Jul
30
2010

Garmin GPSMAP 62s: Erste Gehversuche

GPSmap62s Was taugt das Garmin GPSMAP 62? In diesem kleinen Erfahrungsbericht zum neuen Garmin-Wander-GPS gehe ich, alligateuse, nicht auf technische Daten oder die Technik ein. Hierzu gibt’s schon an anderer Stelle viel zu lesen. Mir ist es wichtig zu vermitteln, wie mein erster Eindruck vom Gerät ist und wie man damit ohne große Umwege auf Dosensuche gehen kann. Logisch, das ist ja auch der Hauptzweck für Geocacher. Erst dann kommen bei mir die Feinheiten dran und weiteren Funktionen, die ich nicht sofort brauche. Idealerweise sollte das neue GPS sowas besser können als ein älteres. Und da ich in meinem Cacherleben schon ein Magellan Sporttrak, ein GPSMAP 60, ein GPSMAP 60Cx sowie ein Dakota 20 reichlich bespielt hatte, habe ich auch Vergleichsmöglichkeiten. Daher lasse ich in der folgenden Beschreibung das, was mir negativ auffällt, auch nicht unter den Tisch fallen.

Schon seit einigen Monaten bin ich Besitzerin eines Garmin Dakota 20. Ja, das ist dieses handschmeichelnde Gerätchen, mit dem ich zum ersten Mal in den Genuss eines Touch Screens beim Cachen gekommen bin. Eigentlich habe ich aber immer mein GPS 60Cx zum Cachen verwendet. Das Dakota hatte ich mehr oder weniger wegen der Beschreibungen dabei, gesucht habe ich aber lieber mit dem 60er. Der hat auch bei Power-Cache-Touren gegenüber den Oregons von Mitcachern in Sachen Genauigkeit immer gepunktet.

Aber nun hieß es Adieu, mein heiß und innig geliebtes Garmin GPS 60Cx. Es ist mir nach einer Wochenend-Cache-Tour leider vollends verreckt. Auskunft vom Service: Irreparabel. Etwas Neues musste also her, wollte ich nicht mit dem Dakota weitermachen. Sinnvollerweise entschied ich mich für den Nachfolger des 60ers und bestellte das Garmin GPSMAP 62s, mehr oder weniger auf gut Glück.

Dann kam es an 😉 Endlich durfte ich es sehen und anfassen:

Optischer Eindruck

Von der Optik unterscheidet es sich auf den ersten Blick kaum vom 60Cx. Je nach Modell ist eine andere Kontrastfarbe für die Gummierung in das Gehäuse eingearbeitet. Beim 62s ist das orangerot, beim günstigeren 62 gelb, beim teureren Gerät 62st ist es hellgrau. So sind die Geräte auf den ersten Blick voneinander zu unterscheiden, was ich gut finde.

Vorderseite

Von vorne sehen alle drei 62er-Modelle auf den ersten Blick quasi aus wie das 60er, wenn man von der Farbgebung absieht. Das Display ist etwa gleich groß. Es stehen 8 Tasten zur Verfügung, deren Anordnung der des 60ers entspricht. Die Tastenform ist nunmehr allerdings eckig. Der 4-Wege-Wahlknopf, im Handbuch Wipptaste genannt, ist auch eckig.

Der Knopf für das Ein- und Ausschalten sowie die Beleuchtung wurde von oben an die rechte Seite verlegt. Finde ich besser, weil besser erreichbar.

Rückseite

Die Rückseite sieht anders aus. Oben findet man die Anschlüsse für Mini-USB sowie die externe Antenne. Dazu muss eine flexible Gummidichtung aufgeklappt werden. Ist sehr gut zugänglich.

Der Batteriefachdeckel entspricht grob dem beim 60er und wird nur mit einer Schraube festgesetzt. Das Öffnen des Deckels ist somit simpel, einfach den D-Ring einmal eine Vierteldrehung gegen den Uhrzeigersinn drehen, und schon lässt sich der Deckel abheben. Darunter findet man die beiden AA-Batterien oder Akkus. Damit dort keine Feuchtigkeit eindringt, ist das Batteriefach mit einer Dichtung geschützt. Das ist beim 60er auch so und hat immer funktioniert. Ich hatte nie Wassereinbruch dort.

Der Einschub der micro-SD-Karte verbirgt sich unter den Akkus/Batterien, soll heißen, diese müssen erst entnommen werden, um eine micro-SD-Karte einzulegen oder zu wechseln. Die Akkus/Batterien werden wie üblich eingelegt. Eine Hilfe zum „Richtig-rum-Reinlegen“ ist enthalten. Die Akkus/Batterien sitzen allerdings sehr stramm. Ob das auf die Dauer gutgeht?

Am unteren Teil des Gehäuses kann in einer Art Öse eine Handschlaufe befestigt werden, das war schon beim 60er so.

Wer das Oregon oder das Dakota kennt, kennt auch die Befestigungsmöglichkeit für die Fahrradhalterung oder die Karabinerschlaufe. Dies ist hier genauso gelöst. Beides wird am Batteriefachdeckel befestigt.

Haptischer Eindruck

Als erstes, es fühlt sich gut an. Das Gerät liegt sehr gut in der Hand, ist etwas schwerer als das alter 60er. Das verwendete Material für das Gehäuse ist ein wenig stumpf, was mir sehr gut gefällt. Ich mag es nicht, wenn die Oberfläche zu glatt ist. So liegt mir das Gerät sicherer in der Hand, weil das Material „ein wenig stoppt“. Mein 60er-Gehäuse war aus härterem und glatterem Kunststoff hergestellt, die Oberfläche war sehr glatt, es ist mir ein paar Male aus der Hand gerutscht und hingefallen.

Klar ist: Das 62er ist ein reines Tastengerät. Man muss also das Tasten mögen 😉 Die Tasten und der 4-Wege-Wahlknopf erfordern ein wenig mehr Druck als ich es vom 60er gewohnt bin. Das mag aber nur daran liegen, dass das Gerät noch neu ist. Bleibt abzuwarten, ob sich die bedruckte Oberfläche der hartgummierten Tasten ebenso schnell abnutzt wie beim 60er. Hier konnte ich zum Schluss kaum noch etwas von der Bedruckung erkennen. Aber das hat mich nicht so sehr gestört, da ich ja wusste, welche Funktion die Tasten hatten.

Display

Das Display war sehr gut abzulesen, ist einen Tick dunkler als bei meinem 60er, eher schon vergleichbar mit dem Dakota, das ja auch dunkler ist. Beim 60er brauchte ich eigentlich nur nachts die Beleuchtung einzuschalten. Beim 62s oder Dakota musste ich sie schon in der Dämmerung einschalten, um noch vernünftig etwas zu sehen. Wie hell man das Display dann einstellen möchte, ist Geschmackssache. Bei Sonneneinstrahlung ist das Display des 62s gut, es spiegelt wenig. Auch bei Dämmerung/Nacht mit Beleuchtung war ich zufrieden. Das ist mit dem Dakota vergleichbar, wenngleich das Dakota einen Tick mehr spiegelt.

Erste Schritte – Neueste Firmware installieren

Über das USB-Kabel schließe ich das Gerät erstmal an meinen Rechner an, um die neueste Firmware zu installieren. Das ist einfach mal die Standardprozedur, weil Garmin gerade bei neuen Geräten sehr schnell Fehlerbehebungen aus dem Beta-Test durch die ersten Käufer – zwinker! – behebt.

Über den Link http://www8.garmin.com/support/download_details.jsp?id=4995

lande ich auf der entsprechenden Garmin-Seite. Da ich mein Gerät auf MyGarmin registriert habe https://my.garmin.com/mygarmin/marketing/register.htm, kann ich gleich über den Webupdater den Update aufspielen.

Wichtig! Beim Übertragen von Software AUSSCHLIESSLICH VOLLE AKKUS VERWENDEN!

Nachdem die Datenübertragung beendet ist, ziehe ich das Kabel ab. Das Gerät schaltet sich automatisch wieder aus.

Meine ersten Schritte:

1. Handbuch anzeigen/ausdrucken

Im Gerätespeicher (Garmin/files/PDF) befindet sich auch das Handbuch (OM.pdf) und die Schnellstartanleitung (QSM.pdf), welches jeweils in diversen Sprachen jeweils als PDF vorliegt. Obwohl ich auch selten Handbücher lese, hab ich hier mal reingeschaut, um so schneller voran zu kommen.

2. Karte installieren

Die Karte installiere ich auf einer micro-SD-Karte im Verzeichnis Garmin und lege sie anschließend ins Gerät ein. Das geht schneller als die Installation bei im Gerät liegender Karte, weil mein Kartenleser im PC eine höhere Schreibgeschwindigkeit hat als die USB-Kabelverbindung zum Garmin zulässt. Das dürfte bei vielen Leuten genauso sein. Wer ein Gerät mit vorinstallierter Topo (62st) hat, kann sich das natürlich sparen, wenn auch diese Karten nicht so detailliert sind wie nachträglich zugerüstete Karten von Garmin oder Open Street Map.

3. Sprachdatei anpassen

Im Gerätespeicher (Garmin/Text) im befinden sich auch die Sprachdateien mit der Endung .gtt. Die Sprachdateien können bei Bedarf editiert werden. Dazu einfach die gewünschte Datei mit einem Texteditor öffnen und wie gewünscht anpassen. Dann zurück speichern. Sinnvollerweise sollte die Ursprungs-Sprachdatei vorher gesichert werden. (Danke an Largosss für die Info!)

4. Wegpunkte aufspielen:

Jetzt möchte ich Wegpunkte/Geocaches auf das Gerät aufspielen. Ich verwende dazu GSAK. Die Suche nach einem passenden Makro war zunächst erfolglos. Mittlerweile habe ich ein Universal-Makro entdeckt, welches für die gesamte Gerätereihe Oregon, Dakota, 62, 78, etc. gilt: GarminExport.gsk . Dies ist wohl ein Universal-Makro, denn die Funktionalität ist für Dakotas, Oregons und eben das GPSMAP 62 gleich.

Das Aufspielen von ca. 1200 Wegpunkten geht ratzfatz – auch im Vergleich zum alten 60er. Und dabei wird jetzt sogar die Beschreibung mit aufs Gerät überspielt.

5. Anpassen des Geräts:

Das GPS möchte ich natürlich noch an meine Bedürfnisse anpassen, also Farben auswählen, Kartenausrichtung einstellen, Datenfelder bestimmen, Anzeige steuern et cetera. Dies ist einfach über den Menüpunkt Einstellungen im Hauptmenü möglich.

Die Einstellungen listen u.a. System, Anzeige, Töne, Karte, Tracks, Seitenfolge, Einheiten, Uhrzeit, Positionsformat, Richtung, Höhenmesser, Routing, Profile, etc. auf. Nach Anwahl eines Listenpunktes und Bestätigen mit ENTER erscheint dann jeweils eine spezifische Anzeige oder ein Menü.

GPSMAP62_Menü
Kontextmenü: Einstellungen und Karte

Zum Beispiel KARTE

Nach Auswahl von Ausrichtung durch ENTER seht ihr Folgendes im Display. Wählt dann das Gewünschte aus und bewegt euch mit dem 4-Wege-Wahlknopf in das nächste Feld, wählt aus, usw.

Das funktioniert bei allen Einstellungen entsprechend.

Bedienung: Den ersten Cache suchen

Jetzt will ich aber endlich einen Cache suchen. Dazu muss ich mich mit der Bedienung des Geräts auseinandersetzen. Wer schon mit anderen Garmin-Geräten gearbeitet hat, weiß schnell, wo er bestimmte Punkte suchen muss. Sicherlich ist aber für Neulinge in Sachen GPS eine gewisse Einarbeitungszeit (etwa 1 Woche) nötig, bis sich einem die Funktionen und die Logik der nicht immer optimalen Benutzerführung erschließen.

Auch hier gilt: Es gibt immer mehrere Wege zum Ziel. Je nachdem, in welcher Anzeige man sich gerade befindet, erscheinen andere Kontextmenüs beim Druck auf MENU. Am besten ist es, sich den Bedienablauf zu merken und es dann immer wieder genauso zu machen. Am Anfang ist es mitunter schwierig, bestimmte Funktionen zu finden. Aber mit größerer Übung geht’s immer fixer.

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Das Seitenband („Ribbon“)
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Kontextmenü fürs Seitenband

Gänzlich neu für mich ist, dass beim Druck auf Page/Quit ein Seitenband (Ribbon) in der Mitte des Displays erscheint, gewissermaßen ein umlaufendes Endlosband. Dies enthält Funktionen, die durch Drücken der Tasten Quit (rechtsrum) und Page (linksrum) ausgewählt werden. Dabei ist sowohl einstellbar, welche Funktionen im Seitenband enthalten sind, in welcher Reihenfolge sie angezeigt werden, und sogar die Anzeigegeschwindigkeit kann in zwei Modi gewählt werden. Das Seitenband kann sogar gänzlich abgeschaltet werden. Aber nach ein bisschen Herumspielen hatte ich die Bedienung mit dem Seitenband drauf, und ich fand sie auch gut, weil sie – quasi als Schnellmenü – wirklich rasanter zu den benötigten Funktionen führt.

Gut finde ich auch die Möglichkeit, sich verschiedene Profile (Geocaching, Freizeit, etc.) anzulegen und schnell über Profiländerung anzuwählen. So kann man sich für unterschiedliche Aktivitäten auch spezifische Profile mit entsprechenden Einstellungen ablegen und braucht sie dann nur über ein Menü aufrufen. Diese Möglichkeit gibt es auch beim Oregon/Dakota schon.

Nun such! Finde die Dose!

Also (nun aber los!): FIND drücken, auf dem Display erscheint eine Liste mit meinen nicht gefunden Geocaches. Ich wähle einen aus, bestätige mit ENTER. Alternativ kann ich über MENU das Kontextmenü aufrufen, um mit einem Suchbegriff einen Cache auszuwählen oder beispielsweise einen Filter anzuwenden.

Nach Auswahl von Apply Filter (ups, muss ich die Sprachdatei nochmal editieren) kann ich einen Quick Filter auswählen, um damit ein Menü aufzurufen, in dem ich schnell den Cache-Typ und die -Größe sowie Schwierigkeit und Gelände auswählen kann. Des Weiteren habe ich die Möglichkeit, einen Filter zu definieren und zu speichern. So wird mir eine entsprechend gefilterte Liste angezeigt, z.B. nur Letterboxen oder nur Caches mit Terrain 1.

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Kontextmenü für Find-Funktion
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Filterfunktion für Caches

Ich habe einfach mal einen Cache aus der Liste ausgewählt und los. Es erscheint dann im Display die Kartenansicht. Unten auf der Karte sieht man GO, was mit ENTER bestätigt werden muss. Damit ist der Cache zum Suchen angewählt, und ich kann entweder mit der Kartenansicht oder der Kompassansicht losgehen. Das ist Geschmackssache oder Gewohnheit. Ich habe das Geocaching-Profil eingestellt und cache heute zum Ausprobieren mal mit der Kartenansicht. Da sehe ich ja auch einen kleinen Kompass. Normalerweise gehe ich nämlich immer mit der Kompassansicht und folge dem Pfeil 😉

Nützlich: das 62s hat auch einen Annäherungsalarm, den ich zuvor für einen Geocache oder Wegpunkt anlegen kann. Sobald ich mich der eingestellten Distanz nähere, ertönt ein Alarm. Den Ton dafür muss ich natürlich vorher einstellen.

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Kartenansicht im Geocaching-Profil bei ausgewähltem Geocache
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Kompass-Ansicht bei
eingestelltem Cache

Über MENU kann ich mir via Kontextmenü die Cache-Beschreibung anschauen, den Hint und die Logs. Das ist so gelöst wie beim Oregon/Dakota.

Ich suche zunächst einen Multi, bei dem nur der Startpunkt gegeben ist. Nach etwas Zählerei muss der nächste Wegpunkt errechnet und händisch eingegeben werden. Das mache ich über die Taste MARK, dann erscheint direkt die Eingabemaske für Wegpunkte. Unter Position muss die neue Koordinate eingeben werden. Die Eingabe geht auf dem Dakota 20 ratzfatz, hier dauert es schon länger, weil ich zunächst mit dem 4-Wege-Wahlknopf an die richtige Position im Zahlenblock springen muss, zunächst also die Pfeile auswählen, damit ich mich in der Koordinate an die richtige Stelle bewegen kann. Dann muss ich noch Zahlen wählen. Das ist im ersten Moment nicht so geschmeidig. Aber alles Übungssache, ich kenne das vom 60er noch. Mit der Zeit geht das auch wesentlich schneller.

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Eingabe der Koordinaten

Nach der unnötig langwierigen Koordinaten-Eingabe des Wegpunktes vergebe ich gleich einen entsprechenden Wegpunktnamen und wähle dann über FIND nicht Geocaches sondern Wegpunkte aus der Liste aus. Das Ansteuern der Wegpunkte funktioniert prinzipiell genauso wie beim Geocache. Die angelegten Wegpunkte kann ich später noch editieren. Das ist alles genauso wie beim Oregon/Dakota, nur eben die Eingabe ist anders.

Nun geht’s wieder mit der Kompassansicht auf die Suche. Der Final liegt in einem kleinen Waldstück unter Bäumen. Wie verhält sich das 62s hier? Wie genau ist es?

Die Genauigkeit eines GPS einzuschätzen und dann auch noch die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen, wird immer ein Problem sein. Ich konnte in der Kürze der Zeit feststellen, dass mein 60cx sehr genau war, der Empfang auch auf den letzten Metern im Wald nicht einbrach oder abriss und die Entfernung auch stetig abnahm. Beim 62er war dies beim ersten Versuch anders: Bei den letzten Metern blieb der Pfeil einfach stehen, die Entfernung nahm nicht ab, egal in welche Richtung ich mich drehte. Ergo, kein oder schlechter Empfang unter den Bäumen bzw. langsame Interpolation, dachte ich. Allerdings, als ich mich dann der tatsächlichen Cache-Position näherte, liefen die Meter wieder runter, und ich hatte noch 5 m Restentfernung am Cache. Ab dieser Entfernung heißt es ja sowieso: GPS weglegen, Hirn einschalten und: Gefunden! Beim ersten Versuch mit dem GPSMAP 62 hatte ich aber das subjektive Empfinden, dass die Annäherung nicht so leicht war wie mit dem 60cx. Allerdings muss das nichts heißen, denn je nach Satellitenstand hat man auch mit dem 60cx schon mal seine Probleme gehabt. Also ist mein erster Eindruck noch nicht unbedingt repräsentativ. Auch weiß man ja nicht, mit welchem Empfänger der Cache eingemessen wurde. Die gleiche Diskussion gab es übrigens auch schon beim Wechsel der GPS-Gerätegeneration auf die „x“-Geräte. Langjährige Cacher werden noch wissen, dass es einmal völlig normal war, dass GPS-Geräte im Wald unterm Blätterdach zickten und man die Entfernung durch Schrittezählen und die Richtung mit dem Kompass bestimmte.

Die weiteren Caches des Abends bei der 62er-Probetour lagen nicht im Gebüsch, eher in urbanem Gebiet. Da war der Neuling mit dem 60er oder Dakota vergleichbar. Ich sage absichtlich nur Dakota und nicht Oregon, weil ich beim Cachen mit Oregon-Benutzern feststellen konnte, dass mein Dakota doch genauer war als deren Gerät.

Wenn man einen Cache gefunden hat, muss man ihn wie beim Oregon/Dakota auch über das Geocaching-Menü „finden“, damit zu Hause die Buchführung stimmt. Denn das 62er unterstützt papierloses Cachen, also auch Loggen auf dem Gerät. Also nochmal MENU drücken und Geocache anzeigen auswählen. Dann hat man das übliche Menü Aktuelles Navigationsziel ist und kann dort Geocache suchen und Gefunden auswählen. Dann wird der betreffenden Geocache in die Gefunden-Liste gespeichert und kann später über die Datei geocache-visits.txt als Fieldnote auf die Geocaching.com-Seite hochgeladen werden. Das ist genauso wie beim Oregon/Dakota gelöst.

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Papierloses Geocaching mit dem GPS62s

So, der erste Cache-Versuch ist geglückt. 8 Dosen gefunden. Hat gut geklappt. Ich bin zufrieden.

Ich kontrolliere nochmal meine Wegpunkte, damit ich sie später in GSAK nachpflegen kann. Dazu verwende ich die Kalenderfunktion:

Kalenderfunktion

Die Wegpunkte werden unter dem jeweiligen Datum gespeichert und können so leicht zugordnet werden. So kann ich sehen, dass ich am 27. Juli 8 Wegpunkte angelegt habe. Nach Auswahl werden sie unter dem Datum angezeigt. Wiederum nach Auswahl eines Wegpunktes erscheint die Anzeige des Wegpunktes mit Koordinaten und der Möglichkeit ein GO oder Kartenansicht auszuwählen.

Die angelegten Wegpunkte werden datum-spezifisch in einer Textdatei gespeichert und können später vom Gerät kopiert werden.

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Kalenderfunktion: Am 27.10. wurden 8 Wegpunkte markiert
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Nach Anwahl des Datums zeigt das Gerät, welche Wegpunkte markiert wurden

Fazit

Wer sich ein GPSMAP 62s kauft, sollte sich vorher gut überlegen, ob er gern mit Tasten Eingaben macht oder eher zum Touchscreen neigt. Dies ist die elementare Frage, die man sich stellen sollte. Das 62s ist ein reines Tastengerät, einige Eingaben dauern sicherlich länger als bei Touchscreen-Geräten. Andere gehen aber schneller, da sie direkt auf Tasten gelegt sind. Hierbei könnte und sollte die Firmware noch einmal optimiert werden. Manche Prozeduren sind umständlich oder sogar überflüssig, die sollten über Tastenkombinationen direkt anwählbar sein. Ich hoffe, genügend Benutzer können entsprechend auf Garmin einwirken und diese Updates fordern – und zwar direkt bei Garmin und nicht über Gegrummel in Foren.

Die Bedienung ist nicht auf den ersten Blick intuitiv. Man muss schon ganz schön rumprobieren und sich Abläufe einprägen. Mir ist aufgefallen, dass die Anzeige der Cache-Liste mitunter sehr lange dauert bzw. mitunter sogar im Eieruhr-Modus quasi fast einfriert. Aus diesem Status bin ich dann nur über die Wahl einer anderen Funktion herausgekommen. Dabei war das Gerät aber nicht abgestürzt. Die Anzeige empfinde ich mitunter als ein wenig träge. Ich kann noch nicht beurteilen, ob das an der Menge der Caches oder Karten liegt, oder einfach noch buggy ist. Ich warte mal die nächsten Firmware-Updates ab. Ich fühle mich aber nicht als Beta-Tester, obwohl einige Funktionen noch nicht enthalten sind bzw. noch optimiert werden müssen. Wenn ich noch auf die Software-Entwickler einwirken kann, dann finde ich das gut. Und ich werde das auch tun. In der Vergangenheit hat Garmin jedenfalls durch Software-Updates tatsächlich auf Nutzerwünsche reagiert, wollen wir hoffen, dass das so bleibt.

Was mir echt fehlt ist die Funktion FINDFIND, (also der zweimalige Druck auf die Find-Taste) die ich am 60er geliebt habe. Dabei wird immer der zuletzt gewählte oder eingegebene Geocache/Wegpunkt automatisch ausgewählt. Das konnte man blind. Jetzt muss ich den Umweg über Zuletzt gefunden und dann Auswahl aus einer Liste gehen. Das geht zwar auch, aber vorher war es eleganter.

Ich bin froh, dass ich mir das Gerät gegönnt habe. Das 60er war und ist für mich immer noch das beste Garmin-Handgerät am Markt. Ob das 62er es ablösen kann, das wird sich erst in den nächsten Wochen zeigen. Ich werde verstärkt mit diesem Gerät auf die Suche gehen und weitere Erkenntnisse ergänzen.

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Written by in: Garmin,Tricks |

23 Comments »

  • Max sagt:

    Interessanter Bericht. Dass die Tastenbedienung gegenüber den 60er so anders ist, ist sicherlich der veränderten und der Dakota/Oregon-ähnlichen Software geschuldet. Das trübt natürlich etwas meinen Wunsch nach dem 62s, aber vielleicht sollte das 62s wirklich auch mal in Hand nehmen ;).

  • -jha- sagt:

    Das Problem „die letzten Meter sind fürchterlich“ hatte ich mit meinem 62er leider auch schon. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass da irgendwas mit der „Static Navigation“ nicht stimmt. Also ob die Software eher „auf Radfahrer“ optimiert sei: Zickzack-Bewegungen (der Bienentanz im Erlebnisraum) wird offensichtlich als Rauschen abgefiltert. Oder zumindest anders behandelt als beim 60CSx.

    Was mich am Gerät gewaltig stört ist nicht nur der oben beschriebene Kampf mit der WP-Eingabe (warum steht die Schreibmarke nicht auf „Cursor rechts“ per default, warum auf „1“, wer will denn bitte eine „1“ als Hemisphäre eingeben? Haben sich da die UTM-Leute durchgesetzt, die an der Grenze zwischen Quadrant „1x U“ und „2x U“ wohnen und deren Multis ständig „Über die Kante“ gehen?
    Naja, vielleicht wohnt da ja der Entwickler, zu dem Garmin die UI-Entwicklung outgesourced hat.

    Sträflich vermisst: die Tastenfolge Find-Find.
    O.k. Drücken kann man es immernoch, aber dann kommt leider eine entfernungsabhängige Sortierung, nicht eine chronologische, also nach Abspeicher/Nutzungs-Zeitpunkt.
    d.h. bei Multies mit vielen verstreuten Stationen muss man nach jeder WP-Erfassung in der Liste mit viel Augenkontrolle tippen, dass man auch auf den richtigen neuen WP zuläuft.
    Blindflug der 60er-Manier „Ok-Find-Find-Ok“ funktioniert nicht.

    Und warum wird bei der WP-Erfassung nach Bestätigung der neuen Koordinate die Entfernung (vom aktuellen Standpunkt) nicht angezeigt? Das war bislang immer ein willkommener Plausibilitäts-Indikator gegen grobe Tippfehler.

    -jha-

  • Largosss sagt:

    Ich war jetzt bereits einige Male im tiefen Wald des Harzes unterwegs, und das 62s hat bei mir eher besser abgeschnitten als mein betagtes 60Cx. Bisher empfand ich es auch als Vorteil, dass das 62s bei schlechtem Empfang weniger springt als das 60er. Es scheint zwar ein Filter eingesetzt zu werden, aber der hat meines Erachtens die berechnete Position verbessert (zumindest in diesen Fällen).

    Ja, die Akkus sitzen wirklich sehr stramm! Gucken, ob die Kontakte dauerhaft dafür ausgelegt sind.

    Anzeige der Cacheliste ist bei mir flüssig, habe aber auch „nur“ 1000 bis 2000 Caches ( =2 Pocket Queries) auf dem Gerätchen.

  • Leifa sagt:

    Ein sehr schöner und ausführlichen Anwenderbericht! Sowas ist VIEL hilfreicher als ein einfacher Vergleich der technischen Daten, vielen Dank dafür!

  • […] Einen sehr lesenswerten ersten Blick auf das Gerät, insbesondere auch in Hinblick auf eine Nutzung für Geocaching, gibt es beim Experten für garminsche Angelegenheiten ksmichel: Garmin GPSMAP 62s: Erste Gehversuche […]

  • Team Lorbass sagt:

    Der Bericht ist empfehlenswert. Wir haben uns dieses neue Gerät auch gegönnt und sind jetzt mal gespannt, welche Erfahrungen wir machen.

    Zum Thema Batterie kann ich sagen, sollte es sich so Verhalten wie beim Etrex Vista, wird es im Laufe der Zeit geschmeidiger.

    Das Springverhalten kenne ich auch vom Etrex. Es geschieht nicht häufig, kann einen aber im Falle des Falles schon nerven.

    Da wir eher durch Zufall an das Gerät mit installierter Karte gekommen sind, würde mich interessieren, ob eine zusätzliche Karte wie üblich auf der SD-Karte im anzulegenden Garmin-Verzeichnis abgelegt werden kann u. wie beim Nüvi danach wählbar ist. Die Bedienungsanleitung ist, nicht nur in der Hinsicht, mager.

    • alligateuse sagt:

      Prinzipiell sollte das mit den Karten funktionieren. Ich selbst habe auch mehrere Karten parallel installiert, z.B. noch die Topo und die OSM, die ich auch separat auswählen und anzeigen kann.

      Wichtig ist, dass die Karten gmapsupp.img heißen und im Verzeichnis Garmin liegen, egal ob auf dem Gerät selbst oder auf der Speicherkarte. Ich habe im Gerätespeicher die Original City Select, die installiert war und habe auf der Speicherkarte meine „privaten“ Karten.

  • Schlappentiger sagt:

    Ein sehr ausführlicher Bericht, der mir die Entscheidung leichter macht, mir das 62er in absehbarer Zeit zu kaufen.
    Was ich allerdings noch nicht gefunden habe, ist eine genaue Angabe zum GPS-Empfänger.
    Da hält sich auch Garmin auf der offiziellen homepage noch bedeckt.
    Es ist immer nur von einem „hochempfindlichen Empfänger“ die Rede.
    Angefangen habe ich mit dem eTrex H und bin dann auf das GPSmap 60CsX umgestiegen, mit dem ich absolut zufrieden bin.

    Danke für diesen klasse Erfahrungsbericht.

  • Lady Allista sagt:

    Ich durfte heut auf dem Vulkanevent am Garmin Stand kurz mit dem Gerät spielen; und das hat bei mir schon ein gewisses „Haben Wollen!“ hinterlassen. :)

    Der Bericht hier bestärkt mich darin. Für mich ist die 60er Serie auch das NonPlusUltra bislang, paperless hin oder her… und wenn diese Aufrüstung nun verfügbar ist; umso besser!

    Mmmmhhh, ich hab ja im Oktober Geburtstag… :)

  • tuxfriend sagt:

    Hallo,

    ich habe mir das GPSmap62 zugelegt und heute die ersten Cache-Versuche gemacht. Nach dem Übertragen der Daten von GC.com wurden die Caches auch alle in der Cache-Liste angezeigt. Nach der Auswahl einer Dose hat mich das Gerät auch ziemlich genau über die Karte oder den Kompass ans Ziel geführt.
    Leider habe ich noch nicht die richtige Einstellung gefunden, damit bei Annäherung an den Cache sich die Kartenansicht automatisch auf die nächst niedrige Stufe ändert.
    Das Upload der Fieldnotes hat dann auch problemlos funktioniert.
    Nachdem die Logs geschrieben waren, wollte ich die Liste der gefundenen Caches löschen. Dafür habe ich dann leider keine Möglichkeit gefunden.
    Den letzten Cache auf meiner heutigen Tour musste ich wg. heftigen Regens dann leider abbrechen. Auf der Karte, bzw Kompass wird immer noch die Entfernung und die Richtung zu dieser Dose angezeigt.
    Kann mir hier irgendwer helfen die kleinen ( :-) ) Probs zu lösen ??

    Ansonsten kann ich nur sagen, das ich bislang mit dem Gerät äußerst zufrieden bin. Viele Dank für diesen Anwenderbericht, er hat die Erfahrungen bestätigt, die ich heute mit dem Gerät gemacht habe.

    Viele Grüße an alle
    tuxfriend

  • YesWeCan sagt:

    Das Gerät kann sogar quietschen: http://www.youtube.com/watch?v=4myv5taUVqk

  • TriIIian sagt:

    Vielen Dank, liebe alligateuse, für diesen Bericht! Das ist endlich mal eine Beschreibung, mit der man etwas anfangen kann. Ich habe mich jetzt durch diverse Forenbeiträge und andere Blogs gequält, aber fast ausschließlich Gemecker über die unzureichend entwickelte Software gefunden. Da Garmin aber schon mehrere Software-Updates herausgebracht hat, sind alle diese Berichte mehr oder weniger nutzlos, denn man weiß nicht, ob die beschriebenen Unzulänglichkeiten überhaupt noch aktuell sind. Eine konkrete Vorstellung von der Bedienung habe ich, die ich bisher mit dem spartanischen etrex H unterwegs bin, auch erst hier bekommen. Daher ein wirklich herzliches Dankeschön!
    Viele Grüße,
    TriIIian

  • Trüller sagt:

    Die Bugs sind großteils noch immer vorhanden.
    Es gibt da leider eine fast unendlich lange Liste an Problemen.
    Scheinbar arbeitet ein einziger Techniker an der Behebung der 62/78er-Probleme.
    Wer es noch nicht hat, sollte besser bis ins Frühjahr 2011 warten.

  • Catch23 sagt:

    Endlich mal ein vernünftiger Bericht, damit kann ich was anfangen! Ich warte stündlich auf mein 62s, bisher renne ich mit dem (blauen) etrex Legend herum… ist halt schon in die Jahre gekommen (aber funzt noch immer). Nach Deinem Bericht freue ich mich jetzt umso mehr, bin schon gespannt wie ein Regenschirm!

  • Sulzi sagt:

    Danke für den Bericht.
    Ich muss aber leider sagen, er macht mir die Entscheidung nicht leichter. Das liegt aber nicht an der Qualität des Berichts, sondern an den Fakten.
    Zur Zeit schwanke ich zwischen einem Garmin aus der Oregon und der GPSmap Serie. Sprich guter Empfänger vs. etwas unhandlicherer Bedienung. Ich benutze momentan ein Etrex Vista, das ja per se auch keinen Touch besitzt. Wer vernünftige Namen für Waypoints vergeben will, weiß was ich meine. Vor allem wenn man auf dem Gerät schon loggen kann, dann will ich nicht noch 10 Minuten beim Buchstabensuchen verbringen.
    Aber was bringt komfortables loggen, wenn man im Wald mangels Empfang keine Dose mehr findet. Das ist alles nicht so einfach.
    Gruß Sulzi

  • Martinsbande sagt:

    Wir gehen zur Zeit gleichzeitig mit einem 60csx und einem Oregon 300 cachen. In bezug auf Genauigkeit ist das 300 weit abgeschlagen gegenüber dem 60csx, aber das kann eben keine Listings darstellen (O300 auch nur 8192 Zeichen!).
    Also auch schon ein 62s angedacht. Wir haben aber nicht erwartet, dass bei den vorhandenen Funktionen Verschlechterungen eintreten (find-find).
    Auch die miserable Texteingabe stört uns. Warum nicht wie beim 276c? Selbst das geht schneller.
    Plus beim Oregon – dass man einen neuen WP sofort als Ziel hat, egal ob über „Koordinaten“ oder über „Manager“.
    Das hat man wohl auch ins 62s leider nicht eingebaut.
    Static Navigation lässt sich bei PDAs erfolreich abschalten. Warum nicht bei den neueren Geräten von Garmin?
    Da werden wir wohl erst noch mal gründlich nachdenken.
    Danke an Alligateuse für den Report, er hat uns viel zu denken gegeben.
    PS: Damit gehören wir wohl zu den Forums-Meckerern, aber unsere Kommunikationserfahrungen mit Garmin sind nicht optimal. Auf unsere Vorschläge kam immer lakonisch, wir sollten doch die neueste Firmware einspielen :-)

  • Florian sagt:

    Wirklich gut zu lesen der Bericht und es juckt mir jetzt schon in den Fingern das 62er mal selber zu testen.
    Bisher bin ich allerdings mit meinem Oregon 450 recht zufrieden wobei diese Karten + Kompass funktion der Hammer ist.
    Mal sehen ob ich da wirklich mal aktiv werde…

    Danke nochmal und viele Grüße
    Florian

  • Annett sagt:

    Und Garmin hat auch dieses Gerät aufgewertet und eine Kamera verbaut.

    Nachzulesen hier: http://sites.garmin.com/gpsmap62/info/

  • Cooke sagt:

    weißt jemand welche Sprachen das Gerät hat? Ich brauche Portugiesisch. Vielen dank im voraus.

  • Ryanthara sagt:

    Wie und wo stelle ich diese tolle Ansicht mit Krte und Kompass ein?

  • Vielen Dank für den schönen und informativen Bericht, der unter anderem mit dafür ausschlaggebend war, das ich mir das 62s, nachdem ich es letztes Jahr verbaselt habe, erneut zugelegt habe.

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