Am Wochenende haben wir einen tollen Lost-Place-Cache gemacht. Der Name tut jetzt mal nichts zur Sache – investigativ veranlagte werden ihn ohnehin herausfinden, aber im Grunde ist er unwichtig. Weil es nur um ein Phänomen geht, nämlich: Wie man sich selbst den Spaß verderben kann.
Die erste Geschichte geht ungefähr so: Jemand findet eine tolle Geschichte und den Platz, wo sich dieselbe abgespielt hat – ein Lost Place. Verlassene Häuser, Bunker, Leitern, Gänge – alles, was das Herz höher schlagen lässt. Es entsteht ein schwieriger Cache, und schon ein entsprechender Tourismus dazu. Dann plötzlich hat der Owner keine Lust mehr, will den Cache sogar abräumen. Wieso? Weil einige Cacher sich lieber per Telefon die Final-Location ansagen lassen und die Stationen selbst nicht suchen. Ob da jemandem die Gummipunkte zu wichtig geworden sind?
Die zweite Geschichte ist anders: Da geht’s um Angemessenheit. Beim Cache DARK Secret nämlich gab es einen interessanten Logeintrag, welcher der Nachwelt unbedingt erhalten bleiben muss, zumal er mittlerweile (von wem?) gelöscht wurde. Er lautet wörtlich:
Godard requested DARK secret (Traditional Cache) to be archived at 10/26/2008
Log Date: 10/26/2008
Was ist denn hier los ? Eine sowohl in ethischer Hinsicht sowie
von seinem Gefährdungspotential äußert kritische Location
verkommt hier zur Rummelplatz-Atraktion.
In dieser Weise sollte ein Ort an dem Zwangsarbeiter unter
grausamen Bedingungen in den Tod geschickt worden auf
keinen Fall vorgestellt werden.
Selbst in eingeschworenen “Bunkerspechtr”-Kreisen wird dieser
Ort nur an Personen weitergegeben, die über das entsprechende
Verantwortungsbewusstsein verfügen diesen Ort ohne MedienEcho
zu besuchen.
Die hier vorgestellte Präsendation und das mangelnde Problembewusstsein
des Owners gefärdet nicht nur Cacher, sondern ist aus meiner
Sicht ein Todesurteil für diesen ausserordentlich beeindruckenden Ort.
Hier sollte auf jeden Fall ein Owner die Regie führen, der sich
nicht vornehmlich selbst profilieren will, sondern in Sinne der
absolut notwendigen Verantwortung Bedingungen schafft, die
es auf Dauer gewährleisten, diesen Ort dem interessiertem
Cacher zu erhalten.
Mit seiner hier zur Schau gestellten Rummelplatzmentalität scheint pecudo vollkommen ungeeignet und vollkommen
überfordert zu sein.
Deswegen ; Bitte sofort archivieren, bevor ich es in der “Bild” lese
Godard
Der Cache ist von Stash-Lab reviewt worden und nun aktiv. Ich kenne weder die Cache-Location, noch pecodu und Godard und werde mich daher hüten, Partei zu ergreifen. Aber mir wurde klar, dass die Schmerzgrenzen bei LP-Caches bei allen unterschiedlich liegen. Was ist der kleinste gemeinsame Nenner?
Als wir neulich zu Ostern im Großraum Fürstenberg-Neustrelitz cachen waren, suchten wir uns dafür die tollen Lost-Place-Caches von Hornesia aus. Sie verlangen teilweise körperlich eine Menge, bieten an manchen Stationen endlos scheinende Versteckmöglichkeiten und bieten sehr eindrucksvolle Einblicke in die Zeit, als in vielen Kasernen russisches Leben herrschte. Ich nahm mir vor, Bert zu fragen, ob er für ein paar Fragen bereit steht. Und wie am Telefon, so war auch seine Antwort “rapido” 
