In Zeiten, in denen mancher Möchtegern einen Cache schon loggt, wenn er ihn gesehen hat, die Bergung aber aus mangelnder Körpergröße, zu großem Gewicht, aus beidem oder aus temporärer Unlust als lässliche und vermeidbare Schikane erscheint - ja, in solchen Zeiten möchte man sicherlich gerne beweisen, dass man wirklich DA war. Wirklich an dieser Kirche gewesen ist, wirklich auf DIESEM Supermarkt-Parkplatz. Für Plätze, an denen man keine Kamera mitnehmen möchte, kann man entweder die abgelegte Uralt-Cam nehmen oder eine besonders robuste. Eine Zusammenstellung einiger Merkmale von nicht so wahnsinnig teuren Robustkameras - aber KEIN Test.
Vorneweg: Die wichtigsten Nachteile einer kleinen Kamera sind: In der Regel können sie nur das JPG-Format, meistens wenige manuelle Modi, Belichtungskorrektur häufig nur nur +/- 2 EV, Blitz nah an Linse (Rote-Augen!), meist recht kleine Sensorgröße, Zoombereich häufig nur 3fach, für Cacher sind aber auch Weitwinkel-Zooms und Telezooms interessant. Es gibt noch einen Haufen weiterer Mankos, aber einen Vorteil eben auch: Man nimmt sie eher mit als die schwere teure Spiegelreflex.
Canon PowerShot D10
Neu erschienen ist die Canon PowerShot D10. Die Kamera hat einen 12-Megapixel-Sensor und einen optischen Bildstabilisator, soll staubdicht sein und bis in zehn Metern tauchtauglich sein. Sie soll auch bei minus 10 Grad noch funktionieren (aber bei solchen Temperaturen streike ICH!). Gut für die Beweisfunktion: Eine Selbstauslöser-Funktion, die darauf reagieren soll, dass ein neues Gesicht länger als zwei Sekunden im Bild ist (etwa am Seil hängend, in 44 Metern Höhe über Grund
).
Wichtigste technische Daten: Zoom von 35-100 Millimeter (Kleinbild), Makro bis 3 cm. 2,5-Zoll-Monitor, Blinzelwarnung für Bilder ohne zugekniffene Augen. Sie wiegt 225 Gramm und ist stolze 5 Zentimeter tief. Preis 320 Euro.
Panasonic Lumix DMC-FT1
Ebenfalls staubdicht, wasserdicht (aber nur bis 3 Meter) und sturzfest (aber nur 1,5 Meter Fallhöhe), dafür aber mit HD-Videofunktion (1280 mal 720 Bildpunkte). Die FT1 hat ebenfalls einen 12-Megapixel-Sensor der gleichen Größe (1/2,33 Zoll) wie die Canon. Für Cacher dürfte die recht geringe Tiefe des Gehäuses sein (23 Millimeter) und der Brennweitenbereich von 28 bis 128 Millimetern, optisch bildstabilisiert. Makro bis
Auch in der Lumix gibt’s eine Gesichts-, Motiv- und Bewegungserkennung, die das vom Multi-Lösen zermartertem Cacherhirn entlasten soll. Nett: Bei einer Auflösung von 3 Megapixeln mit 10 Bildern pro Sekunde kann man festhalten, was passiert, wenn jemand selbiges nicht kann, etwa auf einem Baum. Gewicht : 186 Gramm, Preis 400 Euro.
Fujifilm FinePix Z33W
“Nur” 10 Megapixel (bei der Sensorgröße (1/2.33 Zoll) ohnehin etwa viel!), nur bis 3 Meter tauchtauglich, offiziell nicht stoßfest. Neben der 2,7-Zoll-Anzeige sind etwas klein wirkende gummierte Tasten. Die Kamera ist nur 2 Zentimeter dick und hat eine wiederfind-erleichternde Farbgebung, wenn man sich überwinden kann, ein Modell in blau, grün, goldfarben oder pink zu nehmen.
Als Denkabnehmer besitzt die Kamera eine Gesichtserkennung, eine Gruppenbilderkennung (löst erst aus, wenn die eingestellte Nasenzahl im Bild ist, mehr als vier dürfen es aber nicht sein ;-( ), eine Paarerkennung (für mehrere Entfernungen) sowie Motivprogramme.
Die Brennweite soll von 35 bis 105 Millimeter reichen, der Makro-Bereich startet aber erst bei 8 Zentimetern, Speicher: Intern 50 MB, extern SD, SDHC, wiegt 150 Gramm und kostet etwa 200 Euronen.
Pentax Optio W60
Zehn Megapixel per 1/2,33-Zoll-Sensor bietet ebenfalls die in blau, silber und pink (na, klar!) erhältliche Pentax Optio W60 auf. Die 2,45 Zentimeter dicke und 145 Gramm schwere Robustkamera soll zwei Stunden lang 4 Meter Wassertiefe aushalten, soll staubdicht sein (Kunststück, wenn sie wasserdicht ist
). Der Einsatzbereich soll von minus 10 Grad bis plus 40 Grad reichen - beim Sommerausflug in die Lüneburger Heide;-) wird es also eng. Auch diese Kamera hat Motivprogramme. Die Gesichtererkennung merkt sich bis zu 32 Nasen, reicht also auch für ein typisches Event-Drumherum-Cacher-Rudel.
Staunen erregend der weite Zoombereich von 28 bis 140 Millimeter. Außerdem dreht die Kamera auch HD-Videos mit 1280 mal 720 Pixel (bis 2 GB). Der Makrobereich für kleine gemeine Hinweise dort, wo man nicht rankommt, beginnt schon ab 1 Zentimeter. Für Nacht-Cacher: Die Empfindlichkeit lässt sich bis zu 6400 DIN hochreißen - damit sieht man dann vielleicht auch die beweglichen Doppelreflektoren im Wald besser auf dem 2,5 Zoll großen Monitor. Der Kamera-Speicher ist übrigens 36,4 MB groß, die Optio verdaut SD und SDHC-Karten, Preis: rund 225 Euro.
So und nun noch auf eure Anregung eine kleine Ergänzung;
Olympus µ-Tough 8000


Die Tugh-Familie ist laut Olymus bis in zehn Meter Wassertiefe dicht und bruchsicher bis 100 Kilo. De Hersteller wirbt: “Nicht mit Vorsicht zu behandeln”. Dennoch: 100 Kilo für die Bruchlast sind schnell erreicht - Masse mal Beschleunigung machen das schon.
Die Kamere hat 12 Megapixel, die es per 1/2,33-Zoll-Sensor erzeugt. Der Weitwinkel reicht von 28 Millimeter bis 102 Millimeter, ist also im Weitwinkelbereich etwas kurzbrennweitiger als manch andere Standard-Kamera, die oft erst bei 35 Millimeter beginnen. Der Monitor ist mit seinen 2,7 Zoll recht groß geraten und diverse Automatik-Modi könnten dazu beitragen, dass der Cacher sich nicht so viel mit der Kamera beschäftigt, sondern meh rmit dem Suchen - der Dose natürlich.
Erwähnenswert ist noch ein Druckmesser, der Alarm schlagen soll, wenn die Maximaltiefe für die Kamera erreicht ist. Die eingebaute LED-Foto-Leuchte mag für den Makrobereich ok sein, aber für Unterwasseraufnahmen dürfte sie zu schwachbrüstig sein. Preis: 320 Euro
sehr gut, herr michel. da wird die richtige kamera fuer DAS event des jahres, und ich meine jetzt nicht selbiges in bremen, schon dabei sein.
Na wenn so ein Ding 400 Euronen kostet, dann kann ich auch die Spiegelknipse mitnehmen. Da zieht das “teuer”-Argument bei der Spiegelknipse nicht mehr
Zumindest, wenn man sich auf für den “Normalcacher” erschwingliche Geräte bezieht.
Da fällt mir ein, daß ich eigentlich noch einen “Spendenknopf” für ein neues Objektiv in mein Blog einbauen wollte :o)…
Gruß
Kurt
Meine Empfehlung ist die Olympus Miyu, ich hab die 760er, aber da gibts verschiedene Outdoor-Modelle. Spritzwasserdicht und runterfallsicher mit kratzfestem Display. Das ganze unter 200 Euro.
Fehlen die diversen Olympus-Mju Modelle, die neuerdings “tough” heissen und jetzt auch brauchbaren Weitwinkel-Wert haben.
Zumindest mit der mju725SW bin ich nun seit mehr als 2 Jahren unterwegs und die schlägt sich wacker.
Ich habe die neue Olympus µ Tough-8000 und bin sehr zufrieden damit: http://www.freiluft-blog.de/2009/02/olympus-%C2%B5-tough-8000-review/
Ich bin seit ein paar Tagen stolzer Besitzer einer Olympus mju tough 6000 (im gute Laune machenden Orange). Die hat “nur” 10 Megapixel (ganz ehrlich, wer braucht schon mehr?) und darf nur 3 Meter tief tauchen, ist dafür nicht ganz so teuer wie der grosse Bruder. Kann mit der Bildqualität und den manuellen Eingriffsmögichkeiten natürlich nicht mit meiner Spiegelreflex mithalten, hat sich in den letzten Tagen beim Cachen aber gut geschlagen. Getestet bei einem Multi, einem Nachtcache und bei einem Abseil-Cache.
Das Makro-Licht ist prima, um Hinweise und Koordinaten vor Ort abzufotografieren, besonders wenn sie an Stellen angebracht sind, wo man sich sonst den Hals verrenken muss. Hier ist auch der Bildstabilisator Gold wert, genauso wie beim Nachtcache und im Seil.
Ob ich die “Touch Control”-Funktion mag, weiss ich noch nicht. Den Blitz und die Makro-Funktionen kann man ein- und ausschalten, indem man an bestimmten Stellen aufs Gehäuse schlägt. Ebenso kann man so zwischen Aufnahme- und Rückschau-Modus wechseln. Sieht witzig aus und macht Spass. Hat man die Kamera angeschaltet am Handgelenk baumeln, verstellt man sich da aber ganz schnell mal versehentlich irgendwas. Aber das ganze kann man auch abschalten.
Das Display ist schön gross, und man sieht auch noch alles, wenn die Sonne voll drauf scheint! Daür sind die Knöpfe relativ klein. Ich hab zum Glück winzige Finger und kein Problem damit. Cacher mit Riesenpranken könnten aber durchaus Schwierigkeiten damit bekommen, erst recht wenn man 20 Meter im Baum hängt. Hier hilft dann nur die Voll-Automatik.
Mein Fazit: fürs Cachen perfekt. Klein, leicht, robust, richtiges Weitwinkel, Bildstabilisator, Bildqualität mehr als ausreichend für Logfotos und Erinnerungsbilder. Immer in der Hosentasche dabei!
Steinwälzer