In Heidelberg gibt’s nicht nur Japaner und Amis, die das Schloss und die überaus liebliche Stadt an sich besichtigen. Nein, auch in der schönen Neckarstadt im Bundesland, das alles kann außer Hochdeutsch, geschehen hässliche Dinge. Zum Beispiel denen, die in alten Industrie-Ruinen fotografieren und – schlimmer noch – das dokumentieren, indem sie die Fotos der bizarr-anziehenden Industriekultur für andere veröffentlichen.
Im Heidelberger Zementwerk Elsa hat das zu einer juristischen Drohgebärde geführt, die durchaus für Geocacher kennenswert ist. Die sicherlich unter Lost-Place-Cachern bekannte Site www.lostareas.de hatte zum Werk ein paar auch künstlerisch schöne Fotos veröffentlicht. Pamela Zimmermann, neudeutsch “legal counsel” der HeidelbergCement AG hat Mitte November 2008 den Seitenbetreiber scharf aufgefordert, die Bilder von der Seite zu nehmen, anhand der Fotos von den Innenbereichen messerscharf auf Hausfriedensbruch erkannt und eine gerichtliche Auseinandersetzung angedroht.
Bildautor Ingo Bornemann erklärte daraufhin, dass die Bilder entstanden waren, als es noch keine Umfriedung des Geländes gab, bat nachträglich um Erlaubnis, die Bilder zu veröffentlichen, da sie die industriekulturelle Wandlung dokumentieren.
Die Antwort von Counsellor Zimmermann reagierte zwar bedeutend freundlicher als in Ihrem ersten Schreiben, sie blieb aber hart. Und begründete dies auch. Danach würde eine Duldung zu Nachahmern führen, und dann könne der Konzern durchaus in Haftung genommen werden, falls auf dem Gelände etwas passiere.
Fazit nicht nur für Geocacher: Wer ein solches Gelände kennt, hält am besten die Klappe, macht keine Bilder und genießt still. Wenn schon ein Geocache gelegt werden soll, dann am besten als Mysterie,, um marodierenden Juristen (die sich meiner Meinung nach zu einer Geißel der Menschheit auswachsen) die Erkennung zu erschweren. Ansonsten konspiratives Verhalten. Keine euphorischen Logs mehr, statt dessen lieber eine nette Mail an den Owner.
Als wir neulich zu Ostern im Großraum Fürstenberg-Neustrelitz cachen waren, suchten wir uns dafür die tollen Lost-Place-Caches von Hornesia aus. Sie verlangen teilweise körperlich eine Menge, bieten an manchen Stationen endlos scheinende Versteckmöglichkeiten und bieten sehr eindrucksvolle Einblicke in die Zeit, als in vielen Kasernen russisches Leben herrschte. Ich nahm mir vor, Bert zu fragen, ob er für ein paar Fragen bereit steht. Und wie am Telefon, so war auch seine Antwort “rapido” 




