Mai
27
2008

Was man als Cacher so braucht

Bei meinem ersten Auto flog alle paar hundert Kilometer eine Zündkerze aus dem Motorblock. Dementsprechend rüstete ich mich für größere Fahrten und hatte immer einige Dutzend Werkzeuge und Ersatzteile dabei. Auch beim Cachen fühle ich mich unwohl, wenn ich nicht auf diverse Eventualitäten vorbereitet bin. Andere machen eher auf "comme ci, comme ca, tralali tralala" und nehmen es, wie es kommt.

Manche, so etwa der Fahrzeugführer dieses Cache-Mobils, können sich glücklich schätzen: Sie haben sogar eigene Sponsoren für die Fahrzeug-Werbung (rot umrandet):

gctour

Es geht auch anders! Eine kleine Bestandsaufnahme:

Der Existenzialist:

Er schaut vorher auf der Cache-Karte der Beschreibung nach, merkt sich, wo er hin muss, hofft, dass ein Bleifisch im Cache ist (oder Passanten in der Nähe, die er nach sowas anbetteln kann) und geht einfach hin und sucht die Dose. Materialaufwand: Keiner.

Der Minimalist:

Ein Minimalist ist viel besser auf einen plötzlichen Cache-Anfall eingestellt. Denn er hat sein Gebraucht-GPS-Gerät (etwa 1 Kilo schwer, geht aber noch) dabei, in das er seine Koordinaten für einen interessanten Cache einhämmern kann. Außerdem nennt er einen Stift sein eigen, und einen vorsichtiger Blick auf den Hint findet er auch nicht übertrieben.

Der Vernünftige:

Druckt sich die Cachebeschreibung aus, denn nur was man schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost außer Hause tragen. Klar, denn sonst gäbe es ja nichts zu tragen. Das GPS des Vernünftigen hat schon eine Karte. Das ist ja auch klar, denn der Vernünftige will ja nicht zu viel der kostbaren Zeit verplempern, den richtigen Weg zum Cache zu suchen. Mit an Bord sind zwei Stifte, denn einer kann ja mal kaputtgehen, und das wär blöd. Außerdem kennt der Vernünftige den Batteriestand seines GPS-Gerätes und hat vorher nachgeschaut, welches Datum heute ist.

Der Erfahrene:

Nimmt immer zwei Ersatzakkus mit, auch bei Kurztripps. Außerdem eine kleine Taschenlampe, die nicht aufträgt und im Wohngebiet keine unangenehmen Nachfragen provoziert. Mit einem kleinen Taschenspiegel wird unterwegs der Sitz der Frisur kontrolliert, sofern es keinen Hinweis unter der Bank zu entdecken gibt. Der Skeptische hat einen Ausdruck, einen kleinen Block zum Rechnen für Multis und außerdem einen, mit Cache-Beschreibungen gefüllten Taschencomputer dabei. Auf alle Fälle auch ein Handy. Und bei mehr als T=3 liegt auch ein Seil in Reichweite.

Der Skeptische:

Nimmt wenigstens vier Akkus und ein Ersatz-GPS mit. Außerdem PDA, Cache-Ausdrucke und etwas Geld für ungeplante Übernachtungen, weil der ADAC (die Karte dafür hat er auch dabei!) wie angenommen, das Cachemobil nicht reparieren kann (weil der ADAC-Schlepper nicht ins Moor kann). Hat vorher alle Logs studiert und Psychogramme der Logger und der Cache-Owner erstellt. Kontrolliert während des Cachens alle paar Minuten per mobilem Zugriff auf gc.com, ob der Cache zwischenzeitlich disabled wurde. Geht NIE ohne Rucksack, in dem sich Proviant für drei Tage befindet, außerdem Kletterausrüstung und Nachtsichtgerät, Handscheinwerfer, Infrarotlampe und Dechiffriercodebücher der letzten drei Jahrhunderte sowie die Bibel (zum Sichern des FTF durch Einsatz als Wurfgeschoss) und ein wenig Werkzeug (20 kg). Er hat sich zuvor eine Liste von Helfern erstellt, die notfalls unabhängig Hints geben können. Merke: Skeptiker geben sich nicht mit einem Telefonjoker zufrieden, sie stellen lieber gleich die Publikumsfrage. Außerdem dokumentieren sie den Fund fotografisch und legen zur Sicherheit einen Ersatzcache, falls der gefundene ein Fake war oder der nicht gefundene gemuggelt wurde.

PS:

Wer sich dafür interessiert, was man wirklich gebrauchen kann, sollte sich unbedingt auch mal den Cache "In medias res" (GCKWJH) von 4lagig-deluxe näher anschauen. Da bleiben keine Fragen offen!

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Written by ksmichel in: Lustiges |

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