS Geräte funktionieren zum Beispiel nicht besser als 1. Über eine Antwort wäre ich doch sehr dankbar.

    • ksmichel sagt:

      Hallo Patrick,
      das ist ein Missverständnis. Es liegt mir fern zu verteufeln, dass es kommerzielle Veranstalter gibt. Ich habe selbst auch schon mal an kommerziellen Veranstaltungen dieser Art teilgenommen und so zum Beispiel das Canyoning so erleben dürfen. Wenn sie den Menschen alles Nötige vermitteln, und keine Traumfaselei betreiben, dann ist das okay für mich. Auch wenn ich, wie viele andere auch, nach dem explosiven Wachstum dieser „Trendsportart“ eher vermuten möchte, dass die Bestrebungen von Naturschützern dahin gehen, Geocaching unter freiem Himmel (in der Natur gar!) verbieten zu lassen. Aber das ist eine andere Problematik

      Was ich im Beitrag ansprach, ist die dilletantische Herangehensweise von SEO-Marketing-Agenturen, die den Vertrauensvorschuss von Blogs nutzen wollen, um darin mieses Werbe-Material unterzuschieben. Genau deshalb wollte ich statt des schlecht gemachten und miserabel getexteten Werbeblocks echte Infos vom Veranstalter haben. Sie sollten verstehen helfen, warum es solche Angebote gibt, an wen sie sich richten und wie sowas abläuft. Doch selbst die Antworten der Agentur darauf zeigten, dass sich die Agentur des Veranstalters offenbar überhaupt keine Gedanken gemacht hat, wie solche Events denn ablaufen sollen. Die Kunden bezahlen Geld dafür, bekommen Unsinn erzählt und beigebracht (Lebensmittel im Cache etc., Herumkriechen in Büschen) und glauben dann „das ist Geocaching“. Ich habe dezidiert etwas dagegen, dass Leute, die nicht erklären können, was Geocaching ist, Geld damit verdienen wollen, anderen zu zeigen, wie es geht.

      Wenn du dann noch weißt, dass solche „Bring einen tollen Artikel von uns und du bekommst xy“-Aufrufe selbst nach diesem Rant-Blogpost noch immer jede Woche bei mir aufschlagen, dann wird wohl jedem klar, dass die Süßholzraspelei („Wir haben dein Blog gelesen (!) und finden, dass er gut zu unserem Kunden xyz passt“) einfach nur Stuss ist. Es wird bloß nach dem Page-Rank geschaut und sonst gar nicht. Dafür, und nur für das miserable Social-Networking gab es hier meinen Unmut zu lesen.
      Viele Grüße,
      Michael

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