… sollen marodierenden Geocachern im Wald Benehmen beibringen. Ich stehe achselzuckend vor der rührenden Banalität der "Tipps". Die vom Deutschen Wanderverband und Garmin gemeinsam vertretenen "Hinweise" sind indes keine wirklich neuen Maßregeln und bergen auch keine Folterinstrumente zu deren Durchsetzung: Dass man abseits der Wege in Naturschutzgebieten nichts versteckt versteht sich ebenso von selbst wie das Beachten von Brutzeiten. Jeder, der im Wald unterwegs ist, kennt das und beachtet das.
Mich stört, dass die Hinweise implizieren, dass sich Geocacher im Wald im allgemeinen benehmen wie die Axt im selbigen. Und ganz tief in mich hinein horchend, frage ich mich: Stimmt das vielleicht? Sicher nicht, so lange ich mich in der Natur so bewege, dass ich meinen "Fußabdruck" möglichst klein halte. Alle, die schon länger cachen, haben in diesen Dingen eine Lernkurve durchgemacht, die sie letztlich wieder zum Kiss-Prinzip bringt: "Keep it simple, stupid!" Statt Masse und High-Tech lieber einen schönen Wandermulti, bei dem es letztlich egal ist, ob man den Cache überhaupt findet oder ob man ihn gar im Internet loggt. Also das alte Prinzip "der Weg ist das Ziel". Nicht der Statistikpunkt. Punkt.
Dass derartige "Verhaltenshinweise" aber von außen kommen, wurmt mich. Denn sie kommen von den falschen Leuten: Garmin selbst etwa musste noch vor kurzem in die Grundzüge unserer Freizeitbeschäftigung eingeführt werden, manche fragen sich, ob das jetzt schon gelungen sein könnte. Und der Wanderverband als "Papa" der Deutschen Wanderjugend? Der ist den grundsätzlich allen vereinsmäßigen Aktivitäten abhold gegenüberstehenden Geocachern immer schon latent suspekt gewesen, trotz allem Bemühen um die Cacher.
Und frage mich nach den wirklichen Beweggründen für die gemeinsame Aktion. Fürchtet Garmin, dass Geocaching vielleicht ob der organisiert-herbeigeschriebenen Jäger-Proteste so reglementiert wird, dass letztlich Geocacher als Kunden für GPS-Geräte ausfallen. Oder bastelt Garmin – wie die Dosenfischer im Podcast 105 vermuteten – gar am Green-Image? Und was bewegt den Deutschen Wanderverband, sich zu einer Sache zu äußern, von der er bislang gar keine Notiz nahm? Und wie nimmt er Stellung zu anderen Waldbetretern, die auch im weitesten Sinne wandern? Etwa Pilzsammlern oder Kräuterhexen?
Wenn Garmin & co. wirklich am Fortbestand des Geocachings interessiert wäre, dann sollte die Firma sich eher darauf beschränken, ihr Geräte noch weiter zu verbessern (auch wenn sich da tatsächlich viel Positives tat und noch tut). Und wir Geocacher? Dass es welche gibt, die sich an keine Regeln halten wird mit steigender Zahl der Cacher einfach Manifestation der Statistik. Kann man nix machen. Aber viele der Neucacher müssen gute Beispiele vorgelebt bekommen. Auch angesichts der Flut an geballtem wirklichem Irrsinn wie Need Maintenance-Logs wegen stumpfer Stifte. Dabei mag man mir und anderen Arroganz gegenüber Neucachern unterstellen, doch das ist es nicht: Keinem sei das Durchlaufen der Lernkurve verwehrt, so lange sie immerhin nach oben führt.
Aasgeier haben sie. Politiker auch, und erst recht Promis, die sich nicht so gerne ins Privatleben gucken lassen. Und seit jüngster Zeit auch Geocacher. Die Rede ist von schlechter Presse. Ärgerlich. Ja. Jetzt sehen einige Geocacher die Lösung in einer Totalverweigerung gegenüber den Medien. Ich sage: Das bringt so viel wie alle Formen der Totalverweigerungs-Lösungen: nichts.
Ich kann mir nicht helfen: Ich habe den Eindruck, dass die Angriffe auf das Hobby Geocaching immer massiver werden und das Dosensuchen bis zur Unkenntlichkeit deformieren. Das ist zwar allgemeines Lamento nach Art des “Früher-war-alles-besser” – in der Zeit, als die Satelliten noch aus Holz waren und mit einer Zwille in die Umlaufbahn geschossen wurden. Das ist aber jetzt nicht gemaint. Auch nigt, das es immä mär Locks und Keschs mid 0-Euro-Rächtschraibunk giebt.
Aus harmlosem Gezwitscher entwickelte sich am Wochenende heftiges Gekrächz. Es gibt offenbar in der Blogosphäre einen Frust der Macher und einen Frust der Leser, zu lesen auf der
Da soll noch jemand sagen, Geocacher sind lichtscheu, mögen die Heimlichkeit und hassen Vorsager. Das Gegenteil ist der Fall. Nicht nur, dass alle möglichen Leute, denen ich das nie selbst erzählt habe, wussten, dass ich drei Wochen in Ägypten zum Tauchen war (daher kein Blog-Eintrag – das ungehütete Heim muss man Dieben ja nicht auf die Nase binden