Sep
30
2008
3

Plädoyer für (gut gemachte) Multis

Ja, euer Ehren, verehrte Geschworene: Es ist wahr, dass Multis oft links liegen bleiben, wenn man stattdessen eine Menge Tradis machen kann. Doch ist es nicht Zeit, statt tradi-tioneller Langeweile mal für eine Multi-Kulti-Welt zu streiten? Ich meine: ja.

Brett vorm KopfDie Staatsanwaltschaft hat bereits nachgewiesen, wie schlecht gemachte Multis sich auf das Gemüt von Geocachern auswirken. Es ist in der Tat nicht abzuleugnen, dass schon die bloße Anwesenheit von Rechenaufgaben in der Cachebeschreibung etwa genauso wirkt wie Autan auf das Klientel der Mücken. Und - fürwahr! - sollen auch noch Quersummen gebildet werden oder verwirrend falsch beschriebene Dinge rechts oder links von irgendwas gesucht werden, dann hat man sogleich einen Multi mit vielen Möglichkeiten - nicht, dass dies gut wäre! Mit einem Brett vorm Kopf ist schlecht Cachen.

Wer, liebe Geschworene, kennt nicht das endlose Lamentieren, ob nun bei einer Treppe auch die oberste (unterste) mitgezählt werden soll oder nicht. Und hat nicht ein jeder von Ihnen mitten im Wald ganz unvermutet schon vor der Frage gestanden, wie ein Kegelschnitt zu berechnen ist, um den nächsten Wegpunkt zu ermitteln. Kaum zu reden von den Multis, bei denen der Owner nicht geahnt hat, dass es mehrere gleich plausible Lösungen zu den gestellten Aufgaben gibt (”Suche das Portal mit den zwei Steinen davor” - schade, denn es gibt derer vier!). Oder von fahrlässig undeutlichen Formulierungen aller Art (”Wie viele Bretter hat die Brücke?” - sind nur die Schwellen gemeint oder auch das Geländer?). Es grenzt in der Tat an Freiheitsberaubung, wenn nach 13 von 14 Stationen noch gar nicht klar ist, wann nun endlich das Ziel der Reise erreicht ist. All das wirkt stark belastend für den Multi.

Doch, sehr verehrte Damen und Herren, fragen Sie sich selbst: An welche Caches können Sie sich wahrhaftig erinnern? War es das Gotteshaus in Hinterobereistedt oder gar das Wasserhaus in Vorunterhuhndorf? Vielleicht der Mikro an dem Wasserschild? Prüfen Sie Ihr Gewissen gründlich! Denn nur allzuoft wird das Ergebnis sein: Es sind die Multis, an die wir uns erinnern.

Kommen wir nun nur Frage: Was ist ein guter Multi?

Ihr Auftrag, Mister BondEigentlich ist das ganz einfach zu beantworten: Ein guter Multi vermeidet die Fehler von schlechten, welche dem Hohen Gericht ja bereits hinlänglich geschildert wurden und die im übrigen auch unstreitig sind. Doch darüber hinaus hat ein guter Multi ein ganz besonderes Extra: Ein guter Multi lässt die Suchenden eine Geschichte erleben. Sie tauchen also geradezu ab und sind plötzlich Antragsteller einer Eisenbahn-Baumaßnahme, verfolgen einen Verbrecher als James Bond, jagen entlaufene Mitarbeiter oder suchen eine entlaufene Katze. Gute Multis ziehen die Cacher geradezu ins Abenteuer hinein. Und wo, hochmögende Geschworene, können wir uns in dieser zubetonierten Welt, die bis auf den Biegeradius von Bananen zureguliert scheint, noch einmal so unbekümmert fühlen wie ein Kind.

Hohes Gericht, ich frage Sie: können wir etwas verurteilen, dass uns wieder ganz absichtsvoll wieder in diese Zeit versetzt? Wenn Sie das immer noch tun wollen, sollten Sie sich besser mit diesem Thema befassen.

Written by ksmichel in: Sinn-Sachen-Suchen | Schlagworte: ,
Sep
29
2008
3

Neue Tests für Outdoornavis

Es gibt auf Navigation-Professionell einen interessanten Test zum Thema: Welches Trag-Navi hätt ich denn gerne?

Zur Auswahl standen:

  • Garmin GPSMap 60Cx (Anfang 2006)
  • Garmin eTrex Vista HCx (Sommer 2007)
  • Garmin Colorado 300 (Anfang 2008)
  • Garmin Oregon 300 (Sommer 2008)

Interessantes Ergebnis: Als momentanes Beliebtheits-Ranking ergibt sich:

Platz 1: GPSmap 60Cx
Platz 2: eTrex Vista HCx
Platz 3: Oregon 300
Platz 4: Colorado 300

An den neuen “Oregon” und “Colorado” loben die Tester besonders das große Display, sagen aber auch, dass es häufig beleuchtet sein muss, damit es auch gut ablesbar ist. In Sachen GPS-Empfang erhält das GPSMap 60CX die beste Über-alles-Bewertung, obwohl das Etrex Vista HCX sich als äußerst empfindlich zeigt. Überraschend schwach hingegen die Empfangsleistungen der neuen Geräte Oregon und Colorado (entspricht auch meinen Beobachtungen). Zu ernst sollte man diese Aussage aber nicht nehmen, denn was die beiden Neulinge noch aufbieten, ist allemal besser als Geräte mit Chip der Vor-Sirf-III-Generation.

Immerhin: Meine “alte Gurke” 60CX hat also wohl noch nicht ganz an Boden verloren. Zumal ich es bei einem Testgerät Oregon auch geschafft habe, ihn durch Aufspielen von Wegpunkten final abzuschießen. Nach allen ausprobierten Anleitungen im Netz ist die Kiste definitiv ein Fall für den Service.

Written by ksmichel in: Garmin | Schlagworte: , , , ,
Sep
19
2008
4

Menschen, Tiere, Sensationen

Ist schon seltsam: Normalerweise unterstellt man dem Menschen, dass er neugierig ist, Forscherdrang hat etc. pp. Und da würde ich erwarten, dass man sich Fotos, die etwas Unbekanntes, Neues zeigen viel lieber anschaut als Bilder die Leute zeigen. Noch weniger, wenn man sie gar nicht kennt.

Doch seit ich meine Bilder bei Flickr einstelle, werde ich eines Besseren belehrt. Ein Bild von einer dicken, fetten Krabbe: 6 Views. Eins von Leuten, die auch dabei waren: 33 Views.

Noch drastischer wird’s, wenn Frauen fotografiert wurden. Detail einer Qualle: 8 Views. Mann über’m Seegras:  22 Views. Frau über’m Seegras: 61 Views.

Also sollte ich am besten Frauen neben Krebsen fotografieren. Vielleicht so?

Written by ksmichel in: fotos |
Sep
12
2008
15

Oregano - oder: kein richtiger Test

Ich hatte in den letzten Wochen Gelegenheit, den Garmin Oregon 300 auszuprobieren. Ich möchte jetzt nicht den tollen Test von Navigation professionell wiederkäuen. Aber ein paar Screenshots habe ich, und ein paar Bemerkungen außerdem.

Haptik:

Die gefällt außerordentlich. Die faustgroße Kiste mit dem 3-Zoll-Display liegt gut in der Hand. Der Ausschalter auf der rechten Seite ist kaum aus Versehen zu betätigen, dazu ist er zu schwergängig. Der Schalter liegt zudem für Links- und Rechtshänder gleichermaßen griffgünstig.

Die Menüs sind erstklassig schnell zu bedienen. Die Eingaben werden schnell verarbeitet, die Anzeige wechselt dann sofort. Insgesamt kommt beim Hin- und herschubsen von Menübildschirmen ein wenig Iphone-Stimmung auf. Statt Durchdrehen am Haribo Colorado gehen die Eingaben mit der eingeblendeten Tastatur sehr fix von der Hand. Das Tastenlayout (ABCDE) lässt sich allerdings nicht ändern. Alles in allem aber eine überzeugende Lösung.

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Anzeige:

Beim ersten Herumspielen dachte ich: Wie kann Garmin nur ein so dunkles Display verbauen? Selbst mit eingeschalteter Beleuchtung war es kaum abzulesen. Dann kam ich drauf: Ein kurzer Druck auf den Einschaltknopf öffnet ein Beleuchtungsmenü. Damit lässt sich die Beleuchtung auf ein gut ablesbares Maß einstellen. Allerdings muss die Beleuchtung in den meisten Fällen an bleiben, denn die Anzeige, obwohl matt erscheinend, spiegelt im Vergleich zu vielen Navis recht stark. Die Helligkeit muss daher die Spiegelungen “überbrüllen”. Klar, das dies auf die Akkulaufzeit schlägt. Sie beträgt mit 2700-mAh-Markenakkus noch rund 12 Stunden. Mit reduzierter Beleuchtung geht es sicherlich länger.

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Oben links: voreingestellte Helligkeit, rechts mit mehr “Dampf”. In Wirklichkeit wirkt die Anzeige dann noch etwas heller, da die Kamera nicht exakt gleich belichtet hat, sondern etwa kürzer (vgl. Hintergrund).

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Das linke Bild zeigt, wie sehr das Oregon normalerweise spiegelt. Mit starker Beleuchtung (rechts) lässt sich der Effekt überspielen.

Karte:

Wer sich ein Hand-Navi für draußen kauft, der ist oft überrascht, dass
a) in seinem neuen Gerät noch gar keine brauchbare Karte eingebaut ist - das ist bei “richtigen” Navis deutlich anders, die gibt’s ohne Karte nicht einmal.
b) dann auch noch zwei separate Karten nötig sind: eine fürs Gelände (Topo: für Gesamt-D 160 Euro) und eine, mit der das Gerät auch Routen berechnen kann (City Navigator Europa NT8: 130 Euro). Macht summa summarum eine glatte Verdoppelung des Kaufpreises aus.

Immerhin: Die mitgelieferte Basiskarte ist erstaunlich gut im Verhältnis zu dem, was vorher Standard war. Oder auch: Unter den Blinden ist der Einäugige König. Die Bilder zeigen: Das Straßennetz ist im Oregon 300 nur rudimentär vorhanden, die Höhenstufen des Geländes nur Grobindikatoren. Aber immerhin: All das ist mehr als wir bislang bekamen, und Garmin will sicherlich auch mit Karten noch ein Geschäft machen.

Empfangsleistungen:

Der Oregon300 braucht gefühlte Jahrhunderte, bis er eine Position anzeigt. Besonders die Ermittlung einer Position im Kaltstart-Modus dauert mehrere Minuten, und diese Zeit verlängert sich noch sehr viel stärker, wenn das Gerät in Bewegung ist. Ich kann nicht beurteilen, ob es sich nur um Einzelfälle handelt, doch schien mir auch der Zeitraum zur Verbesserung der Genauigkeit (also das Einfangen zusätzlicher Satelliten) recht zäh vonstatten zu gehen. Jedenfalls sank die Genauigkeitsanzeige recht langsam auf einen Wert, der sich mit dem GPSMAP 60CX vergleichen ließ. Im praktischen Vergleich war die Positionsgenauigkeit aber ebensogut wie beim 60er.

Cachen mit dem Oregon:

Wer zuvor mit dem 60er unterwegs war, der wird sicherlich zunächst begeistert sein, denn die Cachebeschreibungen samt einer Finde-Liste sind schon im Gerät enthalten, genauso übrigens wie im Garmin Colorado. Auch Hints und Logs sind drin, aber keine Spoilerbilder. Für letzteres kann man sich behelfen, indem man die wichtigsten Spoiler aufs Gerät lädt und mit dem Bildbetrachter im Oregon anschaut.

Alle Beschreibungen werden übrigens standardmäßig im Gerätespeicher abgelegt und nicht auf der Speicherkarte. Die Cache-Infos bleiben also im Falle des gar nicht so seltenen Speicherkartendefektes erhalten.

Bilder und Besonderheiten:

garmin_oregon 300_005.png Welcher Cache ist in welcher Entfernung und in welcher Richtung? Dieses Bild sagt’s
garmin_oregon 300_006.png Alle Infos sind da, auch wieder die drolligen verfolgbaren Elemente (Trackables, vulgo: TBs und Coins). Allerdings ist die Schrift arg klein geraten.
garmin_oregon 300_011.png Die Basiskarte zeigt in etwa die Topographie, den Verlauf von Autobahnen und Bundesstraßen. Wunder darf man aber nicht erwarten.
garmin_oregon 300_018.png Das kennen wir doch? Richtig! Der nur zweiachsen-stabilisierte Kompass muss waagerecht liegen, bevor er funktioniert. Allerdings tut er das recht gut, und er liegt auch ausreichend plan, wenn man ihn einfach hinlegt.
garmin_oregon 300_016.png Im Geocaching-Profil zeigt sich der bl… gc.com-Frosch und einige Statistiken. Wie man sieht, habe ich den einen Cache, den ich damit offiziell gefunden habe, noch gar nicht geloggt (schande!).
garmin_oregon 300_040.png Wieso nur hat Garmin die wichtigste Einheit “Meter” nicht am Anfang einsortiert? So muss man immer scrollen - schlecht!
garmin_oregon 300_035.png garmin_oregon 300_073.png Kleine Wegpunkt-Setzerei: Endlich geht auch die Wegpunkt-Projektion (aber wie! siehe nächstes Bild)
garmin_oregon 300_042.png Zweiter Fehler: Wieso kann man Entfernungen nicht eingeben wie im Taschenrechner, nämlich ohne führende Nullen? Es gibt keinen Grund für sie.
garmin_oregon 300_081.png Seezeichen inklusive. Ein nettes Gimmick
garmin_oregon 300_059.png Man muss ein wenig mit den Karteneinstellungen (in einem Extra-Menü) experimentieren, damit POIs aller Art - ob eigene oder die mitgelieferten - auch bei Karten mit großem Maßstab angezeigt werden. Im Grundzustand hat Garmin leider die ärgerliche Marotte übernommen, POIs nur in den kleinsten Anzeigemaßstäben anzuzeigen.
Written by ksmichel in: Garmin | Schlagworte: , ,
Sep
11
2008
1

GPS für Unterwasser

Bei Unterwasser-Caches ist es zwar ohne Weiteres möglich, einen GPS-Empfänger ins kühle Nass mitzunehmen, aber sinnlos. Schon, weil man nach einigen Zentimetern Wasserüberdeckung keinen Empfang mehr hat. Und wer schon mal probiert hat, mit Flossenschlägen und Gradzahlen über eine größere Entfernung zu navigieren, der weiß: Holla, das ist nicht so einfach, wie es sich anhört. Kurz: Man vermisst sein GPS.

Es gibt zig Ansätze, wie man trotzdem GPS-Daten unterwasser nutzen kann, unter anderem den, das GPS oben schwimmen zu lassen und die Daten per Kabel zum Taucher zu leiten, der wiederum ein Display hat. Leicht verändert lautet ein anderer Vorschlag, nur eine GPS-Antenne auf der Wasseroberfläche zu belassen und die Daten per Kabel zu einem herkömmlichen GPS mit Antennenanschluss zu leiten.

Noch eine - sogar patentierte - Hi-Tech-Methode: Man fixiert ein GPS mit einem Sonargerät an der Oberfläche und nimmt ein anderes Sonar mit nach unten. Will man die Position wissen, so sendet das Taucher-Sonar einen Ping, den das Oberflächensonar beantwortet, und zwar mit der errechneten Position aus der Richtung und Entfernung des Sonars und der (gegebenen) GPS-Position. Hört sich teuer an und ist es auch.

Nun ist mir das interessante E-Book Underwater-GPS aus dem Jahre Anno 2005 in die Hände gefallen. Der Autor, Mark Thoma, beschreibt darin für den zugegeben etwas betagten Magellan Sportrak, wie er es trotzdem benutzen kann. So geht’s:

Nach einem Klick geht’s weiter

Written by ksmichel in: Tricks |
Sep
01
2008
4

++ Polizei ermittelt wegen Tupperdose

Rotenburg. Einen Hinweis auf eine Tupperdose mit “komischem” Inhalt bekam am Sonntagabend um 18.30 Uhr die Rotenburger Polizeiwache. Eine Passantin hatte die unter einer alten Eiche verborgene Tupperdose gefunden und bat um polizeiliche Überprüfung.

Die Beamten nahmen sich der Sache an und stellten fest, dass es sich bei dem Inhalt der Dose um eine Geo-Caching-Aktion handelt. Dabei geht es darum, mit einem mobilen GPS-Gerät nach Koordinaten einen versteckten Punkt zu finden, wo der “Schatz” versteckt ist.

Der hier gefundene Geo-Caching-Punkt heißt übrigens “Auf der Suche nach dem versunkenen Kahn in der Wümme“. Mehr verrät die Polizei aber nicht, denn schließlich auch andere Geo-Cacher mit ihren GPS-Geräten den “Schatz” finden können.

Quelle: na aktuell

Written by ksmichel in: Echos von Muggels |

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