20.33 Uhr.
Ich sitze vorm Rechner, schmökere mal so herum. Eine Mail von Cachejudge erreicht mich:
Kurz darauf kommen die nächsten Mails. Erbost, Irritiert, nett, nicht nett. Aber beunruhigend: Ich soll angeblich Phishing Spam verschicken In der Tat habe ich Phishing-Spam am gleichen Tag auch selbst erhalten: "Is this u? LOL" Da englischsprachig, habe ich das gleich als Spam wegsortiert, den Absender ohne Umschweife unfollowed und natürlich NICHT auf den Link geklickt. Mache ich ja nicht mal bei jedem Twitpic-Link – aus Zeitmangel. Und wenn ich mich bei Twitter einlogge, dann fast nur automatisch über die Clients (im Moment Echofon),
Umso überraschter war ich jetzt darüber. Es bleibt nur die Möglichkeit, dass jemand anderes tatsächlich per Brute-Force-Attacke mein Passwort gehackt hat. Es ist wahrlich nicht so schwierig gewesen, da es recht kurz war.
20.40 Uhr
Beim nächsten Twitter-Refresh erreichen mich Dutzende Mails mit der gleichen Frage: "Is this U" etc.pp.
20.45 Uhr
Ich begehe virtuellen Selbstmord, lösche meinen Twitter-Account, gebe das noch kurz bekannt.
20:48 Uhr
Eine Mailflut bricht über meine alternativen Nachrichtenwege herein. Ich soll mir das doch noch mal überlegen. Und: Passwort ändern reiche doch (stimmt!). Und das Leben ohne mich sei sinnlos. Bitte bitte, nicht löschen. Ich tu es trotzdem. Tut auch gar nicht weh.
20:51 Uhr
Mein neuer Twitter-Account ist bestätigt: ksmichel2. Jetzt neu mit verbesserter Rezeptur. Mit noch besserem Passwort. Es ist so gut, dass ich es mir selbst fast nicht merken kann. Stand: 0 Follower
Nach und nach fange ich wieder meine Kontakte ein, stehe jetzt bei 80, die mir folgen, und 150, denen ich hinterher renne. Den Rest muss jetzt das Durchflöhen der Kontaktlisten bringen.
11.26 Uhr am nächsten Tag
Nicht alle haben es schon gemerkt, aber ich bin ganz froh, dass ich offenbar gar nicht so tief in Ungnade gefallen bin. Die Follower-Zahlen erholen sich so langsam wieder. Vielleicht ist ja noch jemand so nett und berücksichtigt mich am Follower Friday
Und die Moral von der Geschicht: Verkürze dein Passwort besser nicht.
Moral Teil 2: (danke noch mal an John999 für den Extra-Hinweis!)
Ab und zu auf www.twitter.com/account/connections mal prüfen, ob sich da eine unbekannte Anwendung breitmacht. Bei mir war es nicht so, aber dennoch: ein guter Tipp.
