Mrz
11
2009
8

Verbot: Wandern bald nur noch auf Wegen

Bei der morgendlichen Lektüre des Abendblattes (also nicht der Morgenpost, die nämlich abends erscheint 😉 ) las ich etwas, das unseren Cacherfreunden in Schleswig-Holstein das Cachen vermiesen könnte: Denn nach dem Entwurf zum neuen Waldgesetz soll das Wandern bald nur noch auf den Wegen erlaubt sein. Das Ende der Waldcaches also.

Zwar soll dieses Verbot nur in der Brut- und Setzzeit gelten, also „bloß“ von 1.2. bis 15.6. (fünfeinhalb Monate!), aber das macht die Sache nicht erfreulicher. Damit soll eine bereits bis 2005 bestehende Vorschrift wiederbelebt werden, die sang- und klanglos verschwand.

Umweltverbände bestreiten den Nutzen einer solchen Einschränkung des Waldbenutzungsrechtes ohnehin, und Opposition wie Umweltverbände laufen Sturm gegen die „Idee“. Sie mutmaßen, dass sich die Landesregierung zum Büttel für die Jäger- und Waldbesitzer-Lobby mache.

Interessanterweise sollen mit der gleichen Novelle auch mehr Reitwege in Wäldern angelegt werden.

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Jan
26
2009
9

Auch Höhlen-Schützer gegen Geocacher

In der „Südwest-Aktiv“ stand ein Artikel über eine Vereinsversammlung des Höhlenvereins Blaubeuren (HV). Darin fand sich eine interessante Passage:

Danach ging es weiter mit Berichten des Vorstands und mit den für die einzelnen Fachgebiete zuständigen Referenten. „Sorgen bereitet uns das Geocaching und der zunehmende unkontrollierte Höhlentourismus“, erklärte Siegel. Ein Vorstoß in Richtung eines einheitlichen europäischen Höhlenschutzes sei gescheitert. „Wir hatten nicht genug Unterstützung. Von den Europaabgeordneten in unserer Region hat nur Cem Özdemir unser Anliegen unterstützt“, berichtete Siegel.
Höhlenschutzreferent Frank Schüler erläuterte: „Die Geocacher gefährden die Natur, aber oft auch sich selbst.“ Er habe schon Schätze aus Höhlen geholt und samt Merkzettel zum Naturschutz am Höhleneingang deponiert. Das Entfernen der Schätze sei aber zweischneidig. „Wenn der Cache weg ist, wird noch vehementer gesucht und noch mehr zerstört.“ Schüler setzt auf Aufklärung: „Viele Geocacher sind ja naturverbunden, wissen aber zu wenig über Höhlenschutz.“

Ich habe den Referenten angeschrieben, ob er die Grundsätze zum Verhalten in Höhlen erklären kann. Denn: Auch ich habe schon Caches in Höhlen gesucht, war mir dabei keiner Schuld bewusst. 

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Nov
24
2008
5

Zielgruppe Geocacher

Der Bundesverband für Amateurfunk namens Deutsche Amateur Radio Club e. V. hat Geocacher als neue Zielgruppe für die Öffentlichkeitsarbeit ausgemacht. In seiner Strompost für Öffentlichkeitsarbeiter informiert er:

Geocaching in Baunatal: Eine neue Zielgruppe für Ihre Öffentlichkeitsarbeit
Auf dem Gelände der DARC-Geschäftsstelle ist seit dem 2. November ein Geocache versteckt. Geocaching ist eine Art elektronische, GPS-basierende Schnitzeljagd. Die Verstecke („Geocaches“, oder kurz „Caches“) werden anhand geografischer Koordinaten im Internet veröffentlicht und können anschließend mit Hilfe eines GPS-Empfängers gesucht werden. Etwa 15.000 Geocacher sind derzeit in Deutschland unterwegs – eine gute Gelegenheit, mit einem Cache technikbegeisterte auf die eigene Fährte zu locken.
Der Geocache der Geschäftsstelle trägt den Titel „CQ de DARC e.V.“ und ist mit den GPS-Koordinaten N 51° 16.015 E 009° 25.553 versteckt. Die Cache-Beschreibung ist bei www.geocaching.com  unter dem Wegpunkt „GC1HQYR“ und bei www.opencaching.de unter dem Wegpunkt „OC6D0C“ zu finden.

Ich bin ja selbst Funkamateur, habe sogar an Ort und Stelle gearbeitet, aber diese Ansicht finde ich schon arg grenzwertig. Die Guidelines zum Auslegen für Geocaches sagen klar:

Kommerzielle Caches / Caritative Caches

Kommerzielle Caches versuchen die Geocaching.com Website direkt oder indirekt (bewusst oder unbewusst) dazu zu benutzen, Kundschaft durch ein Geocaching.com Listing zu werben. Dies ist NICHT erlaubt. Beispiele wären Einrichtungen, die Geld für Eintritt verlangen oder Produkte oder Dienstleistungen verkaufen.

Karitative Caches sind ebenfalls nicht erwünscht. Ein Cache, der z.B. zu religiösen, politischen, karitativen oder sozialen Zwecken gelegt wird ist nicht erlaubt. Geocaching soll keine Plattform für Propaganda sein.

Einige Ausnahmen können gemacht werden. In diesen seltenen Fällen kann durch die Geocaching.com Website eine Erlaubnis erteilt werden. Wie auch immer, ES SOLLTE ZUERST UM ERLAUBNIS GEFRAGT WERDEN BEVOR DIE ANMELDUNG ERFOLGT. Im Zweifel solltest Du vorher fragen.

Anmerkung: Ist ein Ort so interessant, dass sogar Muggles Geld dafür Bezahlen um ihn zu besuchen, dann braucht dort kein Cache zu liegen.

Dem Listing selbst kann man den werbenden Charakter so direkt wie er im Newsletter steht, nicht entnehmen, von daher sieht’s auch erstmal so aus wie einer von vielen 0815-Caches. Also soll es hier auch keinen der sattsamen Vorwürfe an die Reviewer geben.  Außerdem lassen die Guidelines offen, wie denn Werbung für etwas Nichtkommerzielles ist, also beispielsweise für einen gemeinnützigen Verein, der aber nicht speziell karitativ ist. Doch "bessergestellt" werden diese werbenden Caches sicher nicht sein, das wäre widersinnig.

Meine alligateuse und ich haben ebenfalls 2005 einmal probiert, Amateurfunk und Geocaching miteinander zu koppeln. Hat geklappt und war toll. Aber: Dabei zeigte es sich auch, dass sich Funkamateure  oftmals im Ortsverband selbst genug sind und gar nicht so erpicht sind auf Nachwuchs, der womöglich alle zwei Wochen Events veranstaltet, ohne Sitzung, Plan und Gegenstimmen einfach so etwas unternimmt – und das alles ganz ohne GPS-Lizenz 😉

Seltsam: Ich kenne etliche Funkamateure, die Geocacher geworden sind, aber keinen einzigen, bei dem es andersrum war.

So gern ich im Lager der Funkamateure Nachwuchs sähe, so zuversichtlich bin ich aber auch, dass es mehr braucht, um Cacher für ein Hobby zu interessieren, als eine Dose unter der Treppe.

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Nov
17
2008
2

Wissen über Geocaching gehört zum guten Ton

Heute stand in der Welt kompakt Online etwas Interessantes:

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Man sollte sich also nicht mehr outen, indem man zugibt, nicht zu wissen, was Geocaching ist. Allerdings weiß ich nicht, was Toile de Jouy ist. Jemand, der das weiß, dem geht es wahrscheinlich umgekehrt.

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Nov
07
2008
5

Aarbergen: Kommerzcacher tritt nach

Ich hatte ja schon hier drüber berichtet: Der Wiesbadener Kurier berichtet heute in seiner Online-Ausgabe, wie es mit der Aarbergener Kommerzcaching-Posse weitergeht:

Danach hatte die Gemeindevertretung Aarbergen das rund 21000 Euro schwere „Angebot“ eines Unternehmers, in Aarbergen und umzu einige Geocaches anzulegen, abgelehnt: Es sei zu teuer und nütze den Gemeinden nichts, befand die Gemeindevertretung. Laut dem Wiesbadener Kurier hat sogar ein Geocacher „vehement gegen die touristische Vermarktung der GPS-Schatzsuche protestiert.“

Und jetzt kommt’s:

Jetzt entdeckt der mit seinem Kommerzcaching-Vorstoß gescheiterte Unternehmer ganz plötzlich seine Liebe zur Natur, sieht diese durch’s „wilde Geocachen“ gefährdet. Übles Nachtreten, sage ich. Etwa in dem Sinne: „Wenn ich es schon nicht haben kann, soll es auch kein anderer mehr tun können.“

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Nov
02
2008
1

Enthüllt: So wurden aus dem Dicken Olli und Oschn die Doppel-O-Agenten

j0356797 Wer im Großraum Hamburg (also Flensburg bis München) Dosen sucht, der stößt irgendwann mal auf geheimnisvolle Logeinträge der Doppel-O-Agenten. Darin taucht immer wieder ein mirakulöses Fahrzeug auf, das angeblich von schwedischen Stahlarbeitern aus einem massiven Stahlblock getrieben wurde. Ebenso ist gelegentlich von einem Gegenstück die Rede. Dies sei von unmotivierten französischen Arbeitern mehr schlecht als recht aus hauchdünnen Feinblechen zusammengedengelt worden. Die Dopppel-O-Agenten sind mittlerweile so bekannt, dass schon Theorien im Umlauf sind, dass sich hinter dieser Tarnexistenz womöglich eine noch viel geheimere Tätigkeit verbirgt, merke: Wer sich als Geheimagent tarnt, kann unmöglich einer sein!

Aber man darf man sich sicherlich als „Normalo“-Cacher fragen: „Wie haben die das eigentlich gemacht, Doppel-O-Agenten zu werden?“ Einen Anhaltspunkt fand ich bei http://www.welt.de/reise/article2656001/So-schnell-werden-Urlauber-zum-Geheimagenten.html. Der betreffende Absatz ist recht weit unten und lautet:

GPS-Geocaching: Das würde Erfindern im Dienste des Secret Service gefallen: Eine Hightech-Schnitzeljagd mit modernster Technik des Global Positioning System. Mit einem kleinen Team geht es damit auf eine Schnitzeljagd durch unberührte Natur. Ziel ist es, den schnellsten Weg zu versteckten Codes zu finden. Aber: Das GPS-Gerät weist zwar die Richtung, zeigt jedoch nicht mögliche Hindernisse an, so dass man sich durch Dickicht kämpfen oder Felsen überwinden muss. Ab 52 Euro.

Nachdem ich das gelesen hatte, dachte ich: „Ich kann mich nicht entscheiden, ob ich gerührt bin oder ob’s mich schüttelt. Ich glaube, ich muss mal an die Hausbar!“

Okt
20
2008
4

Jäger schießen sich ein

Am Wochenende trafen sich die Jäger auf einer traditionellen Herbst Hegeschau des Kreisjagdverbandes Oberallgäu in Oberstdorf. Der Vorsitzende, Ekkehard Voigt, fand dabei starke Worte und will am liebsten die Geocacher aus dem Wald jagen.  In der Allgäuer Zeitung kritisierte er das Geocaching und sagte: „Aktivitäten wie diese hätten nichts mit dem Erleben der Natur zu tun.“ Er sagte außerdem, dass es sich dabei – wie auch beim Mountainbiken abseits der Wege – ausschließlich um Lockangebote und Scheinerlebnisse handele. Ein solcher „Tourismus-Aktionismus“ ginge zu Lasten der Natur, der Lebensqualität von Einheimischen und Touristen, die echte Erholung in der heilen Natur suchten. Und dann der entscheidende Satz:

„Der Jagdverband will einer ausartenden Naturnutzung Einhalt gebieten, um das Überleben des Rot- und des Birkwildes im Oberallgäu zu sichern. Deshalb müssten Freizeitaktivitäten in der Natur koordiniert werden.“

Daher solle der Landkreis sich anschauen, was im Wald stattfindet und gegebenenfalls die Aktivitäten koordinieren. Nun ja, „koordinieren“ steht hier wohl als Euphemismus für „verbieten“. Übrigens wurden die Jäger auch vom Forstoberrat aufgefordert, ihre Abschussquoten zu erfüllen. Und das war zum Glück auch noch immer das wichtigste Thema der gesamten Tagung.

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Okt
14
2008
8

Aarbergen: Gemeinde lässt Geocaching-Kommerz kalt

Das Wiesbadener Tageblatt berichtet gestern aus der Region Aar in einer kleinen, aber wunderbaren Geschichte, dass man nicht überall und um jeden Preis mit der kommerziellen Umsetzung des Geocachings einverstanden ist. Der Fall und ein Kommentar dazu:

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Sep
01
2008
4

++ Polizei ermittelt wegen Tupperdose

Rotenburg. Einen Hinweis auf eine Tupperdose mit „komischem“ Inhalt bekam am Sonntagabend um 18.30 Uhr die Rotenburger Polizeiwache. Eine Passantin hatte die unter einer alten Eiche verborgene Tupperdose gefunden und bat um polizeiliche Überprüfung.

Die Beamten nahmen sich der Sache an und stellten fest, dass es sich bei dem Inhalt der Dose um eine Geo-Caching-Aktion handelt. Dabei geht es darum, mit einem mobilen GPS-Gerät nach Koordinaten einen versteckten Punkt zu finden, wo der „Schatz“ versteckt ist.

Der hier gefundene Geo-Caching-Punkt heißt übrigens „Auf der Suche nach dem versunkenen Kahn in der Wümme„. Mehr verrät die Polizei aber nicht, denn schließlich auch andere Geo-Cacher mit ihren GPS-Geräten den „Schatz“ finden können.

Quelle: na aktuell

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Jun
06
2008
9

Polizei findet Cache, sprengt ihn aber nicht

So ein Blog lebt ja von freundlichen Zuträgern, die mich mit der Nase auf interessante Themen stupsen. So auch hier: Beim Cache „Die Rache ist mein“ (GC1CJW6) von jelly_snail lag eine Visitenkarte der Polizei. Dirk, NDR, hat mir zwei Fotos davon geschickt, danke dafür:

Bild016 Bild017

Und was passierte dann? Die Ownerin sprach bei der Wache vor, und loggte dies:

June 6 by jelly_snail (101 found)
Ich habe gestern Abend noch bei der Wache angerufen.
Mein Cache hat eine eigene Akte.
Mit Foto.
„Schönes Foto“ sagte der Polizist.
„Schöne Dose“.
Er meinte nur, daß ein Kollege Geocacher ist.
Eigentlich hätte zumindest das Polizeikommisariat 36 gern eine Angabe dazu, wo überall Caches versteckt sind. Vielleicht läßt sich ja etwas dahingehend einrichten. Das erspart uns und der Polizei Ärger.
Ich habe dann noch gefragt, ob ich jetzt Ärger bekomme und er meinte nur: „Glücklicherweise ist es ja nicht verboten, Dosen in der Gegend zu verstecken“
Recht hat er….

Dennoch: Da war er wieder, dieser Wunsch nach einer Polizei-Liste der versteckten Caches. Gibt’s doch fast schon, sach ich: Bei gc.com und den anderen Dosensuch-Kriminellen Vereinigungen. Doch was staune ich, hat doch jelly_snail noch etwas Interessantes nachgeloggt:

June 6 by jelly_snail (101 found)
Also: alle Unklarheiten sind geklärt. Der Leiter der Wache war super nett und hat sich derweil bei Groundspeak angemeldet .
Die Dose ist wieder plaziert und alle Polizisten (in Bramfeld) sind informiert. Ich habe jedenfalls die Absprache getroffen, Caches, die „mißverstanden“ werden könnten, bei denen bekanntzugeben.
Dies ist kein Zwang, sondern der Versuch eines Miteinanders.
Aber das scheint so manchem Cacher ja sowieso fremd zu sein….
Wenn Ihr Euch anschließen wollt, sagt mir bescheid und Ihr bekommt die Durchwahl des Polizisten [;]

Na, jedenfalls: weiter geht’s!!!!

Sicherlich ist Fingerspitzengefühl beim Verstecken angebracht, und wer unter einer Brücke einen bombenähnlichen Behälter verbaut, muss sich wegen polizeilicher Fürsorge nicht grämen. Wir sind doch im Grunde froh, wenn die Gesetzeshüter mit so offenen Augen durchs Leben gehen, dass sie SOWAS sehen und reagieren. Aber im vorauseilenden Gehorsam einen normalen Cache melden? Nein, denn dann ist der Schritt zum gebührenpflichtigen Cachemeldeamt nicht mehr weit – bis hin zum aus Steuergeldern finanzierten Sachbearbeiter dafür.

Written by in: Echos von Muggels |

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